Dienstag, 13. April 2021

Wider den unerträglichen Stress


Atti sprach: "Gestern sah ich eine Dokumentation über Schulabbrecher*innen. Da muss Schule dringend was ändern. Der Druck auf die Schüler*innen ist mörderisch. Die Jagd nach Noten, Zertifikaten, Schul-, Hochschul- und Berufsabschlüssen, nach Titeln und Ämtern - das macht die Menschen kaputt."

Ibhat antwortete: "Lasst alle Menschen, spätestens wenn sie ihren 14. Geburtstag feiern, sich einfach einen Titel aussuchen. Wie wär's mit 'Prof. Dr. Dr. Gehirnchirurg' oder 'Chefpilotin' oder 'Landschaftsarchitekt' oder 'Studienrätin' oder 'Nationalspielerin' oder 'General' oder ..."

Atti fuhr dazwischen: "Aber das sind doch alles gesetzlich geschützte Berufe."

Ibhat: "Gesetze kann man ändern. Und das sollte man auch tun, da sie so viel Leid erzeugen. Wie stressfrei wäre das Leben für Eltern und Kinder, wenn ausnahmslos allen schon bei Geburt das bestandene Abitur attestiert würde?  Die Kinder könnten in Frieden aufwachsen, dürften vor sich hinpubertieren, solange sie wollen und hätten später ja auch schon einen namhaften Berufsabschluss in der Tasche. Kein Druck, keine Eifersucht, keine verdeckten 'Baby-Olympiaden' mehr in den elterlichen Köpfen und Herzen."

Atti: "Aber wie weiß ich dann, ob der Gehirnchirurg, der mich operiert ... oder ob die Pilotin, die mich fliegt, wirklich ... oh."

Ibhat: "Du kannst nicht Alles haben."


aus: Thylni Nidnovi (Hg.): Das Buch von der Weite von Himmel und Erde (BdW); Band LXXXI: Über das  Leid; Aarsfurt; 512 v. Metis; S. 72. 



(verändert via wiki commons)







Freitag, 9. April 2021

Stufen abwärts


Die weise Vai-car sprach: "Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass Vernunft und Wissenschaft uns nicht leiten, sondern animalisch-kurzsichtige Egozentrik, dann schaue man sich unsere Strategien der Pandemie-Bekämpfung an: 

Wohl wissend, dass das Virus weltweit (!) grassiert und mutiert und uns immer wieder heimsuchen wird, bis es weltweit (!) ausgerottet ist, agiert man nicht kraftvoll solidarisch, sondern fällt in kontinentale Egoismen zurück, suchen die Russen, die Chinesen, die Amis und die Europäer nach Lösungen nur für sich selbst.
Und innerhalb Europas agiert man nicht kraftvoll solidarisch, sondern fällt in nationale Egoismen zurück und sucht Lösungen nur für sich selbst.
Und innerhalb Deutschlands agiert man nicht kraftvoll solidarisch, sondern fällt in bundesländliche Egoismen zurück und sucht Lösungen nur für sich selbst.
Und innerhalb der Bundesländer agiert man nicht kraftvoll solidarisch, sondern fällt in örtliche Egoismen zurück und sucht Lösungen nur für sich selbst.
Und natürlich werden jene, die sich seit jeher auf Kosten der Allgemeinheit Vorteile verschaffen, nicht plötzlich solidarisch, sondern werden ihren Reichtum an Macht und Geld zu ihrem alleinigen, persönlichen Vorteil einsetzen, und sie werden nicht einmal Scham dabei empfinden."

Dschong-La sprach: "Alte, Du bist heute ja wieder super gelaunt!"

Vai-car: "Und wenn ich dann noch die satten, selbstzufriedenen, selbstsicheren Hackfressen in den Medien sehe, könnte ich kalt in die Ecke kotzen! Und sag' nicht 'Alte' zu mir, klar?!"


aus: Thylni Nidnovi (Hg.): Das Buch von der Weite von Himmel und Erde (BdW); Band XII: Sprüche; Aarsfurt; 512 v. Metis; S. 918. 



(stark verändert via wiki commons)








Samstag, 3. April 2021

Definition: Virenbekämpfung



"Der General ist schuld, wenn die Soldaten nicht folgen, weil die die Worte nicht klar sind."

Sunzi "Die Kunst des Krieges" 

(Sunzi Wu - verändert via wiki commons)


Machen wir also die Worte wieder klar.

Viren bekämpfen
Viren vermehren sich ausschließlich in den Zellen befallener Lebewesen. Nur die Immunsysteme befallener Lebewesen bekämpfen Viren, sonst nichts und niemand. Wenn Viren sich schneller vermehren als Immunsysteme sie vernichten, dann gewinnen die Viren. 

Pandemie bekämpfen
Viren sind bewegungsunfähig. Sie verbreiten sich nicht, ihre Wirte verbreiten sie. Bei einer Pandemie geschieht dies weltweit, d.h. staatenübergreifend.

Politiker¹ können keine Viren bekämpfen, außer vielleicht ihre je eigenen. Politiker¹ können auch keine Pandemie bekämpfen, bestenfalls die Regeln innerhalb eines Staates so gestalten, dass eine Verbreitung dort möglichst eingedämmt wird. Es gibt de facto keine Politiker¹, die weltweit gültige Regeln gestalten können. 

Wissenschaftler*innen untersuchen, wie man die individuellen Immunsysteme im Kampf gegen das Virus unterstützen und mit welchen Methoden die Verbreitung des Virus' möglichst eingedämmt werden kann. Wissenschaftler*innen haben keine Macht und auch nicht den Wunsch, irgendwelche Maßnahmen durchzusetzen. Und sie sind bei ihrer Arbeit auf die wissenschaftliche Methode angewiesen, die darin besteht, prinzipiell zu zweifeln, vor allem die eigene Arbeit immer wieder in Frage zu stellen.  

Das thumbe Wahlvolk 
raisonniert medial befeuert über Begriffe Astrazeneca, Impfung, Impf-Gerechtigkeit, Solidarität, Corona-Leugner, Nazis, Bazis, WHO, RKI, Inzidenz, Lockdown, Lockerung, nationale Lösung, Schulschließungen, europäische Lösung etc. etc. Dadurch abgelenkt und aufgepeitscht durch das alles-durchdringendes Marketing der Konzerne merkt es nicht mal, dass die buchstäblich hemmungslose Profitgier unendlich viel höher steht als das Leben tausender Menschen und dass wir schon lange wieder fragen, was den DAX durch die Decke gehen lässt - und der geht durch die Decke! -, dass man aber nicht mehr fragt, wie man schnellstmöglich die Pandemie einfängt. 


Was ist zu tun?

  1. Politiker stoppen unverzüglich ihre großkotzige, anmaßende Attitüde, sie hätten irgendeine konkrete Macht über das Virus.
  2. Das Volk hört endlich auf, so zu tun, als seien Politiker¹ ernsthaft für irgendwas verantwortlich oder als könnte man von ihnen brauchbare Lösungen erwarten, erhoffen, erflehen oder fordern. Stattdessen sucht jede*r Einzelne die Verantwortung als Erstes bei sich selbst.
  3. Als Zweites hören wir endlich wieder auf die Wissenschaftler*innen, wobei wir gefasst und mit heiterer Gelassenheit akzeptieren, dass hier gerade ein Forschungsprozess läuft, d.h. ein Erkenntnisprozess, d.h. die wissen's auch noch nicht, arbeiten aber ernsthaft dran, etwas herauszufinden.



(verändert via wiki commons)





¹ Der Gender-Stern ist eine Respekt-Bezeugung. Man setze ihn bewusst ein - oder auch nicht.





Donnerstag, 1. April 2021

Eine, nein: zwei Erkenntnisse


Laerion: Fliegen ist eine Übung im Loslassen. Ein 120-Kilo-Trike reagiert natürlich, wenn eine Thermikblase unter eine Fläche haut. Dann muss man gegensteuern, wenn man auf Kurs bleiben will, und das kann durchaus in körperliche Arbeit ausarten. Wenn Du nicht übst, nach einem Eingriff wieder zu entspannen und das Flugzeug alleine fliegen zu lassen, verkrampfst Du bei "bockigem Wetter", und bei der Landung fühlst Du Dich wie ein Preisboxer nach der 12. Runde. Gelingt es Dir, zwischendurch loszulassen, entsteht aus dem Wechseln von Anspannung und Entspannung ein Effekt progressiver Muskelentspannung (vgl. Jacobson).  

Dschong-La (zweifelnd): Dann ist Mistwetter entspannender als ruhige Luft?

Laerion: Nein, in ruhiger Luft zu fliegen, ist für low & slow das Größte. Aber wenn es blöd läuft, muss man es ja nicht durch eine falsche Haltung noch schlimmer machen.

Dschong-La: Das ist Weisheit.


aus: Thylni Nidnovi (Hg.): Das Buch von der Weite von Himmel und Erde (BdW); Band IV: Erkenntnisse; Aarsfurt; 512 v. Metis; S. 854.


Mein Arbeitsplatz, gestriger Höhenflug: 250 m;
Anfangs etwas blubberig, dann 'like a chocolate-river'









Mittwoch, 31. März 2021

Blau

 


Gobba-Lan: Ein großartiges Bild. Ich schätze, es heißt "Hunte mündet in die Weser, die nach Norden fließt". Irgendwie habe ich das Gefühl, so etwas schon mal bei Dir gesehen zu haben ...

Laerion: Ich dachte, ehrwürdige Weise sollten unironische Weisheiten absondern und nicht dreckigen Zynismus. 

Gobba-Lan: Aber es ist das gefühlt 500.000ste Bild dieses Motivs ...

Laerion: Ja und? Hast Du die Blautöne bemerkt? Die ganze Welt scheint von diesem frühlingshaften, frischen Blau durchtränkt, selbst das Grün! Ich habe das selbe Motiv inzwischen auch in beige, orange, braun und grau - ohne mit Photoshop nachgeholfen zu haben. 

Gobba-Lan: Ah, ich verstehe. Jedes Bild ist anders, doch das Motiv immer gleich. Damit können wir Philosophen natürlich arbeiten. Schön, schön ...

Laerion: Na dann hat sich der Flug gestern ja doch gelohnt ...











Donnerstag, 25. März 2021

Heute bei den Weisen Leuten

Laerion (in sehr aufgeräumter Stimmung): Hoi, Meister Gobba-Lan, surprise, surprise! Was führt Dich zu mir?

Gobba-Lan (missmutig): Eigentlich nichts. Eigentlich wollte ich einen meiner Schüler schicken ... 

Laerion: Ja, und?

Gobba-Lan: Naja, die Schüler haben gesagt, sie hätten es satt, immer nur als Stichwortgeber für die Geschichten der Weisen zu dienen. Wenn wir was zu erzählen hätten, sollten wir endlich von diesem blöden Schüler-Lehrer-Setting runterkommen.

Laerion: Ach! Ich dachte, philosophische Bücher kann man nur so schreiben...?!

Gobba-Lan (unbehaglich): Kannst Du nicht einfach erzählen, wie's heute war?

Laerion Naja. Schön, dass ich überhaupt mit dem A.... in die Luft kam, aber die Sicht war nicht so toll, und Richtung Westen, wo ich eigentlich hinwollte, zog sich's immer mehr zu.


Gobba-Lan: Trotzdem ein schönes Bild.

Laerion: Ich klage auch nicht. Was mir auffiel ...

... ist, dass ich, egal wie der Flug war, mich jedes Mal ein bisschen mehr in den Apparat verliebe. Es ist natürlich kein Lebewesen, aber das gemeinsame Erleben schweißt zusammen. Es ist unzweifelhaft: Das Ding hat eine Seele.

Gobba-Lan (hüstelt): -

Laerion (hastig): Und dieses Foto habe ich auf dem Rückweg geschossen. Ich nenne es 'Abendsonne und Regen'.


Gobba-Lan: Ich frage mich, wieso. (Leise, zu sich:) Nächstes Mal schicke ich wieder einen Schüler...







Sonntag, 21. März 2021

Was zur Hölle?

 

Der Fürst von No fragte Vai-car, die Alte Weise, was die Hölle sei und wo sie liege. 

Vai-car sagte: "Die Hölle ist in Dir. Sie ist das Leiden, dass Du Dir selbst bereitest. Krieg, Gewalt, Krankheit, Schmerzen, Verlust lieber Menschen, das sind Dinge, die richtig beschissen sind, aber sie sind nicht die Hölle, denn sie kommen von außen. 

Hölle kommt von innen. Wenn Du Dein Leben falsch lebst, ob aus Gier, aus Feigheit, aus Faulheit oder aus Dummheit, wenn Du ständig an dem vorbeilebst, was Du eigentlich willst und bist und wenn Du Dich deshalb dauerhaft mies fühlst, aber glaubst, dass Du nichts ändern kannst oder willst oder musst, das ist die Hölle. Und der tiefste Kreis der Hölle ist erreicht, wenn Du nach vielen Jahren zurückschaust und viel zu spät feststellst, dass Du ohne Not Dein ganzes Leben verkackt hast, weil Du falschen Werten hinterhergerannt bist und weil Du viel zu viel darauf geachtet hast, was die Leute denken und weil Du zu feige und zu dämlich warst - und Du nichts davon reparieren kannst."

Der Fürst von No erbleichte: "Und man kann nichts tun, um dem zu entfliehen?"

"Nöpp", antwortete Vai-car, "das Einzige, was Du machen kannst, ist, auf der Stelle, in genau diesem Moment, aufzuhören, Deine kleine Privat-Hölle immer weiter auszubauen."

"Aber ich bin alt und habe nur noch wenige Jahre zu leben!"

"Ein gutes Argument, ziemlich hurtig damit anzufangen, ein freies, menschenwürdiges Leben zu leben, oder?"  


aus: Thylni Nidnovi (Hg.): Das Buch von der Weite von Himmel und Erde (BdW); Band II: Definitionen; Aarsfurt; 512 v. Metis; S. 1344.




(via wiki commons)
Hölle 1180











 

Samstag, 20. März 2021

Kalamitäten


"Es gibt verschiedene Arten, wie ein Herrscher seine Armee ins Unglück stürzen kann. Eine Art ist, wenn er die Tatsache nicht bemerkt, dass eine Armee seinen Befehl nicht ausführen kann. Dies nennt man eine Armee in Kalamitäten bringen."  Sun-Zi: Die Kunst des Krieges, 500 v. Chr.

Aus Grund.



(verändert via wiki commons)









Samstag, 13. März 2021

Metaphern-Müll


Schüler: Oh Meister, in den Büchern steht so viel geschrieben von den Alten Meistern und ihrer grenzenlosen Weisheit. Wie wird man Alter Meister?

Gobba-Lan: Eine gute Voraussetzung ist, nicht allzu früh zu sterben. 

Schüler: Wenn meine Frage Euch zu naiv erscheint, sagt es einfach!

Gobba-Lan (verneigt sich): Verzeih' meine Antwort, sie war unwürdig. Vergiss die "Alten Meister". Es hat sie nie gegeben. Die Sprüche sind Zuschreibungen. Man brauchte einen Kristallisationskern, um eine Reihe einzelner Erkenntnisse in einen Zusammenhang zu bringen. 

Schüler (erstaunt): Es hat die Alten Meister nie gegeben? 

Gobba-Lan: Nein, sie sind eine reine Metapher. Und als solche wenig hilfreich. Die Leute neigen so sehr, die fiktive Figur nachzuäffen oder, schlimmer noch, anzubeten, statt sich um das Wesentliche zu kümmern. Kennst Du den Spruch: "Ein Narr ist, wer auf den Finger schaut, der zum Mond weist."?

Schüler: Ja, natürlich. 

Gobba-Lan: Ich gebe zu, dass es schwierig ist, eine Sache zu beschreiben, die per defintionem außerhalb der Grenze des Sagbaren liegt. Nur ein Beispiel: Wie sehr vermeiden wir die Bezeichnung "Taoismus", weil wir wissen, dass, sobald Du ein Wort prägst, die Sache von vorne bis hinten korrumpiert ist und korrumpierbar bleibt. 

Ich nehme an, spät-bronzezeitlichen Wüstennomaden ist es genau so ergangen: Wahrscheinlich  wollten sie nur das Unfassbare des nächtlichen Wüstenhimmels beschreiben und fanden das Wort "Jahwe", was wir heute vielleicht ganz banal mit dem vor-sprachlichen "Boah, ey!" übersetzen würden. Was hat sich draus entwickelt? Die drei mörderischsten, faschistoidesten, menschenfeindlichsten, egomanischsten und machtgierigsten Glaubenssysteme der Weltgeschichte, die abrahamitischen Religionen. Das ist das Resultat, wenn Du versuchst, eine Ahnung von einer für uns unfassbaren Ganzheitlichkeit in Metaphern zu fassen. Die Metaphern werden ganz schnell toxisch.

Schüler (schweigt): .



(stark verändert via wiki commons)
Klar, bei sonnem Job fängste schon am Denken an ...












Montag, 8. März 2021

Die Geschichte hinter dem „Buch von der Weite des Himmels und der Erde“.


1786 rüsten die französische „Société des gens de lettre de Montglane-sur-Mer“ und die „Norddeutsche Naturphilosophische Gesellschaft zu Neuhafe“ eine gemeinsame China-Expedition unter der Leitung des Marquis de Poignée aus. Aufgabe der Expedition ist, in China Belege für die Existenz aufklärerischen und humanistischen Gedankengutes in den Schulen fernöstlicher Philosophie zu finden.




(verändert via wiki commons, Kunstdruck nach einer Lithographie)
Marquis Joaquin de Poignée, 1783
 

Über die Expedition selbst wissen wir sehr wenig, nur zwei Briefe Poignées sind erhalten, in denen er einen außerordentlich erfolgreichen Verlauf der Expedition beschreibt. In vier großen, kupferverkleideten Seekisten und zwei Fässern werde er Material zurückbringen, welches das höchste Interesse der naturforschenden Freunde in Frankreich und Deutschland erwecken würde.

Bei seiner Rückkehr nach Europa, Anfang Dezember 1790, durchkreuzt jedoch die französische Revolution die Euphorie. Wenngleich der Marquis nur dem niederen Adel angehört, sind seine Person und sein Besitz gefährdet, somit auch die "Beute" der Expedition. Nur kurz ist daher sein Aufenthalt im Hafen von Montglane-sur-Mer an Frankreichs Westküste. Die Mitglieder der „Société des gens de lettre de Montglane-sur-Mer“ beschließen unverzüglich, das Schiff, die "Minerva", nach Neuhafe in Norddeutschland weitersegeln zu lassen, um die kostbare Fracht dortselbst im ehemaligen Kloster und nunmehrigem Sitz der „Norddeutschen Naturphilosophischen Gesellschaft" sicher zu verwahren, zu sichten und zu katalogisieren.


(via wiki commons)
Die "Minerva" um 1770. 
Für die China-Expedition 1786 wurde sie teilweise demilitarisiert, 
insbesondere das untere Geschützdeck wurde zurückgebaut, 
die Stückpforten verschlossen.

 
Trotz widriger Wetterbedinungen im Kanal erreicht die "Minerva" am 23. Dezember 1790 die ostfriesische Küste, die Einfahrt in den Hafen von Neuhafe gelingt dem verhältnismäßig großen Schiff jedoch nicht, und so beschließt man, auf nördlichere Winde und die kommende Flut zu warten. Das Schicksal kann zuweilen zynisch sein: Ein Sturm aus nördlichen Richtungen drückt die "Minerva" gegen die Küste, wo sie im Schlickwatt neben der Hafeneinfahrt festkommt und von den Naturgewalten zerschlagen wird. 


(via wiki commons)
Ein Stich von "der fast übernatürlich hohen Wasserflut" 1790. 
Im Hintergrund rechts, 
knapp unterhalb der Horizontlinie 
das Wrack der "Minerva".


Nur drei Matrosen können sich retten, der Marquis de Poignée bleibt vermisst. Auch der Großteil der Ladung, vor allem die wertvollen Erträge der Expedition scheinen für immer verloren.

230 Jahre später, im Herbst des Jahres 2020, macht dann ein alter Provinzlehrer bei einem Spaziergang  im Wattenmeer vor der ostfriesischen Küste eine überraschende Entdeckung ...

(Fortsetzung folgt.)