Angriffskrieg gegen den Iran. Der Trumpismus will das Öl, spannt Netanjahu vor den Karren, damit man das Totschlagargument "Antisemitismus" bringen kann, falls jemand Menschen- und Völkerrecht ins Spiel bringt. Netanjahu braucht jeden Krieg, denn sobald um Israel herum Frieden ausbricht, muss er in den Knast, verurteilter Verbrecher, der er, genau wie Trump, ist.
Dass da Menschen sterben, huuuch, sogar vier Amis, also "richtige" Menschen, nicht nur irgendwelche Araber-Bimbos, ist aller Welt shyceegal. Aber dass hier bei uns die Benzinpreise explodieren und die Gaspreise, das ist ja voll doof.
Nein, ist es nicht. Oder höchstens nur aus der Perspektive der Kreaturen ganz unten in der Nahrungskette der Weltwirtschaft, also der berühmten 99 Prozent. Ganz oben, bei den echten Global Players der Energie-Branche, denkt man anders: "Geil, dank des us-israelischen Angriffskrieges gegen den Iran können wir so tun, als würde Öl knapp. Damit können wir weltweit Preissteigerungen verordnen, von denen wir sonst nur träumen könnten. Wir vergolden uns den Arsch."
Etwas unterhalb dieser Ebene und in anderen Marktsegmenten fürchtet man natürlich temporäre Umsatzeinbußen, weil die unteren 99 Prozent ja so arm sind, dass sie jeden Cent nur einmal ausgeben können, und wenn der für Öl draufgeht, bleibt nicht so viel für Klamotten, Essen etc.
Überteuerter Sprit kann natürlich nur eine Zeit lang durchgehalten werden, andernfalls könnten auch die dümmsten Proleten auf die Idee kommen, dass E-Mobilität, gespeist aus erneuerbaren Energiequellen, doch keine so ganz doofe Idee ist.
Apropos "Erneuerbare": Die Spritpreise sind wesentlich, denn die sieht und spürt dy Normalverbrauchy tagtäglich. Die Energiekosten für's Heizen spürt man nur bei der Jahresabrechnung. Und die Aufmerksamkeitsspanne der 99 Prozent beträgt etwa 11 Sekunden, so what?!
Die einzig richtige Perspektive auf den Angriffskrieg gegen den Iran und überhaupt ist aber die Sicht der dominierenden Finanzkonzerne wie Blackrock, Vanguard und Konsorten. Die stehen so weit über den Dingen, dass es ihnen komplett wurscht ist, ob der Profit eher im Energiesektor oder doch eher in anderen Bereichen gemacht wird. Wen interessiert's, ob, sagen wir, Shell oder BP oder die RWE abkacken? Erstens kann man auf den internationalen Finanzplätzen auch an abkackenden Konzernen Geld verdienen, zweitens bedeutet "Abkacken" in diesem Zusammenhang ja nur, dass Investitionsvolumina profitoptimiert von einem Ort zu einem anderen wandern.
Oder hast Du geglaubt, die Superreichen würden ärmer, wenn die Weltwirtschaft die Grätsche macht?
Überraschenderweise steht es uns Erdnuckeln hier, am untersten Ende des Kapitalismus offen, die selbe Perspektive einzunehmen wie die ganz oben: Wir müssen einfach mit heiterer Gelassenheit hinnehmen, dass wir mehr für Sprit und Gas bezahlen müssen, und dann müssen wir
- brutalstmöglich auf Sprit und Gas verzichten, die Fossil-Energiekonzerne somit ganz bewusst boykottieren und
- da wir dennoch wahrscheinlich weniger Geld zur Verfügung haben werden, den allgemeinen Konsum radikal einschränken, und zwar dauerhaft.
Die Idee ist nicht neu und nicht von mir. Man nennt das "Konsumverzicht". Schade, dass wir 99 Prozent als Solidargemeinschaft im Gegensatz zu dem 1 Prozent zu schwach, zu feige und zu blöde sind, so etwas solidarisch durchzuziehen, die Wirkung wäre eine ungeheu're.










