Samstag, 23. Mai 2026

Eigentlich logisch.

 

Seit Jahren und Tagen plage ich mich mit den Fragen, warum so viele funktionierende Demokratien über die Klinge springen und warum die Leute, die davon am übelsten betroffen sind und als Wählerys ja eigentlich auch die Einzigen wären, die etwas dagegen tun müssten, mehr oder weniger teilnahmslos oder sogar zustimmend zuschauen.

Bei der zweiten Frage schmeiß' ich immer noch blank. Ich werfe dem Wahlvolk Dummheit und brechreizerregende Faulheit vor, aber eigentlich ist das nur ein Ausdruck meiner totalen Rat- und Fassungslosigkeit.

Bei der ersten Frage bin ich allerdings einen Gedankenschritt weiter gekommen: Das reichste  Prozent der Menschheit besitzt über 40 % des Vermögens der Welt, die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung besitzt gemeinsam nicht mal 2 %. Und die Schere geht immer schneller immer weiter auf.

Das ist ein so unfassbar perverser, unvernünftiger, verabscheuungswürdiger Sachverhalt, dass die Reichen zurecht befürchten müssen, dass demokratische und einigermaßen humane Gesellschaften da irgendwann nicht mehr mitmachen, egal, wie sehr Du die Massen mit Brot & Spielen korrumpierst und mit SM sedierst.

Was Trump in den U.S. macht, ist nicht dumm, es ist die konsequente Fortsetzung dessen, was ein Gesellschaftssystem braucht, dass ausschließlich (!) auf ungehemmter Gier basiert. Die Demokratie war dem Kapitalismus nützlich, da sie den Massen vorgaukelte, sie würden irgendwie wohl mehrheitlich wollen, was die wahren Macht-Habenden dekretierten.

Diese Illusion ist angesichts des weiterhin explodierenden Reichtums einiger weniger auf Dauer nicht mehr durchzuhalten. Und deshalb haben die Superreichen kein Interesse mehr an demokratischer Willensbildung. Und deshalb unterstützen die Superreichen gerade jede Person und Institution, die gegen die Regeln der Demokratie bombt, sei es real oder metaphorisch. Trump macht's vor, und schaut, wie die Reichen ihn nach Kräften  pampern. 

Und unsere Regierung äfft es nach, nennt ihre erbärmliche, sklavische, speichelleckerische Abhängigkeit von den Konzernen "Wirtschaftskompetenz" und schert sich mittlerweile auch einen Dreck um die Einhaltung von Gesetzen, Verträgen etc. 

Das ist ganz einfach erklärbar und logisch und schlüssig.

Es bleibt die Frage, warum wir, die 99 %, nicht längst kämpfen.  



Barrikade in Berlin, 1848
(verändert via wiki commons)





Freitag, 22. Mai 2026

Endlich wieder: Luft unter'm Flügel!

 Boah, endlich mal wieder!

Dieses Blau! Dieses Grün! Diese Weite! Sagte ich das schon mal? Wirklich? Schon 2.345 Mal? Egal. Es stimmt jedes Mal! ↓



Die Gegend nördlich Barssel ist an sich ... auf den ersten Blick nicht sooo spannend. Bestimmt muss ich sie nur besser kennenlernen. ↓


Linien, die sich am Horizont verlieren, sind sowieso immer ästhetisch aufgeladen. ↓



Auf diesem Post-Flight-Bild sind nochmal sehr schön aerodynamische und geometrische Schränkung der Tragfläche zu sehen. ↓ 

Manche Leute beömmeln sich über den "Turm" auf der Tragfläche, der dem Gerät so eine Anmutung der Flugzeugkonstruktionen vor dem Ersten Weltkrieg verleiht. 

Das Statement, das heutzutage dahinter steht, lautet aber: "Diese Fläche ist zum Langsamfliegen gemacht. Bei 70 km/h ist der Luftwiderstand nur ein Viertel so stark, wie bei 140 km/h und nur ein Neuntel so stark wie bei 210 km/h. Bei 70 km/h spielt so ein Turm keine große Rolle." Vor allem, wenn man das Gebramsel betrachtet, das unter der Fläche hängt.



(Etrich-Rumpler-Taube um 1911 - verändert via wiki commons)










Donnerstag, 14. Mai 2026

Noch 'n Memo an die Nachgeborenen


Noch 'n Memo an die Nachgeborenen, so in 50, 100 Jahren, falls dann noch jemand lesen kann und mag.

Natürlich ist es allein Eure Aufgabe, die Ursachen für die Misere zu finden, die wir Euch eingebrockt haben. Da mische ich mich nicht ein, denn Zeitgenossys sind stets am wenigsten geeignet, ihre eigene Zeit zu analysieren. 

Aber ich erlaube mir ein paar Stichworte, ganz und gar unverbindlich, zur Lage im Jahre 2026 in Toitschland. Macht damit, was Ihr wollt.

Die ganz überwältigende Mehrheit der Leute war ziemlich dumm. Es gab kein breitgefächertes humanistisches Bildungsideal mehr. Allgemeinbildung galt zunehmend als uncool, spießig, elitär, verdächtig. Die sogenannten "allgemeinbildenden" Schulen bedienten nur noch kapitalistische Verwertungsinteressen in stark retardierenden Lehrplänen - chancenlos gegen das Ideal der hohlen Konsumismus-Blödheit, die im Interesse der reichsten und mächtigsten 0,5 Prozent in den SM und per KI propagiert wurde.

Spätestens seit Anfang 2025 hatte sich die herrschende politische Klasse komplett (im Sinne von "absolut", "ohne Einschränkung", "total", "rückstandslos") von den Beherrschten emanzipiert und sich ganz offen und unverhohlen und bedingungslos dem Diktat der Konzerne untergeordnet. Politische, d.h. wirtschaftspolitische Kompetenz war identisch mit "im Dienste des ungehemmten Profitinteresses der global Players".   

Ein Ausdruck dieser Entwicklung war, dass man 95 Prozent der Bevölkerung immer häufiger und immer deutlicher vorwarf, sie seien faule, nichtsnutzige, dumme, wehleidige, kranke, alte, feige Weicheier und dass es nicht Aufgabe des Staates sei, derartige Loser-Zecken weiter durchzufüttern. 

Fragt mich nicht, warum die CxU- und SPD-Schranzen überhaupt noch gewählt wurden, ich weiß es nicht. 

Dann kamen die Nazis. Die dachten noch viel abfälliger über das deutsche Volk, waren aber so pfiffig, das nicht so deutlich zu sagen. Stattdessen sagten sie: "Ja, Ihr seid allesamt dumme, faule  Loser-Zecken, aber Ihr könnt trotzdem stolz sein, denn Ihr seid toitsche dumme, faule  Loser-Zecken, und damit seid Ihr etwas ganz besonders Großartiges! Ihr seid unendlich viel mehr wert als die dummen, faulen Loser-Zecken, die nicht in Toitschlant wohnen. Die anderen Parteien haben Euch gar nicht lieb, aber wir, wir haben Euch lieb. Also wählt uns, Ihr dummen, faulen, toitschen Loser-Zecken!"

Und wenn man von allen Seiten immer nur Verachtung erfährt, und dann kommt jemand, der so tut, als sei man wichtig und toll, dann wählt man diejenigen eben.

So einfach!


(stark verändert via wiki commons)

... und das klappt JEDES Mal!






 


Dienstag, 12. Mai 2026

Wir lernen nicht, wir machen's immer wieder.

 

Die "Diplo", die Deutsche Ausgabe der "Monde diplomatique", bringt in der aktuellen Ausgabe Mai 2026 auf Seite 20 einen Artikel über aktuelle Veränderungen beim internationalen Kokainschmuggel ("Die neue Kokain-Route"). 

Tenor: Die Staatshaushalte vieler kleiner Staaten entlang der Schmuggelrouten von Südamerika nach Europa haben nur einen Bruchteil der Ressourcen, die den großen kriminellen Akteuren des Drogenhandels zur Verfügung stehen. Das macht Korruption auf allen Ebenen vom Hafenarbeiter über den Sicherheitsapparat bis zur jeweiligen Staatsführung sehr einfach und eine angemessene technische Ausstattung der Kräfte zur Drogenbekämpfung praktisch unmöglich. Diesem Umstand passen sich die Routen der Schmuggler an und so weiter ...

Ich mag die "Diplo" so sehr, weil sie stets sachlich (und mit validen Quellenangaben!) über die Fakten informiert, sich aber mit marktschreierischen Appellen zurückhält.

Aber.

Eine Analyse, die nur Herstellung und Transportwege betrachtet, verleitet zu falschen Schlussfolgerungen. Es wird komplett ausgeblendet, dass die zu bekämpfende Ursache aller  weltweiten Drogenkriminalität darin liegt, dass es in der sogenannten "westlichen Welt" viel zu viele Menschen gibt, die viel zu reich sind und viel zu gelangweilt, zu blasiert, zu dekadent und denen es scheißegal ist, was sie mit ihrer Kokserei anrichten. 

Man kann das nicht klar genug sagen: Das Problem sind nicht die armen Schweine, die Koks herstellen oder transportieren, oft, weil sie wirtschaftlich keine andere Chance haben. Das Problem sind auch nicht die bösen Kartelle, die all das organisieren und die sich immerhin mit dem saublöden Argument rausreden "Tät ich's nicht, tät's ein anderer¹". 

Das Problem sind die Konsumentys, die den ganzen Dreck wieder und wieder und immer üppiger finanzieren und die weder das eine noch das andere Argument geltend machen können.

Warum rege ich mich auf? Weil die selbe diskursive Verkürzung auch in der sonstigen Politik stattfindet: Oje, die Faschos werden allüberall stärker, schlimm, schlimm! Das liegt bestimmt an den SM, an Telegram, Whatsapp, Insta, X, TikTok. Und an Putin! Und an Trump! Und an den Chinesen, den Juden, den Evangelikalen, den Islamisten, den Grünen, den Kommunisten, den Homos und jetzt natürlich an der Straße von Hormuz, ja, genau ... Da kann man gar nicht genug Bomben draufschmeißen ... 

Diese Art der "Ursachenforschung" ist nicht nur inhaltlich Schwachsinn, sie verhindert darüberhinaus auch die korrekte Diagnose: Die Leute hier, wir, sind einfach zu doof! Zu denkfaul. Zu korrumpiert. Warum kritisiert das niemand? Warum fordert niemand von unserem Schulsystem ernsthaft, man müsse brutalstmöglich-kritische Geister erziehen? Warum schreien wir nicht laut auf, wenn jemand eine KI-generierte Tiktok-Insta-"Meine-Influencerin-hat-gesagt"-Meinung raushaut?

Wie kann man Trump wiederwählen? Die CxU? Nigel Farage feiert fröhliche Urständ, die doitschen Nazis ebenfalls ... Wir müssen dringend aufhören, irgendwelchen außenliegenden Dingen die Schuld zuzuschieben. Wahrscheinlich trifft der Verdacht zu, dass die Putin-Junta und die Trump-Camarilla gleichermaßen versuchen, Europa auseinanderzutreiben, dass sie dazu SM, Palantir und sonstigen Flausch einsetzen und die Nazis pampern.

Aber bitteschön: Wie doof muss man als Europäery sein, wenn man sich davon beeinflussen lässt und so willig brutalst gegen die eigenen Interessen arbeitet? 

"Ich habe mir mit einem stumpfen Gegenstand mehrfach kräftig auf den Kopf geschlagen, weil Trump/Putin/Spahn/Erdogan/Xi gesagt haben, ich würde mich danach fantastisch fühlen!" Wer macht sowas?!

Äh ... ja ... wir. Wir machen sowas. Immer wieder.




(verändert via wiki commons)
Wenn der das sagt, wird ja wohl was dran sein.
Ich mein, sonst würd' er's ja nicht sagen.





¹ Nein, ich gendere hier nicht. Dy geneigte Lesy möge sich fragen, warum!






Dienstag, 5. Mai 2026

Selbstbeobachtung: Wir sind im Arsch!

 

Habe gerade viel über die Anwendung von Vernunft gelernt.

Vorweg: 

  1. Mein 120-kg-Trike ist das beste und schönste und tollste Flugzeug der Welt. Aber es liegt in der Natur "Leichter Luftsportgeräte", windempfindlich zu sein. 
  2. Der Flugplatz Barssel ist ganz großartig, die Piste, die lieben Menschen, alles tipptoppi. Aber er weigert sich mehr als andere Plätze, den Profi-Prognosen des DWD zu entsprechen. Man muss schon hinfahren und sich selbst ein Urteil bilden.

Unabhängig von dieser Vorrede ertappte ich mich gestern bei folgendem 

Innern Monolog:

"Hm, in den letzten Tagen waren die Wetterbedingungen immer so ein bisschen sehr auf der kackigen Seite. Und in den nächsten Tagen soll's auch wieder ... mehr so böööh. Heute Nachmittag ist auch nicht ganz prickelnd ... aber besser als vorher und die nächsten Tage .... Nochmal genau prüfen ... Naja, doll ist das nicht. Aber egal, das muss jetzt einfach mal klappen. Sonst kommste ja zu überhaupt nix ... Man muss üben und die Grenzen ein bisschen weiter rausschieben ... Außerdem warst Du in den letzten Tagen so lieb, hast Dich so vernünftig zurückgehalten. Da haste jetzt auch einfach mal Anspruch drauf, dass das klappt."

Dann vor Ort: "Boi-o, das ist aber stellenweise echt böig, oder?! Egal, der Wind steht ja in der Bahn ... so ähnlich ... 30, 40, 50 Grad von rechts ... Naja, 30 sind keine 90 ... 90 wär blöd. Aber 30? Außerdem biste jetzt hier, wär' ja doof, jetzt einfach wieder weg ...und sooo schlimm ist das doch gar nicht. Und wenn doch, kannste ja wieder landen ..."

Rest in Kürze: Start ok. Leider hatten die Bauerys die Felder frisch gepflügt. Diese schwarze, feuchte Erde erzeugt eine Hammer-Thermik. Aber in 600 ft schon die ersten Wolkenfetzen. Die waren eigentlich für 2.000 ft angesagt. Das, liebes GAFOR, ist niemals "Oscar", wie Du versprochen hast, never ever. Und die Landung war dann auch shyce ruppig.

Auswertung:

Selbstbetrug 1: Wenn Du lieb / vernünftig / triebverzichtig bist, hast Du eine Belohnung verdient. Diese Fehlannahme basiert eindeutig auf einem Erziehungsfehler.

Selbstbetrug 2: Wenn eine Serie von gleichartigen Ereignissen bzw. Ergebnissen stattfindet, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das nächste Ergebnis anders wird. (Spielerfehlschluss)

Selbstbetrug 3: Automanipulation mit der schlimmeren Alternative. Du kannst immer eine Steigerung zum Schlechten konstruieren - und das Nicht-Stattfinden derselben als positives Argument verkaufen.

Selbstbetrug 4: Konstruierte Pseudo-Sachzwänge ("Jetzt biste schonmal hier...") haben nichts mit den fraglichen Sachverhalten (Wetter fliegbar oder nicht?) zu tun.

Anwendung:

Selbstbetrug 1: Es gibt ja schon so viel nachhaltige Energieproduktion, mein Haus ist energetisch saniert, die Wärmepumpe geordert - da kann ich dann auch beruhigt SUV fahren, in den Urlaub fliegen und Kreuzfahrten machen.

Selbstbetrug 2: Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer, globale Konzerne sind die wahren Macht-Haber, die Starken bedrohen die Schwachen, statt sie zu schützen, die regelbasierte Ordnung geht den Bach runter, Umwelt, Klima - alles geht kaputt. Aber das kann doch so nicht weitergehen. Das geht doch gar nicht. Da wird sich schon was ändern ... bald ... muss ja ...

Selbstbetrug 3: Jaaaa, Spritpreise gehen durch die Decke, aber immer noch unter 3 Euro. Und überhaupt: Wir sollten froh sein, dass es überhaupt noch Sprit gibt. Das war ja durchaus nicht immer ganz sicher.

Selbstbetrug 4: Ja, Kapitalismus heißt, dass die ungehemmte Gier nach Macht und Geld einziger ethischer Maßstab ist. Und jeder Depp begreift, dass es angesichts begrenzter Ressourcen kein unbegrenztes Wachstum geben kann - aber was sollen wir denn machen?

Conclusio:

Unsere Fähigkeit zum Selbstbetrug ist stärker als unsere angebliche und vielbeschworene Vernunft. Wir sind im Arsch.



Innenansicht meines Antriebs.
Instandsetzung durch Berndt Z. aus B.
Foto von mir. Fotobearbeitung von mir mit paint.net.
Eingefärbt mit Hilfe einer KI.










Samstag, 2. Mai 2026

Auch mal wieder das Gute sehen: D.T.

 

Alle hacken auf Trump rum. Dabei werden zwei wesentliche Dinge übersehen:

Erstens: Trump, ein verurteilter Vergewaltiger, ein Betrüger und notorischer Lügner, pathologischer Egomane etc. etc., wird trotz allem gewählt und wiedergewählt und wiedergewählt, bis es keine Wahl mehr gibt. Das hat er bereits 2016 prophezeit, und 10 Jahre später wissen wir, dass er recht hat. 

Dabei ist nicht die Person D.T. relevant, die ist einfach nur krank und / oder verdorben. Wir müssen endlich den Blick auf die Ursachen lenken, fragen, warum die Mehrheit der Wählerys nicht auf die Barrikaden geht. Das Problem existiert ja nicht nur in den U.S. of A., auch bei uns erlauben sich die Herrschenden Ungeheuerlichkeiten gegenüber der Gesellschaft, ohne entsprechend belangt zu werden.

Es ist gut, dass Trump und Merz und Reiche und Linnemann und Klingbeil und die Lobbyisten ... und ... und ... die Grenzen dessen, was die dumpfe Masse widerstandslos zu ertragen bereit ist, ausreizen. Die bisherigen Ergebnisse sind zwar traurig und beängstigend, aber Forschung sollte erstmal frei von Bewertungen sein, wenn wir festhalten: Wir haben immer die Herrscher, die wir aufgrund unserer Faulheit und Korrumpierbarkeit verdienen!

Zweitens: Trumps Kündigung der regelbasierten Weltordnung, die Ölkrise infolge des Irankrieges, explodierende Energiepreise, folglich explodierende Konsumpreise, all' das bringt die Menschen dazu, weniger Auto zu fahren, weniger zu konsumieren, sät endlich das notwendige Misstrauen in die Fossilwirtschaft, befeuert die E-Mobilität usw. usw. 

Jetzt "droht" Trump mit dem Abzug der US-Soldaten aus Deutschland und zieht tatsächlich die ersten 5.000 von etwa 36.400 ab. Juhuu, der Damm ist gebrochen! Ab jetzt kann die Zahl der hier stationierten US-Truppen nur noch in eine - sehr erfreuliche - Richtung gehen, alles andere wäre gleichbedeutend mit einem Gesichtsverlust für die Amis. 

Also insgesamt: Ich find's großartig! Das sind doch alles Entwicklungen, die unser Land und unser Planet braucht. 

Irgendwann wird die globale Unzufriedenheit vielleicht zu einem großen Knall führen, dazu, dass die Super-Reichen massakriert werden. Das ist zwar grausam und unappetitlich und wird viele "Kollateralschäden" verursachen, aber auch nicht schlimmer als die Massaker, die gerade im Namen der Stärksten an den Schwächsten und Ärmsten durchgezogen werden.



(verändert via wiki commons)
Dem Schädel im Massengrab sieht man's nicht an, ob reich, ob arm, ob gut, ob böse.
Wir nehmen  Massenmorde und Massengräber mit ekelerregender Gelassenheit hin.







Mittwoch, 29. April 2026

Nur Info: Gönnung

 

Freude, schöner Götterfunke, es beginnt die Jahreszeit, in der die Temperaturen uns wieder größte textile Freiheiten erlauben.  

Warum ich es bevorzuge, nackt zu leben, habe ich hier bereits vor einem Jahr beschrieben, und ich will das nicht wiederholen. Deshalb nur kurz zur Erinnerung die Stichworte einer Erörterung, wie wir's in der Schule gelernt haben:

Contra-Argumente

  1. Verstößt gegen normative Erwartungen, und das könnte Leute irritieren.
  2. Verletzungsgefahren
  3. Mögliche Trauma-Trigger

Pro-Argumente

  1. "Freiheit ist ein Gut, das durch Gebrauch wächst und durch Nicht-Gebrauch schwindet." R.v.Weizsäcker
  2. Free your body, your mind will follow.
  3. Achtsamkeit
  4. Wohlgefühl


Gewichtung der Argumente

Contra 1.: Mirdochegal. Nein, ernsthaft: Soziale Normen sind Konstrukte. Lest Oliver Königs Buch "Nacktheit". Eine sachliche Dekonstruktion, auch methodisch vorbildlich. Wenn Leute dann immer noch irritiert sein WOLLEN, dann ist denen ohnehin nicht zu helfen.

Contra 2.: Ja, es gibt ganz hinten in meinem Garten ein paar -zig Quadratmeter, die ökologisch wertvoll so verwildert sind, dass ich da, wenn überhaupt, nur mit Gummistiefeln reingehe. Finde ich großartig, dass meine Nacktheit mir auf diese Weise Respekt vor dem, was da kreucht und fleucht, abfordert.

Dann gibt es noch die Hautkrebsgefahr. Im Schnitt sollte man die Haut nicht mehr als 20 min pro Tag dem Sonnenlicht exponieren, das wären etwa 122 Stunden pro Jahr. In Norddeutschland. Ha, Ha, sehr lustig.

Contra 3.: Das einzige Argument, das ich wirklich ernst nehme. Eine Sache der Kommunikation. Wenn meine Nacktheit für mir werte Menschen ein Trigger sein sollte, werden wir Wege finden. 

Pro 1.: Selbsterklärend. Sehr wichtig! Immer wichtiger in dieser, unserer sich zunehmend entdemokratisierenden Kack-Welt!

Pro 2.: Ganz ehrlich: Das ist für mich ein ganz wesentlicher Punkt, vielleicht sogar der wichtigste. Wenn Du in irgendeinem Punkt beginnst, gegen gesellschaftliche Normen zu verstoßen, die Du nach genauer Prüfung als total vernunftwidrig erkannt hast, dann hast Du so viel Spaß, dass Du immer weiter machst. Je heftiger Du die Normen internalisiert hattest, desto krasser der Erkenntnisgewinn.

Pro 3.: Du kannst Dir vor einem Waldspaziergang die Augen verbinden und Ohren und Nase verkorken. Aber was willst Du dann im Wald? Du kannst auch Klamotten anziehen und Dich der Wärme der Sonne und dem warmen Streichelwind und den kühlenden Schatten aussetzen. Aber was soll das?

Pro 4.: Zum x-ten Mal: Nacktheit hat nichts mit Sex zu tun. Punkt. Aber Nacktheit fühlt sich gut an. Definiere "Wohlgefühl" versus "Sexualität" (und frage anschließend, ob das Wort "versus" an dieser Stelle überhaupt Sinn ergibt).

Auswertung / Fazit: Jaja, blabla. Ich muss hier ja nicht ALLES vortanzen. Selberdenken macht schlau.










Dienstag, 28. April 2026

Selbst-Gerechtigkeit leicht gemacht

 

Soso, 81 Prozent der Dottschen meinen, der Wohlstand in Dottschland sei ungerecht verteilt. Man schaue sich die Einzelergebnisse der ARD-Umfrage an, und dann, bitte, bitte, überzeuge man mich, dass folgende Aussagen unwahr sind, dass sie nur Ausdruck der zynischen Weltsicht eines desillusionierten alten Drecksacks sind:

  1. Es geht den Befragten nicht um Gerechtigkeit. Es geht nur darum, dass die 81 Prozent sich nicht reich genug fühlen und gerne genau so reich sein wollen, wie die richtig reichen Reichen.
  2. Würden die 81 Prozent zu den reichen Reichen gehören, wäre ihnen das Thema "Gerechtigkeit" shyce-egal und sogar außerordentlich lästig.
  3. Würde man den 81 Prozent das Geld vorne und hinten reinstopfen, würde man sie in die Lage versetzen, hirnlos, hemmungslos und grenzenlos zu konsumieren, wäre ihr Gerechtigkeits-Geschwurbel schnell verstummt. 

Beweis 1:

CxU-Parteien werden trotz ihrer Schelte sozial Benachteiligter und brutalster Kürzungen in unserem Solidar-System gewählt. Trotz Merz, Reiche, Linnemann, Spahn und Konsorten. Und wenn die nicht "liefern", dann ist man allzu bereit, die freiheitliche Demokratie zugunsten des Faschismus' zu opfern - oder großkotzig damit zu drohen. Grüne und Linke, die wenigstens ein klitzebisschen an den unsolidarischen Strukturen kratzen würden, werden abgestraft.

Beweis 2:

Niemand kritisiert, dass die Befragung nur die dottsche Nabelschau zulässt. Wir sind reicher als 95 % der Weltbevölkerung. Seltsam, dass niemand diese ungerechte Wohlstandsverteilung in den Blick nimmt, oder? Wer glaubt, die Dottschen hätten diesen Vorsprung mit fairen Mitteln erarbeitet, der muss auch glauben, unsere Superreichen hätten ihre Multimilliarden mit ihrer eigenen Hände ehrlicher Arbeit erworben. 

Die Verkürzung der Perspektive ist unredlich und schädlich. Sie verhindert eine exakte Analyse der Ursachen und folglich die Entwicklung einer angemessenen Lösung. Wir haben uns an die globale Ungerechtigkeit gewöhnt, haben sie internalisiert und leben gut mit und von der fortgesetzten Ausbeutung der sozial Schwächeren. Gerechtigkeit zu fordern, setzte voraus, Gerechtigkeit zu üben.

Analogie:

Als Pauker habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass der überwältigende Großteil aller Eltern vehement für "Chancengleichheit" kämpft, solange ihre F1-Generation in der Grundschule steckt. Sobald die Gören es auf's Gymnasium geschafft haben, kann der Laden gar nicht exklusiv (d.h. "ausschließend") genug sein. Selbst kooperative Schulformen (KGSn/IGSn) werden tunlichst gemieden, wie etwas, das die Katze hereingetragen hat.. 

Merke:

Selektive Gerechtigkeit ist keine Gerechtigkeit. 

Sondern, im Gegenteil nur der erbärmliche, verlogene Versuch, den eigenen krankhaften Egoismus und Opportunismus hinter einer pseudo-ethischen Hochwert-Vokabel zu maskieren.

Conclusio:

Es geht hier nicht um Whataboutism. Ich bin sehr dafür, das zweifellos bestehende und völlig inakzeptable Wohlstandsgefälle in Deutschland und der Welt zu nivellieren, denn so, wie es ist, ist es wirklich ungerecht. Pervers. Vielfach tödlich.

Aber die Lösung kann nicht für Dottschland gesucht und gefunden werden. Und sie kann nicht darin bestehen, die Nicht-Super-Reichen in Dottschland mit immer mehr Konsumismus zu bestechen und mundtot zu machen. 

Wir müssen weg von einem Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, dass nur auf grenzenloser, ungehemmter Gier nach Macht und Geld basiert. Und wir müssen aufpassen, dass nicht eines Tages ein faschistisches System als Höhe- und Endpunkt des libertären Kapitalismus herrscht.


(verändert via wiki commons)
"Wenn die hirntote, unersättliche Gier der Reichen befriedigt wird,
dann soll meine hirntote, unersättliche Gier auch befriedigt werden,
sonst ist das nicht gerecht!"






Sonntag, 26. April 2026

Zeit ... vergeht

 

Habe mir aus reiner Sentimentalität und zur Vervollständigung der Sammlung die drei Bände zu "Dirk Gentleys holistischer Detektei" von Douglas Adams gegönnt. Bin im "Elektrischen Mönch" (Bd. 1) gerade an eine Stelle gelangt, wo sich eine Figur verfährt, also autofahrenderweise die örtliche Orientierung verliert. 

Stelle fest: Sich zu verfahren ist eine ausgestorbene Kulturtechnik. Man hat Smartphone und also Navi. Douglas Adams war zwar ziemlich computer-affin, aber er hat die Geschichte 1987 geschrieben, da waren diese Dinge, die heute dumpfer Alltag sind, nicht absehbar. Das ist selbstverständlich kein Vorwurf an den von mir so verehrten D.A., aber im Unterschied zu früher kann ich den Text auch nicht mehr als zeitgenössisch lesen, sondern muss ihn mit der Distanz des Profis gegenüber einem  historisch zu kontextualisierenden Werk betrachten. 

Nach 40 Jahren mag das in Ordnung sein. Vielleicht irritiert mich auch nur dieses Gefühl, einen Text plötzlich über einen so großen zeitlichen Abstand anschauen zu müssen. Dieses immer häufiger auftretende Gefühl nach dem Schema: "Achduscheiße, das ist schon 40 Jahre her?! So alt bin ich doch noch gar nicht ... achso, ja, doch ..."

Keine Pointe.



Info für die Nachgeborenen: "Vor 40 Jahren", das gehört in die Zeit, in der wir das verkackt haben, was Euch heute auf die Füße fällt. Allerdings hatten wir nur diffus das Gefühl, dass wir mega-mächtig Shyce bauten. Also, wir waren uns zwar sicher, alle Daten lagen vor, konnten uns aus Bequemlichkeit und Gier aber immer noch prächtig selbst bescheißen.

Das ist heute ganz anders: Da wissen wir verbindlich, unausweichlich und auf drei Stellen nach dem Komma, dass wir gerade die Zukunft unserer Kinder und Enkel verkacken.


(Barschel 1987. Verändert via wiki commons)





Freitag, 24. April 2026

Trumpismus-Allergie

 

Bei Hausarbeit lasse ich gerne eine Playlist alter Songs dudeln. Gerade lief Lynyrd Skynyrds "Sweet Home Alabama", und ich stellte überrascht fest, dass US-Southern Rock mir neuerdings Übelkeit verursacht.

Jaja, ich weiß, dass der Text ambivalent verstanden werden kann und wird, aber das macht es ja eigentlich nicht besser. Wenn ein Lied nationalistisch oder heimat-tümelnd ist, kann man natürlich auch jederzeit behaupten, dies sei ironisierend gemeint. Ich bin da aber sehr streng: Ein Text, dessen Inhalt auch als sein Gegenteil verstanden werden kann, ist einfach nur ein schlechter Text. 

Und heute habe ich festgestellt, dass ich den völlig durchgedrehten US-first- und MAGA-Scheiß nicht mehr ertrage, dass ich die dümmlich-dumme, kranke us-amerikanische Arroganz so satt habe ...

Mag sein, ich tue Lynyrd S. Unrecht, aber ich habe "Sweet Home Alabama" spontan aus der Liste gekickt. Das ist kein Antiamerikanismus, das ist eine über Jahre erworbene Trumpismus-Allergie. 



Ich wollte nicht noch ein Bild von Trump in den Äther blähen.
Deshalb habe ich ein nicht-metaphorisches Arschloch genommen.

(Anus, stark verändert via wiki commons)