Mittwoch, 4. Februar 2026

Oje, die herrschende Klasse ist unzufrieden mit uns, owei, owei!

 

Ach herrje, es macht mich ja ganz betroffen: Unsere Herrscher herrschen uns an, wir seien zu faul, zu krank, zu hedonistisch. Ojeojeoje, die Obrigkeit ist unzufrieden, was sollen wir nur tun?

Zwei Lösungen:

Erstens: Wenn die Herrschaften mit ihrem Volk unzufrieden sind, müssen sie sich ein anderes suchen, eines, das darauf steht, verachtet und nach allen Regeln des ungehemmten Kapitalismus' ausgebeutet zu werden.

Zweitens: Machen wir uns bitte nochmal klar, wie die Machtverhältnisse sind: Wir, das Volk, haben denen vorübergehend die Verwaltung in die Hände gelegt. Dass das wieder mal eine personale und sachliche Fehlentscheidung war, zeigt sich allzu deutlich und sollte alsbald korrigiert werden. Dass DIE UNS anscheißen, ist im Drehbuch einer freiheitlich-demokratischen Verfassung aber nicht vorgesehen, und ich verbitte mir das.

Außerdem: 

Wenn die von uns dummerhafterweise mit den Regierungsgeschäften Beauftragten auch nur einen Funken Verstand hätten (was sie nicht haben) und wenn sie ihre tatsächliche Rolle innerhalb unserer Demokratie verstünden (was sie nicht tun), dann würden sie, statt ihre Auftraggebenden ein ums andere Mal zu beleidigen, fragen, warum denn wohl niemand mehr Bock hat, für dieses Wirtschaftssystem zu knechten.

Im Gegensatz zu unserer Nomenklatura,  den "Ratten in der Bildsäule"¹, bezweifle ich sehr, dass es unter den abhängig Beschäftigten eine grundsätzliche Leistungsunwilligkeit gibt. Ich kenne jedenfalls nur Menschen, die sich für ihren Beruf den Arsch aufreißen würden, sofern

  • das Arbeitsumfeld wertschätzend ist,
  • das Gehalt ohne Weiteres auskömmlich ist,
  • die sogenannte Arbeitgeberseite ihre Fürsorgepflichten ernst nimmt,
  • zwischen Unternehmer und Beschäftigten ein Verhältnis gegenseitiger Loyalität herrscht.

Ich kenne andererseits auch fast nur Menschen (und zähle mich selbst dazu), 

  • die sich krank melden, weil sie es entweder sind oder weil das Management es nicht schafft, eine vernünftige, d.h. schaffbare Arbeits- und Ablauforganisation zu gewährleisten und weil man seitens des Managements das Ausbrennen eiskalt billigend in Kauf nimmt und eigentlich auch normativ erwartet,
  • die innerlich längst gekündigt haben, da sie immer wieder erfahren haben, dass ihre Leistungen nicht nur nicht gewürdigt, sondern schlicht von niemandem zur Kenntnis genommen werden. 
  • die definitiv keinen Grund haben, sich für das Unternehmen einzusetzen, da sie wissen, dass sie umstandslos gefeuert werden, sobald sie nicht mehr zwingend zur weiteren (!) Profitmaximierung benötigt werden.

Das sind natürlich Probleme, von denen Merz, Linnemann, Spahn, Amthor, Klingbeil etc. etc. pp. nichts wissen, weil sie niemals in vergleichbarer Situation waren. Besagte Herrschaften kennen und vertreten ausschließlich die Seite der Konzerne. 

Als Masse der mündigy Staatsbürgys müssen wir uns natürlich die bittere Frage gefallen lassen, wie durch unser Wahlverhalten dieser Haufen von Arschlöchern² an die Macht kommen konnte - und das nicht zum ersten Mal. 


(via wiki commons)
Der sechzehnte Ludwig.
Der hat sich auch sehr von seinem Volk distanziert.
Ich weiß gar nicht, was aus dem geworden ist ...



(via wiki commons)
... Ah, doch, jetzt fällt's mir wieder ein.
Raue Zeiten, damals.
Würden wir heute so nicht mehr machen.




¹ Zur Erinnerung: J.G. Herders Fabel


"(...)

'Ihr wisset, Prinz, daß man an vielen Orten dem Geiste des Orts Bildsäulen aufzurichten pflegt; diese hölzernen Statuen sind inwendig hohl und von außen bemalet. Eine Ratte hatte sich in eine hineingearbeitet; und man wußte nicht, wie man sie verjagen sollte. Feuer dabei zu gebrauchen getraute man sich nicht, aus Furcht, daß solches das Holz der Statue angreife; die Bildsäule ins Wasser zu setzen, getraute man sich nicht, aus Furcht, man möchte die Farben an ihr auslöschen. Und so bedeckte und beschützte die Ehrerbietung, die man vor der Bildsäule hatte, die - Ratte.'

(...)"


² Ja, ich habe selbstverständlich darüber nachgedacht, ob diese Formulierung nicht zu krass ist. Aber dann habe ich überlegt, wie gemein und dauerhaft die Arschlöcher UNS beleidigen, und da dachte ich, ok, dann ist das jetzt wohl der Ton, in dem wir diesen Diskurs führen.




Montag, 2. Februar 2026

Küchenphilosophie

 

Der von mir sehr geschätzte Wissenschaftliche Leiter des "Deutschen Panzermuseums", Ralf Raths, hat neulich in einem fürchterlich berechtigten Verriss eines Buches über Panzer dessen Verfasser in einem Nebensatz u.a. vorgeworfen, er betreibe "Küchenphilosophie". Scheint in Bezug auf eine Veröffentlichung mit hohem Anspruch in der Sache eine verständliche Kritik, aber das Schlagwort hat bei mir gepiekst.

Bis dahin kannte ich nur das Wort "Küchenlatein" als spöttische Bezeichnung für alle möglichen sprachlichen Variationen und Mixturen, derer sich jene bedienten, die keine akademische Sprachausbildung an den literarischen Vorbildern der klassischen Antike hatten. Da diese "professionellen" Sprachkenntnisse aber bedeutendes soziales Distinktionsmerkmal - und im Falle der katholischen Kirche auch ganz konkretes Machtmittel - waren, arbeitete sich der weniger privilegierte Teil der Menschen daran ab, diese Sprachbarriere irgendwie mithilfe aufgeschnappter Sprachbrocken anzugehen, während sich die akademisch Gebildeten bzw. die Scholastiker über das zwangsläufige Scheitern des Pöbels köstlich beömmelten. Immerhin stabilisierte jedes lächerliche Scheitern der Ungebildeten den höheren sozialen Status der Gebildeten. 

Zur "Küchenphilosophie": Die Analogie ist klar, oder? Darf ich Philosophie nur auf der Basis eines entsprechenden Studiums betreiben? Mache ich mich lächerlich, wenn ich ohne entsprechende akademische Ausbildung über Gut & Böse, Ästhetik und Grundfragen des Lebens usw. nachdenke? 

Einige "studierte" Philosophys würden das begrüßen: Einen abgegrenzten, geschützten Bereich, einen Claim, in dem nur sie und niemand sonst mit professioneller Welterkenntnis auskömmlichen Profit machen dürften. Als Grenzposten ließen sich Heidegger¹, Adorno und Wittgenstein prostituieren. Wer die nicht anbetet, kommt nicht rein und wird lächerlich gemacht.

Zugegeben, das war plumpe Provo.

In allen Fachgebieten muss es Expertys geben, die High-Potentials und die Hochkaräterys, die die vorderste Forschungsfront in ihrem Fachgebiet immer ein Stückchen weiter gegen das Unsagbare vorschieben. Aber das machen die natürlich nicht, um ein Stockwerk nach dem anderen auf einen Elfenbeinturm zu zimmern, und sie sollten es idealerweise auch nicht ausschließlich im Hinblick auf kapitalistische Verwertungsinteressen² machen. 

Diese Expertys arbeiten für uns, das ist ihre gesellschaftliche Aufgabe. Und unsere gesellschaftliche Aufgabe ist es, dieses Wissen zur Kenntnis nehmen und zwar in buchstäblich jedem Fachgebiet, egal, ob Geistes- oder Naturwissenschaft, ob Mathe oder Philo. So gut es uns möglich ist. Denn wir sind (siehe neuer Blog-Titel!) der/die/das Souverän. Wir müssen Entscheidungen treffen. Weitreichende Entscheidungen.

Und von Jedy muss folglich eine möglichst (!) umfassende Allgemeinbildung erwartet werden, damit diese Entscheidung eine möglichst solide Basis hat. 

Dy mündigy Staatsbürgy, das ist dy Universal-Dilettanty.

Falls das zu schwer zu lesen ist:
Die mündige Staatsbürgerin, das ist die Universal-Dilettantin.

Und für alte, denkfaule cis-Männer:
Der mündige Staatsbürger, das ist der Universal-Dilettant.

Lasst uns also die Expertys feiern. Aber lasst uns noch viel mehr jene feiern, die "nur" über das universelle, das fächerübergreifende, allgemeine Küchen-Wissen verfügen, es täglich aktualisieren, dann kontextualisieren und dann für ihren alltäglichen Struggle und die anstehenden politischen Entscheidungen fruchtbar machen. Denn auch das ist ein Leistung - wenn sie denn erbracht wird.


(via wiki commons)
Mangels Praxis dürften meine Französisch-Kenntnisse
auf das Niveau "Küchen-Französisch" abgesunken sein.
Aber das hindert mich nicht, mich gegebenenfalls
ganz gut damit durchzuschlagen
(und neulich J. Brels "Amsterdam" mitzugröhlen).



¹ Das kommt hier jetzt ruppiger rüber als es gemeint ist. Aber ich habe gerade Heideggers Kommentare zum Dao-de-king in  "Das Sein und das Nichts" gelesen und war sehr ernüchtert.

² Fühlt Ihr mein sprachliches Geholpere an dieser Stelle? Konjunktiv irrealis und ganz viel "eigentlich" im Subtext...





 

Sonntag, 1. Februar 2026

Textuelle Inkontinenz - ohne Ende

 

Ooookee, ich habe nicht mal zwei Wochen den ästhetischen Attacken widerstehen können, nachdem ich neulich den ganzen Weblog-Politik-Kram wegen erkannter Wirkungslosigkeit hingeschmissen hatte. 

Wichtige Zeit zum Nachdenken, wichtige Distanz zur Kontemplation.

Ergebnis:

  1. Es ist in der Tat völlig wirkungslos, immer wieder festzustellen und mit klugen Argumenten zu beweisen, dass Konzerne¹ in ihrem Streben nach Profitmaximierung völlig enthemmt Dinge tun, die wir in unserem kleinbürgerlichen Verständnis von Ethik und Anstand als ekelerregend gierig, egoistisch, abscheulich beurteilen. Entfesselter Kapitalismus ist das Wesen von Konzernen. Konzerne und entfesselter Kapitalismus bedingen einander. 
  2. Es ist weiterhin völlig wirkungslos, immer wieder festzustellen und mit klugen Argumenten zu beweisen, dass Politikys um so mehr zu hemmungslos machtgeilen, skrupellosen egomanischen und per se inkompetenten, korrupten Arschlöchern mutieren, je höher sie in der schwiemeligen Halbwelt von Partei- und Polit-Ämtern aufsteigen. Machtgeilheit und Politiky-Sein bedingen einander.² 
  3. Die Kulmination der Machtgeilheit findet sich bei den Autokraten und jenen, die es werden wollen. Aber auch hier ist die Kritik an der Einzelperson wirkungslos, denn krankhaft machtgeile Narzisstys findest Du an jeder Ecke. Sie sind austauschbar. Hätte Hitler, ein mäßiger, kleiner Kunstmaler, den Ersten Weltkrieg nicht überlebt, hätte irgendein anderer Knallkopp den Faschismus in Deutschland proklamiert, und die Massen hätten ihm ebenso dummwillig die absolute Macht in die Hände gelegt. Das ist heute nicht anders als vor 100 Jahren. Die Person Hitlers, das Individuum, zu analysieren und zu kritisieren ist daher nicht zielführend.
Wenn das kritische Nachdenken über unsere gesellschaftlichen Verhältnisse aber weder beim herrschenden System des Kapitalismus' noch bei individuellen Macht-Habern sinnvoll, d.h. wirkungsvoll angreifen kann, wo denn dann?

Wir müssen da hingehen, wo alle freiheitlich-demokratischen Verfassungen die Macht verorten. Im doitschen Falle, Art. 20,2 GG, heißt es: "Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus." Und kommt mir nicht mit Einwänden, wie "Jaaa, das ist die Theorie, in der Praxis blablabla..." Wenn der Souverän in diesem unserem Staate von irgendwelchen Verfassungsfeinden, offenen oder verdeckten, sich die Butter von Brot hat nehmen lassen, dann wird es höchste Zeit, das zu ändern. 

Warum hat es eigentlich noch keine Revolution zur Wiedereinsetzung unserer Verfassung gegeben?³

Kurz gesagt: Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen greift immer zu kurz und daneben, sofern sie nicht ganz unten an der Basis, nämlich bei den mündigen Staatsbürgys angreift. "Denen da oben" die Schuld zu geben, ist einfach, bequem und gefährlich irreführend.

Pathetisches Fazit: Ich bin zur Überzeugung gekommen, dass auch 2026 trotz und alledem und gerade drum ein politischer und also gesellschaftskritischer Blog geführt werden kann und muss. 



(verändert via wiki commons)
Wenn man immer nur "das System" ankackt
und nicht auch die Millionen Leute,
die es perpetuieren,
kann eine Revolution nur in die Hose gehen.



¹ "Konzern" wird hier synonym zum "Großunternehmen" gebraucht und definiert als ein Unternehmen, das so groß ist, dass es für Management und Shareholder völlig belanglos ist, mit welchem Produkt bzw. welcher Dienstleistung hemmungslos Profit maximiert wird. Ein Tante-Emma-Laden oder eine bäuerliche Landwirtschaft kann nicht beschließen, ab morgen ins Ölgeschäft, in Finanzdienstleistungen, Medien, Autobau, Luft- und Raumfahrt einzusteigen.

² Ja, ich weiß: Man hört auch immer wieder von ein paar Kommunal-Politikys die sich gaaanz toll und selbstlos für ihre Ortsteile, Gemeinden usw. einsetzen. Ja, bei denen entschuldige ich mich natürlich, sobald wir den reinen Altruismus gesucht und gefunden haben. Aber: Wenn Kommunal-Politikys aus dem Nähkästchen plaudern, hört man früher oder später nur Geschichten, dass Parteipolitik ein Drecks-Geschäft sei, ein intrigantes Hauen-und-Stechen, und dass immer nur die maximal-denkbaren Arschlöcher als Sieger daraus hervorgehen, Posten erhalten, aufsteigen. Das klingt nicht nach der Selektion der Kompetentesten. Außerdem ist die Korruption auf der Ebene der Kommunen am umsatzstärksten. Auf Bundesebene sind die einzelnen Deals zwar üppiger, aber dafür gibt es viel weniger, und die Kontrolle ist brutaler.

³ Ich bin dafür. Ich muss auch dafür sein, denn ich habe bereits drei Mal in meinem Leben einen Eid auf besagte Verfassung geschworen. Und ich bin stolz drauf und fühle mich selbverständlich daran gebunden. 

Montag, 19. Januar 2026

Besser Ende als erbärmlich.

 

Es hat keinen Zweck mehr. Dieser Blog lebte von der Hoffnung, man müsse den Menschen nur den Schrecken, das Entsetzliche, Gefährliche und Menschenverachtende der aktuellen Lage mit klugen Gleichnissen, mit eleganten oder kantigen Argumenten vor Augen führen, dann würden sie, endlich aufgeklärt, unverzüglich die Geschichte zum Guten drehen, zur Solidarität, Empathie und zum Erhalt einer menschenlebenswerten Umwelt etc. etc.

Drauf geschissen!

Die total enthemmte Profitgier hat Vernunft und Empathie längst restlos plattgemacht. Nur die Superreichen sind untereinander solidarisch. Die Armen sind es nicht, dafür bekommen sie gerade eben so viel Brot und Spiele, dass sie sediert sind, sich nicht solidarisieren und nicht revoltieren. 

Brutalerweise ist diese Situation allen Beteiligten voll bewusst.¹

In so einer Situation kann man keine gesellschaftskritischen Texte mehr schreiben, man machte sich zur tragischen Witzfigur. Wie erbärmlich wär's, Applaus für kunstvoll verpackte Gesellschaftskritik, für messerscharfe Analysen und geniale Kontextualisierungen zu ernten, wohl wissend, dass diese Kritik nur geduldet wird, da sie definitiv ÜBERHAUPT NICHTS verändern wird.

Berühmtere und tausendmal bessere Leute als ich² haben ob dieser Erkenntnis das Handtuch geworfen. 

Ich tu's jetzt auch.


Auf der Flucht nach Gan Wandorra

1.138 Texte
in 13 Jahren
mit ⌀ 40 Lesys / Tag


¹ Natürlich gibt es immer ein paar richtig Dumme, die es wirklich nicht verstehen, aber der Anteil ist zu vernachlässigen. Wesentlich höher dürfte die Zahl jener sein, die sich dumm stellen, um ihr Verhalten nicht ändern zu müssen.

² z.B. Schramm, Pispers, die ich sehr bewundere




Mittwoch, 14. Januar 2026

Tschösss, Winter!

 

BÄÄMMM! Nimm dies, Shyce-Winter:



Und dies! Und dies! Und dies!

Du bist am Arsch, Winter, aber sowas von!!!




Dienstag, 13. Januar 2026

Analyse des Horrors

 

Aus gegebenem Anlass präzisiere ich nochmals die Gründe für mein Entsetzen über die laufenden politischen Entwicklungen:

Ich bin NICHT entsetzt darüber, dass Trump ein Psychopathen-Arschloch ist. Davon gibt es viele, wir würden ja nie fertig werden mit dem Entsetzt-Sein.

Ich bin NICHT entsetzt darüber, dass Trump sein Psychopathen-Arschloch-Sein umsetzt. Es war von Anfang an klar, was er beabsichtigt, und jetzt so zu tun als sei man verblüfft, ist entweder Ausdruck immenser Blödheit oder ekelerregender Heuchelei.

Ich bin allerdings entsetzt darüber, wie die Welt wieder einmal reagiert, besser: nicht reagiert. Das Psychopathen-Arschloch bedroht einen NATO-Staat. Reaktion? "Hm, reden wir drüber... Jaja, Grönland ist gefährdet, ganz unrecht hat er nicht ... hm ..." Oder Venezuela: "Die Lage ist komplex..." Ja, wenn man ein prinzipienloser Opportunist ist, dann ist es komplex. Für normale Menschen ist der Fall klar. Für die Konzerne übrigens auch: Konzerne kennen kein Europa und keine Loyalität. Wenn Trump Grönland überfällt, dann fragen sie nach dem für sie möglichen Profit, nicht nach Ethik.

Politikys und Konzerne sind ausnahmslos - und mittlerweile: per definitionem - der Abschaum der Menschheit: Maximal korrupt, maximal egoistisch, nur noch Ratten in der Bildsäule. Der Rest der Menschheit ist mehrheitlich auch nur noch Abschaum, obendrein zu doof und zu feige, um als Politiky oder Konzernschranze aufzusteigen. Statt krankhafter Gier nach Geld und / oder Macht sind wir nur hirntot konsumgeil. 

Unter dem Abschaum müsste in der Logik der Metapher allerdings irgendwo Most sein, oder?

Hat da jemand zielführende Hinweise? Ich verliere allmählich meine Hoffnung.


(verändert via wiki commons)
Nur noch Faulgase, ganz bis zum Grund.



 



Mittwoch, 7. Januar 2026

Simple Definition

 

Zivilisation:
Die Starken unterstützen die Schwachen.

Barbarei:
Die Starken berauben die Schwachen.

Ekelhaft:
Mittelmäßige Mitläufer schleimen sich bei den Stärkeren ein
und bereichern sich auf Kosten der Schwächeren.



Beispielphoto - stark verändert via mdr



 

Sonntag, 4. Januar 2026

Live-Bericht unserer Fahrt zur Hölle

 

Nun denn: Ich habe gerade zwei Ansätze zu Versuchen (frz.: essayer) über aktuelle Politik und unsere Verantwortung gemacht, als mir auffiel: Es bringt ja doch nichts. Es verändert sich nichts. Auch Venezuela wird nichts verändern, außer zum Noch-Schlechteren.

Versprich den Leuten, sie dürften weiter SUV-Verbrenner kaufen, Fleisch fressen, Kreuzfahrten und Türkei-Urlaube machen, sag ihnen es gäbe gar kein Klima, schon das sei gelogen, und wenn ein Mann gelegentlich mal seine oder irgendeine andere Frau oder rotzfreche Gören verprügelt, sei das ein ganz natürliches Verhalten. Und was die alten Nazis gemacht haben und was die neuen Nazis machen werden, sei ja nicht Alles schlecht, viel besser jedenfalls als dieser links-grün-woke-versiffte Kackshyce.

Dagegen kommen wir nicht an. Wir, die progressiven, empathischen, solidarischen, vernunftgesteuerten Menschen, haben den Kampf verloren. 


(Still aus dem Film "1984", verändert.)





Dienstag, 30. Dezember 2025

Über Wünsche

 

Als ich noch Kind war, erläuterten meine Eltern mir, wenn man eine Sternschnuppe sähe, dürfe man sich etwas wünschen, allerdings diesen Wunsch nicht aussprechen, sonst ginge er nicht Erfüllung.

Ich bin ziemlich schnell auf die schlaue Idee gekommen, dass man sich wünschen könnte, drei Wünsche frei zu haben. Und dann dachte ich, der erste dieser drei Wünsche könnte ja darin bestehen, sich tausend Wünsche zu wünschen. Und der erste dieser tausend Wünsche könnte klugerweise sein, eine-milliarde-million-milliarde-million Wünsche frei zu haben.

Und als ich begriffen hatte, dass der Wunsch nach unendlichfacher Vermehrung freier Wünsche die einzig logische Option sei, wenn man nur einen Wunsch frei habe, da war der Zauber der Sternschnuppe für mich unwiederbringlich zerstört. Und auch die Märchen von Feen, die Dir ein bis drei Wünsche zu erfüllen versprechen, waren restlos kompromittiert. 

Im Falle der Feen stellte ich mir Jahre später zusätzlich die Frage, wer die Feen eigentlich autorisiert, wer sie finanziert, die Ressourcen bereitstellt und die Anzahl der Wünsche limitiert - und warum?

Ihr versteht, was es bedeutet, wenn ich sage "Der Zauber war zerstört.", nicht wahr?

Als Kind, bei der Sternschnuppen-Sache, habe ich sehr schnell frustriert begriffen, dass ich mir die Sache selbst kaputtgemacht habe. Ich werfe mir nicht vor, damals aus Gier gehandelt zu haben, das war's nicht. Ich bin sauer auf mich selbst, weil ich zugelassen habe, dass gefühllose Logik und die bedingungslose Unterwerfung unter das Diktat positivistischer Realitätsauffassung  einen schönen, zauberhaften Gedanken plattgemacht haben.

Heute glaube ich wieder an die Sternschnuppen und dass ich einen Wunsch frei habe, wenn ich eine sehe. Und weil Sternschnuppen ja immer total überraschend und meist nur ganz kurz auftreten, habe ich mir für diese Fälle einen Standard-Wunsch zurechtgelegt, den ich ohne langes Raisonnement denken kann, wenn ich eine Sternschnuppe sehe.

Diesen Wunsch aktualisiere ich permanent. Es ist ein unerschöpflicher Quell der Selbsterkenntnis, sich selbst dabei über die Schulter zu schauen und festzustellen "Ach, sieh mal an, DAS ist Dir gerade wichtig!? So, so."

Und siehe: Wünsche, deren Ergebnis nicht mathematisierbar ist, erfüllen sich oft! Sofern man sie sich bewusst macht.

Übrigens: Sollte ich eines Tages keinen anderen Wunsch haben, als etwas, das mit Geld zu bezahlen wäre, dann wär's Zeit abzutreten.


(stark verändert via wiki commons)






Samstag, 27. Dezember 2025

Definiere: Rechtspopulismus

 

Heute auf Mastodon einen angelsächsischen Text gefunden, der ohne Quellenangabe auch auf FB, X, Insta, Threads kursiert und sehr punktgenau beschreibt, was MAGA bzw. Trump machen und warum sie so "erfolgreich" sind.

Ich erlaube mir eine sinngemäße Übersetzung für europäische, doitsche Verhältnisse, ersetze also "MAGA" und "Trump" durch "Rechtspopulismus".

"Die Leute fühlen sich nicht zum Rechtspopulismus hingezogen, weil er Lösungen für die wesentlichen Probleme unserer Gesellschaft bietet. Sie fühlen sich zu ihm hingezogen, weil er ungebildeten, unsicheren, wütenden Menschen sagt, dass ihre Dummheit und Ignoranz eigentlich eine Stärke ist.

Er gibt ihnen ein Drehbuch, in dem nichts jemals ihre Schuld ist. Gebt den Einwanderern die Schuld. Gebt den 'Eliten' die Schuld. Gebt den Demokraten die Schuld, gebt jedem die Schuld, außer der Person im Spiegel.

Er macht Rassismus und Sexismus zu einer politischen Identität. Er lässt Unwissenheit heroisch erscheinen. Und die Massen schlucken das, weil es ihnen erspart, sich weiterzuentwickeln, zu lernen oder sich zu verändern.

Sie wollen keine Führung. Sie wollen Bestätigung für ihre Ignoranz. Und der Rechtspopulismus gibt ihnen diese Bestätigung jeden Tag aufs Neue."


Dem ist nichts hinzuzufügen.





(stark verändert via wiki commons)