Donnerstag, 1. Oktober 2026

Der Ghul auf meinem Dachboden

 

Die eine Sache ist: Im Computerspiel sich durch eine schwerstmehrfach dystopische Welt nach einem Atomkrieg zu schlagen und menschenfleischfressende Ghulys, ebensolche Supermutantys sowie durchgeknallte KI-Roboter und allerhand menschliche Banditys inhaltlich zu stellen. Oder: Bei einem fantastischen Tabeltop-Rollenspiel in einer Welt voller magisch-heroischer Phantasie Monster aller Art und Farbe, (wirklich!) böse Zauberys und Göttys und ihre zahllosen plumpen, dumpfen Schergys in tiefunterirdischen Höhlensystemen zu meucheln, ohne selbst gemeuchelt zu werden. Angenehm gruselig.

Die andere Sache ist: Reale abendliche Krabbel- und Kratzgeräusche auf Deinem leeren, unbenutzten Dachboden! Unangenehm gruselig. 

Beim ersten Mal, vor einem Monat, hörte ich auf dem Dachboden kleine Krallen laufen und kratzen, doch es schien eine einmalige Sache zu sein, denn dann war erstmal Ruhe. Bis letzte Woche. Da klang es, als wolle sich etwas durch die Decke nagen. Von-unten-gegen -die-Decke-klopfen half für ein paar Tage ... bis gestern Abend.  

Die Überwindung, heute Morgen endlich eine Expedition auf den Dachboden zu unternehmen, war besonders groß, da ich dergleichen seit anderthalb bis zwei Jahren nicht mehr unternommen hatte. So konnte ich also mit Fug und Recht allerhand Szenarien erdenken, was Mäuse, Spinnen, große Spinnen, riesige Spinnen, Wespen, Killer-Wespen, vielleicht auch Ratten, Waschbären, Beutelmader, Werwölfe, Zombies in der Zwischenzeit für ein Schreckensregime dort errichtet hätten. ¹

Die Tatsache, dass ich diesen Text verfassen kann, tötet natürlich die Pointe. Der Dachboden war picobello sauber, da war NICHTS, nicht mal nennenswerte Spinnweben. Klar, wird da irgendeine Maus rumlaufen, unvermeidlich bei der Größe und dem Alter des Hauses. Aber die Maus wird da kein Futter finden, außer, seit heute, ein Stück Billig-Wurst in der Lebendfalle. Und wenn Mäuse kein Futter finden, dann verkrümeln sie sich ohnehin.

Es geht mir auch gar nicht um die Mäuse oder die Pointe. Ich könnte mich nur wieder mal restlos über mich selbst beömmeln, wie ich a.) die fällige Dachboden-Exkursion immer weiter vor mir hergeschoben habe und wie b.) meine Phantasie dadurch immer mehr Gelegenheit hatte - und  diese weidlich nutzte - Alpträume von Spinnweben, zerfressenen Dachträgern, explodierenden Nager-Populationen usw. zu entwickeln.

Wann setze ich endlich konsequent um, was ich schon tausendmal gelernt habe: Klare Kante, beherzter Zugriff, das macht mich froh. Prokrastination, Bequemlichkeit, Ausweichen, das führt mich nur ins Unwohlsein² 

"Neulich auf meinem Dachboden"
Still aus einem Spiel, mit paint.net > KI > paint.net bearbeitet.


¹ Okokok, ich gebe zu, dass ich alles nach "große Spinnen" nicht wirklich befürchtete. Aber "Mäuse und Spinnen" klang einfach zu mickrig, um meinen Ängste zu veranschaulichen. Die AfD lebt ausschließlich davon, fiktive Ängste überhaupt erst zu produzieren, und wenn jemand darauf hinweist, dass das doch alles Schwachsinn ist, dann kontern sie, man nehme die Ängste der Bevölkerung nicht ernst.

² Ich möchte an dieser Stelle den Begriff "Depression" vermeiden. Ich hatte wegen des Dachbodens keine Depressionen. Es fühlte sich nur scheiße an. Gleichwohl bin ich aber sicher, dass meine Fähigkeit zur Prokrastination mir reichlich "Niederdrückungen" beschert hat.








Montag, 28. September 2026

Eigenverantwortung: die Lösung des Renten- und Pflegeproblems

 

In unserer turbokapitalistischen¹ und rüstungsgeilen² Welt ist für Pflege und Betreuung im Alter kein Geld da. Das nehmen wir mal so hin. Richtig ist auf jeden Fall, dass wir überaltern  und dass es für die nachkommenden Generationen unzumutbar ist, was da demographisch auf sie zukommt.

Richtig ist auch: Ich habe noch eine statistische Restlaufzeit von knapp 18 Jahren und aufgrund sehr persönlicher Erfahrungen mit betroffenen Familienangehörigen überhaupt keinen Bock, in den immer kaputtgesparteren Bedingungen von Pflege-, Alten- und Sterbeheimen meiner vielleicht eintretenden Dementia senilis und dem unausweichlichen körperlichen Verfall entgegenzuleiden.

Mein größter Horror, und damit meine ich eine psychopathologisch signifikante Angst, ist, meiner Verwandtschaft und/oder später menschlichen Pflegenden auf den Sack zu gehen. Ich möchte ihnen schlicht das Erleben ersparen, mich in immer erbarmungswürdigeren Stadien sehen und mir notlügend irgendeinen vermeintlich positiven Scheiß erzählen zu müssen.

Mein zweitgrößter Horror betrifft die Phasen, in denen meine Ratio kurz über die Demenz obsiegt und mir die ganze Misere bewusst wird, ich aber nichts mehr steuern und veranlassen kann. Lebend in der Ruine meines Körpers und Geistes begraben - wie schrecklich!

Die Lösung zu allseitigem Wohlbefinden ist doch ganz einfach: Jeder Mensch erhält zum 60. Geburtstag eine Edelstahlhalskette mit einem Anhänger, in dem sich eine kleine Pille mit friedlich-finaler Wirkung befindet. Und der Rest ist Eigenverantwortung, individuelle Entscheidung. 

  • Gesundheits- und Pflegesystem werden dramatisch (!) entlastet, denn gerade die letzten Jahre sind enorm teuer.
  • Die Rentenversicherungen werden entlastet, weil kein Mensch mehr gegen seinen/ihren Willen bis zum letzten Atemzug durchhalten muss.
  • Die Schrecken des individuellen Leidens ohne absehbares Ende am Lebensende werden aufgehoben.

Mögliche Gegenrede: Wenn Jedy sterben könnte, wann und wo es ihr/ihm passt, liegen ja überall Leichen rum, gerade an schönen Orten, wohin man sich ja wohl zum selbstbestimmten Ableben zurückziehen dürfte. Nicht gut für's Stadtbild, nicht gut für's Biotop - und überhaupt, was sollen die Kinder denken undsoweiter.

Vorschlag: Ein RFID-Chip in dem Ketteanhänger. Mit Freischaltung, wenn der Anhänger zur Entnahme der Pille geöffnet wird. Dann wüssten entsprechende Institutionen, dass dort was abgeholt werden müsste. Da könnte man auch privatwirtschaftliche Unternehmen mit Konzessionen für bestimmte Regionen beauftragen. Das könnte auch kostendeckend und  sogar profitabel gestaltet werden. 

Vielleicht kommen findige Marketing-Fuzzys auch auf die Idee, besonders attraktive Suicide-locations zu schaffen und zu bewerben. Aber das wäre natürlich nur wieder was für die Reichen.



Still aus "Flucht ins 23. Jahrhundert",
stark verändert mit paint.net, aber KI-frei.


¹ Der Unterschied zwischen "Kapitalismus" und "Turbokapitalismus" ist, dass es in letzterem nicht mehr ausreicht, dass die Reichen immer reicher werden, sondern dass es als zwingend notwendig angesehen wird, dass sie immer schneller immer reicher werden.

² "Rüstungsgeil" meint, dass es sehr hochgradig im Profit-Interesse der Konzerne liegt, dass besinnungslos Rüstungsgüter produziert und für Mondpreise vertickt werden. Damit das Volk, die 99 %, darob nicht murren, muss man sie allerdings kriegsgeil machen, Politsprech: "kriegsbereit". Um die stumpfe Masse kriegsgeil zu machen, muss man Angst schüren. Anders kann man nicht erklären, dass Russland mit einem Militäretat von 190 Milliarden USD wie anno dunnemals zur Bedrohung hochgehypt wird, und zwar von einem Bündnis, das zusammen 1.500 Milliarden USD für Waffen ausgibt - und dass niemand ein logisches Problem darin erkennt!








Sonntag, 27. September 2026

There and back again (J.R.R.T.)

 

Gestern habe ich (wieder einmal) gelernt, was Low-'n-slow-Fliegerei nicht ist: Strecke kloppen. Zwar ist es zuweilen richtig und wichtig, sich Ziele zu setzen und diese auch gegen Widerstände zu verfolgen, aber zuanderweilen ist das freie, unverkrampfte, nieder-energetische Geschehenlassen die angesagtere Option. 

Ich hatte mir die Strecke Barßel - Harriersand bzw. die andere Weserseite in den Kopp gesetzt, und es hat auch geklappt, und es war eigentlich auch ganz schön, wenngleich streckenweise etwas diesig. ↓



↓ Blick nach Norden: Herbstliche Unterweser, Bremerhaven und Nordsee am Horizont.




↓ Spätestens auf dem Rückweg, als die Sonne aus dem Dunst eine Milchglasglocke schuf, wurde die zielgerichtete Hin&Her-Fliegerei ein klitzebisschen langweilig. Und um dann noch Abstecher links und rechts des Weges zu machen, dazu wurde es ein wenig zu frisch, und der Ruf der Natur kündigte sich bereits von Ferne an.




↓ Nicht, dass es nicht schöne Motive zu sehen gab, aber ...



... ich bleibe dabei: Low-'n-slow-Fliegerei, das ist lässiges Herumtändeln im Gartenstuhl am Himmel. Es ist nicht Streckenfliegen, dazu gibt es andere, geeignetere Flugzeuge. Zielorientierte Navigation kann ich auch, aber es ist meine Sache nicht. Starten, gegen den Wind rausfliegen, neugierig sein auf das, was einy begegnet, hinfliegen, anschauen, weiter ... 

Spazierengehen, nicht marschieren.





Mittwoch, 23. September 2026

Die Welt weit.





↑ Ich weiß nicht, was mir besser gefällt: In der Mitte offen und die Wolken am Rand ...

oder ...

↓ in der Mitte Wolken und offen am Rand.






↓ Golden brown, texture like sun / Lays me down, with my mind she runs /



↓ Die Landschaft westlich Oldenburg in frühherbstlichem Tarnkleid.



Und außerdem habe ich noch eine Schwalbe gesehen!












Donnerstag, 10. September 2026

Trumpseidank!

 

Mehr Schlag in die Fresse geht gar nicht: Trump verspricht jedem Ami und jeder Ami'in 5.000 USD, falls die Reps bei den Midterms ihre Mehrheit in Senat und Repräsentantenhaus behalten.

Eleganter, kürzer und brutaler kann man sein eigenes Volk, insbesondere die eigene Wählerschaft, und sich selbst gar nicht beleidigen und herabsetzen ¹.

Im Einzelnen sind in dieser Ankündigung folgende Aussagen enthalten:

  1. Ich habe die Macht und die Absicht, 245 Millionen mal 5.000 USD, ist gleich Einebillionzweihundertfünfundzwanzigmilliarden USD, die ihr Steuerzahlerys bezahlt habt, zu benutzen, um Euch zu bestechen, bei den Midterms meine Partei zu wählen.
  2. Ihr seid so blöd, nicht zu bemerken, dass das Euer Geld ist, mit dem ich hier jongliere.
  3. Ihr seid außerdem so geldgeil, so gierig, dumm und korrupt, dass ihr darauf einsteigen werdet.
  4. Ihr kapiert natürlich auch nicht, dass damit der letzte Funke Demokratie erlischt, oder ihr bemerkt es, aber es ist euch scheißegal.
  5. Ihr stimmt mir also zu, dass es keine Ethik gibt und keine Vernunft, sondern nur grenzenlose Gier nach Geld und Macht. Das ist unser gemeinsamer, fundamentalistischer, quasi-religiöser Glaube, der uns vereint und zusammenschweißt.

Das ist so krass. Das beweist (!), dass Jede/r, die/der die Republikaner wählt, ein erbärmliches, dummes, geldgeiles Arschloch ist.

Ich wiederhole: Kürzer und knapper lässt sich dieser Beweis nicht führen. 

Danke, Trump!

 

(Virchow, 1821-1902, mit paint.net verändert via wiki commons, no AI!)

Wir können immer noch so viel über die Menschen lernen!



¹ Naja, Putin und Erdogan waren und sind auch nicht schlecht, wenn sie ihren Völkern attestieren, sie, die Volker, seien geistig noch nicht reif für die Demokratie. Eigentlich ticken alle Autokratien so. Und die Sachsen-Anhaltinerys haben ja auch ganz klar und deutlich mitteilen wollen, dass sie zu faul, zu dumm und zu unselbständig für Demokratie sind. 

Wenn's passt ...!






Dienstag, 8. September 2026

Wie der Wind ...

 

↑ Seit vorgestern und gestern endlich wieder Luft unterm Flügel! Leer, Ems, ganz hinten der Dollart ...


Gestern lernte ich: Meine treues, kleines Pixel-Drachentrike ist zwar ein Sensibelchen, wenn es um starke Thermik und böigen Wind geht, kann aber ziemlich souverän mit gleichmäßigem Wind umgehen.



↑ Zugegeben: 37 km/h über Grund sind jetzt nicht so die Sensation, aber wenn man in Nordsee-Nähe in 300 m Höhe die Nase eines Drachentrikes in den Wind dreht, ist das eben so. Und mein Brummer lag wunderbar stabil in der Luft, und ich hatte alle Zeit der Welt.

↓ Der Ausgleich kommt, sobald man mit dem Wind fliegt. Beide Geschwindigkeiten habe ich "Hands-off" erreicht. D.h. ich habe keine Kraft auf die Stellung der Tragfläche ausgeübt. Das ist bei Drachentrikes die energieärmste und intelligenteste Art des Fliegens, weil dann die Fläche sich selbst in die jeweils optimale Position bringen kann. Bei Windstille brumme ich dann mit etwa 70 km/h dahin und benutze die Motorkraft nur, um die Höhe zu halten.



 

Fazit: Bei gleichmäßigem (!) Wind werde ich meine fliegerische Comfortzone peu à peu erweitern.   

Montag, 7. September 2026

Konsequente Demokratie

 

Sorgt Euch nicht: Demokratie, die Herrschaft des Volkes, ist an der Arbeit!


1. Strophe: Der Denkfehler im Grundgesetz

Ist das Volk zu habgierig, wählt es jene, die am meisten Geld versprechen.

Ist das Volk zu bequem, wählt es jene, die versprechen, es bleibe alles wie's vor 30 Jahren war.

Ist das Volk zu dumm, wählt es jene, die ihm am meisten Honig ums Maul schmieren.


2. Strophe: Das Versagen etablierter Parteien

So kommen jene an die Macht, die die Macht um ihrer selbst willen wollen.

So kommen jene an die Macht, die am skrupellosesten lügen.

So kommen jene an die Macht, denen dieses habgierige, bequeme und dumme Volk eigentlich scheissegal ist.


3. Strophe: Endlich konsequent

Und dann sagt das Volk: Da wir habgierig, bequem und dumm sind, wählen wir immer nur machtgeile, skrupellose Lügner, denen wir eigentlich scheissegal sind.

Und dann sagt das Volk: So kann das nicht weitergehen! Es wird Zeit, dass hier mal jemand gehörig aufräumt und, wenn nötig, über Leichen geht! Wir wollen nicht mehr wählen dürfen müssen. Ums Verrecken nicht.

Und dann verreckte das Volk. Und niemand heulte ihm eine Träne nach.



(Mit paint.net verändert via wiki commons)
Die Leichenberge des Zweiten Weltkriegs sollten uns lehren, 
wie wichtig die Freiheitlich-demokratische Grundordnung ist. 
Hat aber nicht geklappt.








Montag, 31. August 2026

Wörterbuch Herbst 2026 für Faschos und CEOs (unvollst.)


Bescheidenheit = Dummheit, Schwäche

Bildung & Wissenschaft = Lügen für Schlafschafe

Ehrlichkeit = Dummheit

Empathie = Wokes Weichei, Dummheit, Schwäche

Ethik = Ausrede für Versager¹, Verlierer, Feiglinge und Spaßbremsen

Fleiß = Da geht noch mehr!

Kompromißbereitschaft = Schwäche, Kapitulation

Leistung = Da geht noch viel mehr!

Loyalität = Einbahnstraße zur Profitmaximierung Einzelner

Rücksichtnahme = Dummheit, Schwäche

Solidarität = Dummheit

Transparenz = Lüh-gän-präss-ssä

Verhandlungsbereitschaft = Schwäche

Vernunft = Lügen-Ausrede für Versager, Verlierer, Feiglinge, Spaßbremsen, Schlafschafe, Grüne, Linke, Woke, FDGO-Fuzzys

Verständnis = Dummheit, Schwäche

Wahrheit = Lüge


(verändert via wiki commons, geo und mithilfe paint.net, aber ohne KI)

Vor den Nazi-Führern müssen wir keine Angst haben. 
Angst haben müssen wir vor den Idioten
ganz unten in der Nazi-Nomenklatura.

Das sind die Leute, mit denen man im Nazi-Staat
direkt zu tun haben wird. 





¹ In diesem Text gendere ich ausnahmsweise mal nicht. Wegen Kürze-Würze und so.














Freitag, 28. August 2026

Verfassungsgeschichte

 

Die Leute, die unsere Verfassung gemacht haben, sind ganz selbstverständlich von folgenden Prämissen ausgegangen:

  • Alle Macht geht vom Volke aus, denn das Volk ist klug, verantwortungsbewusst, solidarisch und die kompetenteste Instanz in eigener Sache.
  • Politische Parteien haben die Aufgabe, das Volk bei der Willensbildung zu unterstützen, indem die Parteien Angebote formulieren und begründen und das Volk auswählen kann.
  • Staatliche Schulen haben die Aufgabe, junge Menschen zu künftigen mündigen Staatsbürgys zu erziehen, die ebenfalls klug, verantwortungsbewusst, solidarisch und die kompetenteste Instanz in eigener Sache sein können.
  • Die selbstverständlichen ethischen Grundlagen sind die "Goldene Regel" sowie die Pflicht der Starken, für die Schwachen einzutreten und schließlich der Grundsatz, Eigentum habe dem Wohl der Allgemeinheit zu dienen. 


Ich muss mir diese Punkte immer wieder bewusst machen, denn es ist in letzter Zeit so verdammt schwer geworden, als selbsternannter FDGO-Ultra unsere Verfassung gegen ihre Gegner zu verteidigen. Das liegt natürlich auch daran, dass die Idee gerade so extrem beschissen verwaltet wird. Manchmal habe ich das Gefühl zu einer oppositionellen Minderheit zu gehören, aber das ist natürlich Quatsch. Ich fänd's nur schön, wenn andere Menschen auch mal laut & deutlich gegen die Arschlöchys aufträten, die gegen unsere gute, alte Verfassung agieren.

Und damit meine ich nicht nur AfD, sondern auch auch Politikys, die vergessen, dass sie nur unsere Dienstleister, keineswegs Herrscher oder CEOs der BRD / eines Bundeslandes / einer Kommune sind. Und ich meine jene Ministerys, denen die Verfassungsgemäßheit ihres Handelns völlig wumpe zu sein scheint. Und ich meine Super-Reiche, die einzig ihre Gier zum privi-leg, zum Privat-Gesetz erheben.


(via wiki commons > paint.net > KI > paint.net)
Die Macherys 








Freitag, 21. August 2026

Kulmination des Kapitalismus

 

Bemerkenswert, wie die portugiesische Tourismus-Industrie herumeiert: Man greint über ausbleibendes Wachstum, als wäre ein jährliches Plus von 3 % praktisch null. Deshalb investiert man in noch mehr Bettenburgen. Gleichzeitig freut man sich über weniger Touristys - ein Widerspruch innerhalb des Artikels, aber wir kennen ja das Stichwort "Overtourism" -  und sieht die Zukunft nur noch im hochpreisigen Segment, jenseits des für die Massen erschwinglichen.

Ich habe hier schon häufiger jenen Gastronomen zitiert, der mir versicherte, ihm seien 20 reiche Gäste lieber als 200 arme.

Ich verstehe die Logik, und in der Konsequenz ist es auch völlig richtig, dass Jeff Bezos halb Venedig mieten kann, um dort eine private Feier zu veranstalten und dass der Trump-Clan us-präsidiale Macht missbraucht, um weltweit Luxusressorts zu erwerben, während bei uns die Kaufkraft der Rest-Mittelschicht in Kosten für Sprit, Gas, Sozialkürzungen und Umverteilung von unten nach oben rückstandslos verdampft wird und immer weniger Menschen sich Gedanken über lukrative Urlaubsziele machen müssen.

Die Behauptung, der Kapitalismus sei am Ende, ist völliger Quatsch. Das Gegenteil trifft zu: Der Kapitalismus kulminiert zusehends, bewegt sich störungsfrei auf seine höchste Vollendung zu. Die Feststellung "Die Reichen werden immer reicher, die Nicht-Reichen immer ärmer!" war nie so wahr, wie heute. Wir sehen einen Prozess, genauer: einen Aufschaukelungs-Kreis, eine positive Rückkopplung. Denn je reicher die Reichen werden, desto mehr Macht erhalten sie, das System zu stabilisieren, das sie immer schneller immer reicher werden lässt. 

Dieser Prozess hat kein konkretes Ziel, es gibt keine mathematisierbare Bedingung unter der wir konstatieren können, nun habe der Kapitalismus seinen Endsieg errungen.

Aber: Spätestens, wenn einem Menschen ALLES gehört, und die restlichen 10 Milliarden Menschen besitzen NICHTS, dann ist ein Endpunkt erreicht, und wir dürfen schon mal gespannt sein, was danach kommt.¹


(sehr stark verändert via wiki commons
Bearbeitung: Paint.net > KI > paint.net)



¹ Ja, natürlich könnte man das weiterspinnen, der final-superreiche Oberarsch will das Universum kaufen usw., aber wir sollten unsere Überlegungen auf Homo sapiens und den Planeten Erde beschränken. Schon damit sind wir ja intellektuell völlig überfordert.