Samstag, 2. Mai 2026

Auch mal wieder das Gute sehen: D.T.

 

Alle hacken auf Trump rum. Dabei werden zwei wesentliche Dinge übersehen:

Erstens: Trump, ein verurteilter Vergewaltiger, ein Betrüger und notorischer Lügner, pathologischer Egomane etc. etc., wird trotz allem gewählt und wiedergewählt und wiedergewählt, bis es keine Wahl mehr gibt. Das hat er bereits 2016 prophezeit, und 10 Jahre später wissen wir, dass er recht hat. 

Dabei ist nicht die Person D.T. relevant, die ist einfach nur krank und / oder verdorben. Wir müssen endlich den Blick auf die Ursachen lenken, fragen, warum die Mehrheit der Wählerys nicht auf die Barrikaden geht. Das Problem existiert ja nicht nur in den U.S. of A., auch bei uns erlauben sich die Herrschenden Ungeheuerlichkeiten gegenüber der Gesellschaft, ohne entsprechend belangt zu werden.

Es ist gut, dass Trump und Merz und Reiche und Linnemann und Klingbeil und die Lobbyisten ... und ... und ... die Grenzen dessen, was die dumpfe Masse widerstandslos zu ertragen bereit ist, ausreizen. Die bisherigen Ergebnisse sind zwar traurig und beängstigend, aber Forschung sollte erstmal frei von Bewertungen sein, wenn wir festhalten: Wir haben immer die Herrscher, die wir aufgrund unserer Faulheit und Korrumpierbarkeit verdienen!

Zweitens: Trumps Kündigung der regelbasierten Weltordnung, die Ölkrise infolge des Irankrieges, explodierende Energiepreise, folglich explodierende Konsumpreise, all' das bringt die Menschen dazu, weniger Auto zu fahren, weniger zu konsumieren, sät endlich das notwendige Misstrauen in die Fossilwirtschaft, befeuert die E-Mobilität usw. usw. 

Jetzt "droht" Trump mit dem Abzug der US-Soldaten aus Deutschland und zieht tatsächlich die ersten 5.000 von etwa 36.400 ab. Juhuu, der Damm ist gebrochen! Ab jetzt kann die Zahl der hier stationierten US-Truppen nur noch in eine - sehr erfreuliche - Richtung gehen, alles andere wäre gleichbedeutend mit einem Gesichtsverlust für die Amis. 

Also insgesamt: Ich find's großartig! Das sind doch alles Entwicklungen, die unser Land und unser Planet braucht. 

Irgendwann wird die globale Unzufriedenheit vielleicht zu einem großen Knall führen, dazu, dass die Super-Reichen massakriert werden. Das ist zwar grausam und unappetitlich und wird viele "Kollateralschäden" verursachen, aber auch nicht schlimmer als die Massaker, die gerade im Namen der Stärksten an den Schwächsten und Ärmsten durchgezogen werden.



(verändert via wiki commons)
Dem Schädel im Massengrab sieht man's nicht an, ob reich, ob arm, ob gut, ob böse.
Wir nehmen  Massenmorde und Massengräber mit ekelerregender Gelassenheit hin.







Mittwoch, 29. April 2026

Nur Info: Gönnung

 

Freude, schöner Götterfunke, es beginnt die Jahreszeit, in der die Temperaturen uns wieder größte textile Freiheiten erlauben.  

Warum ich es bevorzuge, nackt zu leben, habe ich hier bereits vor einem Jahr beschrieben, und ich will das nicht wiederholen. Deshalb nur kurz zur Erinnerung die Stichworte einer Erörterung, wie wir's in der Schule gelernt haben:

Contra-Argumente

  1. Verstößt gegen normative Erwartungen, und das könnte Leute irritieren.
  2. Verletzungsgefahren
  3. Mögliche Trauma-Trigger

Pro-Argumente

  1. "Freiheit ist ein Gut, das durch Gebrauch wächst und durch Nicht-Gebrauch schwindet." R.v.Weizsäcker
  2. Free your body, your mind will follow.
  3. Achtsamkeit
  4. Wohlgefühl


Gewichtung der Argumente

Contra 1.: Mirdochegal. Nein, ernsthaft: Soziale Normen sind Konstrukte. Lest Oliver Königs Buch "Nacktheit". Eine sachliche Dekonstruktion, auch methodisch vorbildlich. Wenn Leute dann immer noch irritiert sein WOLLEN, dann ist denen ohnehin nicht zu helfen.

Contra 2.: Ja, es gibt ganz hinten in meinem Garten ein paar -zig Quadratmeter, die ökologisch wertvoll so verwildert sind, dass ich da, wenn überhaupt, nur mit Gummistiefeln reingehe. Finde ich großartig, dass meine Nacktheit mir auf diese Weise Respekt vor dem, was da kreucht und fleucht, abfordert.

Dann gibt es noch die Hautkrebsgefahr. Im Schnitt sollte man die Haut nicht mehr als 20 min pro Tag dem Sonnenlicht exponieren, das wären etwa 122 Stunden pro Jahr. In Norddeutschland. Ha, Ha, sehr lustig.

Contra 3.: Das einzige Argument, das ich wirklich ernst nehme. Eine Sache der Kommunikation. Wenn meine Nacktheit für mir werte Menschen ein Trigger sein sollte, werden wir Wege finden. 

Pro 1.: Selbsterklärend. Sehr wichtig! Immer wichtiger in dieser, unserer sich zunehmend entdemokratisierenden Kack-Welt!

Pro 2.: Ganz ehrlich: Das ist für mich ein ganz wesentlicher Punkt, vielleicht sogar der wichtigste. Wenn Du in irgendeinem Punkt beginnst, gegen gesellschaftliche Normen zu verstoßen, die Du nach genauer Prüfung als total vernunftwidrig erkannt hast, dann hast Du so viel Spaß, dass Du immer weiter machst. Je heftiger Du die Normen internalisiert hattest, desto krasser der Erkenntnisgewinn.

Pro 3.: Du kannst Dir vor einem Waldspaziergang die Augen verbinden und Ohren und Nase verkorken. Aber was willst Du dann im Wald? Du kannst auch Klamotten anziehen und Dich der Wärme der Sonne und dem warmen Streichelwind und den kühlenden Schatten aussetzen. Aber was soll das?

Pro 4.: Zum x-ten Mal: Nacktheit hat nichts mit Sex zu tun. Punkt. Aber Nacktheit fühlt sich gut an. Definiere "Wohlgefühl" versus "Sexualität" (und frage anschließend, ob das Wort "versus" an dieser Stelle überhaupt Sinn ergibt).

Auswertung / Fazit: Jaja, blabla. Ich muss hier ja nicht ALLES vortanzen. Selberdenken macht schlau.










Dienstag, 28. April 2026

Selbst-Gerechtigkeit leicht gemacht

 

Soso, 81 Prozent der Dottschen meinen, der Wohlstand in Dottschland sei ungerecht verteilt. Man schaue sich die Einzelergebnisse der ARD-Umfrage an, und dann, bitte, bitte, überzeuge man mich, dass folgende Aussagen unwahr sind, dass sie nur Ausdruck der zynischen Weltsicht eines desillusionierten alten Drecksacks sind:

  1. Es geht den Befragten nicht um Gerechtigkeit. Es geht nur darum, dass die 81 Prozent sich nicht reich genug fühlen und gerne genau so reich sein wollen, wie die richtig reichen Reichen.
  2. Würden die 81 Prozent zu den reichen Reichen gehören, wäre ihnen das Thema "Gerechtigkeit" shyce-egal und sogar außerordentlich lästig.
  3. Würde man den 81 Prozent das Geld vorne und hinten reinstopfen, würde man sie in die Lage versetzen, hirnlos, hemmungslos und grenzenlos zu konsumieren, wäre ihr Gerechtigkeits-Geschwurbel schnell verstummt. 

Beweis 1:

CxU-Parteien werden trotz ihrer Schelte sozial Benachteiligter und brutalster Kürzungen in unserem Solidar-System gewählt. Trotz Merz, Reiche, Linnemann, Spahn und Konsorten. Und wenn die nicht "liefern", dann ist man allzu bereit, die freiheitliche Demokratie zugunsten des Faschismus' zu opfern - oder großkotzig damit zu drohen. Grüne und Linke, die wenigstens ein klitzebisschen an den unsolidarischen Strukturen kratzen würden, werden abgestraft.

Beweis 2:

Niemand kritisiert, dass die Befragung nur die dottsche Nabelschau zulässt. Wir sind reicher als 95 % der Weltbevölkerung. Seltsam, dass niemand diese ungerechte Wohlstandsverteilung in den Blick nimmt, oder? Wer glaubt, die Dottschen hätten diesen Vorsprung mit fairen Mitteln erarbeitet, der muss auch glauben, unsere Superreichen hätten ihre Multimilliarden mit ihrer eigenen Hände ehrlicher Arbeit erworben. 

Die Verkürzung der Perspektive ist unredlich und schädlich. Sie verhindert eine exakte Analyse der Ursachen und folglich die Entwicklung einer angemessenen Lösung. Wir haben uns an die globale Ungerechtigkeit gewöhnt, haben sie internalisiert und leben gut mit und von der fortgesetzten Ausbeutung der sozial Schwächeren. Gerechtigkeit zu fordern, setzte voraus, Gerechtigkeit zu üben.

Analogie:

Als Pauker habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass der überwältigende Großteil aller Eltern vehement für "Chancengleichheit" kämpft, solange ihre F1-Generation in der Grundschule steckt. Sobald die Gören es auf's Gymnasium geschafft haben, kann der Laden gar nicht exklusiv (d.h. "ausschließend") genug sein. Selbst kooperative Schulformen (KGSn/IGSn) werden tunlichst gemieden, wie etwas, das die Katze hereingetragen hat.. 

Merke:

Selektive Gerechtigkeit ist keine Gerechtigkeit. 

Sondern, im Gegenteil nur der erbärmliche, verlogene Versuch, den eigenen krankhaften Egoismus und Opportunismus hinter einer pseudo-ethischen Hochwert-Vokabel zu maskieren.

Conclusio:

Es geht hier nicht um Whataboutism. Ich bin sehr dafür, das zweifellos bestehende und völlig inakzeptable Wohlstandsgefälle in Deutschland und der Welt zu nivellieren, denn so, wie es ist, ist es wirklich ungerecht. Pervers. Vielfach tödlich.

Aber die Lösung kann nicht für Dottschland gesucht und gefunden werden. Und sie kann nicht darin bestehen, die Nicht-Super-Reichen in Dottschland mit immer mehr Konsumismus zu bestechen und mundtot zu machen. 

Wir müssen weg von einem Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, dass nur auf grenzenloser, ungehemmter Gier nach Macht und Geld basiert. Und wir müssen aufpassen, dass nicht eines Tages ein faschistisches System als Höhe- und Endpunkt des libertären Kapitalismus herrscht.


(verändert via wiki commons)
"Wenn die hirntote, unersättliche Gier der Reichen befriedigt wird,
dann soll meine hirntote, unersättliche Gier auch befriedigt werden,
sonst ist das nicht gerecht!"






Sonntag, 26. April 2026

Zeit ... vergeht

 

Habe mir aus reiner Sentimentalität und zur Vervollständigung der Sammlung die drei Bände zu "Dirk Gentleys holistischer Detektei" von Douglas Adams gegönnt. Bin im "Elektrischen Mönch" (Bd. 1) gerade an eine Stelle gelangt, wo sich eine Figur verfährt, also autofahrenderweise die örtliche Orientierung verliert. 

Stelle fest: Sich zu verfahren ist eine ausgestorbene Kulturtechnik. Man hat Smartphone und also Navi. Douglas Adams war zwar ziemlich computer-affin, aber er hat die Geschichte 1987 geschrieben, da waren diese Dinge, die heute dumpfer Alltag sind, nicht absehbar. Das ist selbstverständlich kein Vorwurf an den von mir so verehrten D.A., aber im Unterschied zu früher kann ich den Text auch nicht mehr als zeitgenössisch lesen, sondern muss ihn mit der Distanz des Profis gegenüber einem  historisch zu kontextualisierenden Werk betrachten. 

Nach 40 Jahren mag das in Ordnung sein. Vielleicht irritiert mich auch nur dieses Gefühl, einen Text plötzlich über einen so großen zeitlichen Abstand anschauen zu müssen. Dieses immer häufiger auftretende Gefühl nach dem Schema: "Achduscheiße, das ist schon 40 Jahre her?! So alt bin ich doch noch gar nicht ... achso, ja, doch ..."

Keine Pointe.



Info für die Nachgeborenen: "Vor 40 Jahren", das gehört in die Zeit, in der wir das verkackt haben, was Euch heute auf die Füße fällt. Allerdings hatten wir nur diffus das Gefühl, dass wir mega-mächtig Shyce bauten. Also, wir waren uns zwar sicher, alle Daten lagen vor, konnten uns aus Bequemlichkeit und Gier aber immer noch prächtig selbst bescheißen.

Das ist heute ganz anders: Da wissen wir verbindlich, unausweichlich und auf drei Stellen nach dem Komma, dass wir gerade die Zukunft unserer Kinder und Enkel verkacken.


(Barschel 1987. Verändert via wiki commons)





Freitag, 24. April 2026

Trumpismus-Allergie

 

Bei Hausarbeit lasse ich gerne eine Playlist alter Songs dudeln. Gerade lief Lynyrd Skynyrds "Sweet Home Alabama", und ich stellte überrascht fest, dass US-Southern Rock mir neuerdings Übelkeit verursacht.

Jaja, ich weiß, dass der Text ambivalent verstanden werden kann und wird, aber das macht es ja eigentlich nicht besser. Wenn ein Lied nationalistisch oder heimat-tümelnd ist, kann man natürlich auch jederzeit behaupten, dies sei ironisierend gemeint. Ich bin da aber sehr streng: Ein Text, dessen Inhalt auch als sein Gegenteil verstanden werden kann, ist einfach nur ein schlechter Text. 

Und heute habe ich festgestellt, dass ich den völlig durchgedrehten US-first- und MAGA-Scheiß nicht mehr ertrage, dass ich die dümmlich-dumme, kranke us-amerikanische Arroganz so satt habe ...

Mag sein, ich tue Lynyrd S. Unrecht, aber ich habe "Sweet Home Alabama" spontan aus der Liste gekickt. Das ist kein Antiamerikanismus, das ist eine über Jahre erworbene Trumpismus-Allergie. 



Ich wollte nicht noch ein Bild von Trump in den Äther blähen.
Deshalb habe ich ein nicht-metaphorisches Arschloch genommen.

(Anus, stark verändert via wiki commons)







Samstag, 18. April 2026

Reden wir über die Spritpreise

 

  1. Unserer tägliche soziale Praxis lässt sich am umfassendsten und widerspruchsfrei beschreiben, indem wir die unbedingte, unbegrenzte und ungehemmte Profitgier des Individuums auf Kosten der Gemeinschaft als grundsätzliches, unhinterfragtes Dispositiv annehmen. Krankhaft übersteigerte individuelle Gier ist das einzig-gültige, anerkannte ethische Prinzip. Alle anderen Motive, wie z.B. Empathie, Solidarität, Umweltverantwortung, werden verdächtigt, aufrührerisch, zersetzend, gesellschaftsschädigend usw. zu sein.

  2. Da diese Praxis schon ziemlich lange zelebriert wird, sind einige Menschen, vielleicht 1 Prozent,  superreich und damit supermächtig geworden, während der Rest, 99 Prozent, mehr oder weniger vor sich hinkrepelt, den Superreichen dient, noch reicher und mächtiger zu werden und sich mühselig von den Bröckchen nährt, die von den Tischen der Herrschenden fallen. An diese Ordnung der Welt haben wir uns so sehr gewöhnt, wie die Menschen im Zeitalter des Absolutismus es für gottgegeben und also unhinterfragbar hielten, dass Adel und Klerus absolute Macht über Leben und Tod (und darüberhinaus) ihrer Untergebenen hatten.

Klar soweit?

Gut! Dann reden wir nun über die Spritpreise, genauer: Über die Frage, wer überhaupt ein Interesse daran hat, dass die Spritpreise fallen.

  • Die Konzerne haben daran kein Interesse, im Gegenteil, denn die verdienen sich mit den Übergewinnen direkt oder indirekt eine goldene Nase.

  • Die Reichen haben auch kein Interesse an niedrigen Spritpreisen, denn denen ist's shyce-egal, ob der Sprit billig oder teuer ist, oder ob in der Folge der Energiepreise die Lebenshaltungskosten dramatisch erhöht werden oder nicht. Über Geld redet man nicht, Geld hat man.  

  • Den Mittelstands-Krampen, die breite Masse in Dottschlaand, tun die Spritpreise und die in der Folge steigenden allgemeinen Preise weh, denn sie müssen ihr Konsumverhalten einschränken. So eine Verhaltensänderung tut immer weh.

  • Die Armen merken, dass sie nun noch ein bisschen ärmer werden, aber die sind das Leben an der Kante zum Existenzminimum gewohnt, was soll's.

Zusammengefasst: Von den herrschenden Klassen ist niemand negativ betroffen, warum sollte sich also etwas ändern? Außer den direkten und indirekten Übergewinnen durch die Krise entstehen, im Gegenteil, sogar ein paar knallharte Vorteile:

  • Je weniger Leute sich den Sprit leisten können, desto freier die Straßen. Wenn der Pöbel sich das Autofahren nicht mehr leisten kann, hat man endlich mal wieder eine Chance, den Bugatti Chiron wenigstens ansatzweise auszufahren. 

  • Urlaub, Reisen, Gastronomie werden wieder zu exklusiven, das heißt: ausschließenden!, Genüssen. Es war ja nicht zum Aushalten, dass in den letzten Jahren immer mehr Emporkömmlinge aus dem oberen Mittelstand in den angesagten Locations auftauchten. 

  • Kunst, Kultur, Bildung, Theater, Museen, das muss und wird wieder unerschwinglich werden, damit nicht Krethi und Plethi das geheiligte Entre-nous versaubeuteln.

  • Die blöden, naiven Mittelstands-Krampen werden in ihrem verzweifelt-naiven (und zum Scheitern verurteilten) Bemühen, ihren Standard zu halten, noch härter arbeiten, sich noch mehr für die Profitmaximierung der Superreichen prostituieren müssen.

  • Alles, was klimaschädlich, energieverschwendend und sonstwie toxisch für die Umwelt ist, muss so teuer werden, dass nur die Superreichen sich leisten können, weiterhin und mehr denn je wie die größten anzunehmenden Pottsäue zu leben und zu konsumieren. 

Den letzten Punkt finde ich besonders spannend. Hier sollten die dottschen Mittelstands-Krampen ihr Selbstmitleid zügeln: Wir, die reichen Industrialisierten, haben es immer schon für unser angestammtes Privileg gehalten, für unseren Lebenswandel die Ressourcen von mehr als 3 Planeten Erde zu verbrauchen, wohlwissend, dass, wenn alle Afrikanerys und Asiatys den selben Lebensstandard anstrebten oder gar erreichten, hier ganz plötzlich die Lichter ausgingen.

Verkneift Euch Euer Selbstmitleid. Der Mittelstand in seiner jetzigen Form wird verschwinden, verarmen und aussterben. Den freiwerdenden Raum werden die Superreichen besetzen, mit ihren SUVs, ihren Privat-Jets, ihren Gated-Area-Palästen, Hochpreis-Einzelhändlys und -Ressorts - und ihr werdet sie weiterhin aus der immer größer werdenden Entfernung bewundern.

Verkneift Euch Euer Selbstmitleid. Ihr hättet kämpfen können, aber dazu wart ihr zu dumm, zu faul, zu korrumpiert und vor allem: zu unsolidarisch.

Verkneift Euch Euer Selbstmitleid. Ihr habt die Arschlöcher gewählt.


(verändert via wiki commons)







Mittwoch, 15. April 2026

Suizidale Sozis

 

Och nöööh! Geht das nur mir so, oder fühlt sich angesichts des diesjährigen Mai-Aufrufes des DGB ...



... noch jemand von dem muffig-eisekalten Gruft- und Leichengeruch vergangener Hoch-Zeiten des doitschen Sozialismus gruselig berührt?

"Heraus zum 1. Mai!" Wie kann man nur die Rotfront-Diktion aus Weimarer Zeit zitieren? Ok, ich habe recherchiert und verstanden, dass seit 2023 der Slogan fröhliche Urständ feiert. Absichtsvoll, scheint's. Bei der rezenten FDJ, bei Beton-Marxisten und sonstigen DDR-war-nicht-alles-schlechte-Knallköppen. 

Wie kann der DGB nur ... Im Jahre 2026! In einer Zeit, in der wir den gesteuerten Untergang der Sozialdemokratie in unerbittlicher Zeitlupe mitverfolgen können! Das ist natürlich eine gute Zeit, die müffelnden, vertrockneten Rhetorik-Leichen aus dem Keller zu holen.

"Unser Vorsitzender spricht ...!" Gratulation, er kann schon sprechen, der Kleine. Na bravo!

Und im Anschluss gehen wir zum Familienfest. Wer fühlt sich da nicht abgeholt? 

Ich könnte grell im Strahl reiern.

Und ein bisschen weinen.

Wenn die Sozis mir überhaupt nicht wichtig wären, würde es mich nicht so erschüttern, wie erbärmlich sie ihren eigenen Untergang immer weiter vorantreiben.







Freitag, 10. April 2026

Die "Großen Kränkungen" gehen weiter


Freud beschrieb die drei großen Kränkungen der Menschheit durch Naturwissenschaft und Psychologie zu Anfang des 20 Jahrhunderts:

  • Wir sind nicht Mittelpunkt des Universums.
  • Wir sind nicht Krone und Abschluss der biologischen Evolution.
  • Unser Denken und Handeln ist nicht (nur) vernunftgesteuert.
Anfang des 21. Jahrhunderts trifft uns noch eine Reihe weiterer Kränkungen:
  • Wir, der nichtgeographische Westen, sind nicht die "Guten", ebensowenig wie alle anderen.
  • Kapitalismus ist nicht das allein-seligmachende Wirtschaftssystem. Es erzeugt ebensoviel Leid und Ungerechtigkeit wie die schlimmste Autokratie.
  • Eine regelbasierte Weltordnung ist nicht stabil.
  • Religionen sind nicht Teil der Lösung, sondern aktiver, machtvoller Teil des Problems, die meisten Religionen sind zu Perversionen ihrer selbst geworden.
  • Eine demokratische und freiheitliche Grundordnung ist nicht eigen-stabil. Sie geht unter, wenn sie nicht durch kritische Bildung täglich (!) neu erkämpft wird.


Konkret:
  • Totaler, irreparabler Vertrauensverlust gegenüber ausnahmslos allen Politikys. Je verantwortungsvoller die Position, desto größer mein Misstrauen.
  • Demokratie ist ein System, das das Lügen, die Falschheit, die schwerstkorrumpierte Manipulation fördert.
  • Das ubesiegbare Trio Infernale: Krankhaft profitgeile, global agierende Konzerne, krankhaft machtgeile Politikys, vollverblödete, (medien-)konsumkorrumpierte Massen


In meinem Alltag:

Nach der FDP werden nun auch, viel, viel zu spät, CxU und SPD als komplett unfähig und korrumpiert erkannt. Die Folge: Anhängerys der ehemaligen Volksparteien müssen sich eine neue politische Heimat suchen. Wünschenswert, sie wanderten in die linke und grüne Ecke, aber viele werden woanders, Du-weißt-schon-wo, suchen. Die USA sind bereits abgestürzt, Frankreich und England sind, genau wie wir, auf dem Wege. 

Conclusio / Appell: 

Appell habe ich nicht. Ich weiß auch nicht, ob uns eine moderne, links-grüne Ausgabe von Friedrich dem Großen gut täte. Aber der hatte wenigstens den Mut, Unbequemes und Unkonventionelles zu tun, legte sich auch mit Großmächten an, verstand sich als erster Diener seines Staates ... Trotzdem, nääh.

Können wir nicht einfach alle anfangen, etwas schlauer, solidarischer, empathischer zu sein? Etwas weniger egoistisch, narzisstisch, ... bla.

Was für ein lahmes, erbärmliches Fazit: Lass uns das Problem lösen, indem wir das Problem lösen. Verzeiht, liebe Lesys, ich bin einfach ratlos.



FII in rotgrün, verändert via wiki commons, u.a. mit paint.net.










Freitag, 3. April 2026

Anleitung: Wie man religiöse Gefühle verletzt

 1. Definition

1.1.a.) Religion ist lt. Tante Wiki der Glaube an übersinnliche Kräfte. Diese Definition ist aber tautologisch, da übersinnliche Kräfte per definitionem der Erfassung per naturwissenschaftlicher Erkenntnismethode entzogen sind und nur im Glauben an sie gründen. Religion ist demnach der Glaube an das Glauben. 

1.1.b.) Einwurf: Das schmälert keineswegs die Bedeutung der Religion. Beispiel: Die Frage, was uns nach unserem Tod erwartet, lässt sich nicht naturwissenschaftlich untersuchen. Trotzdem denken wir drüber nach, entwickeln Theorien, und:  Wieauchimmer die Antwort ausfällt, hat sie einen Einfluss auf unser Leben.

1.2.a.) Hypothese 1: Religiöse Gefühle sind ... ääh ... wenn man das Gefühl hat, dass man etwas Religiöses glaubt? Beispiel: Ich habe das Gefühl, ich glaube an irgendeine Fort-Existenz nach meinem Tod. Was für eine beknackte Aussage: Ich fühle mich, als würde ich was glauben ...

1.2.b.) Hypothese 2: Religiöse Gefühle beschreiben das, was der Glaube mit uns macht. Beispiel: Ich glaube an irgendeine Fortexistenz nach meinem Tod, und das fühlt sich gut / schlecht / beruhigend / beunruhigend (Unzutreffendes streichen) an.

1.3. Fazit: Die Aussage 1.2.b. klingt plausibel. 


2. Praktische Umsetzung: Religiöse Gefühle verletzen

2.1.a.) Versuch 1: "HAHA! Guck mal, der Idiot glaubt an ein Leben nach dem Tod, wie blöd ist das denn...?!" 

2.1.b.) Auswertung 1: Nee, tut mir leid, in dieser (imaginierten) Situation verspüre ich keine Verletzung. Nur ein geringfügiges Mitleid mit dem unreflektierten IQ-7-Knallkopp.

2.2.a.) Versuch 2: "HAHA! Guck mal, der Idiot glaubt an einen allmächtigen Gott, einen alten, weißen Mann mit Bart, der im Nachthemd auf einer Wolke sitzt und seinen Sohn foltert für Sünden, die er, der Gott, selbst als solche definiert hat, wie blöd ist das denn...?!" 

2.2.b.) Auswertung 2: Autsch! Das piekst! Also, das würde pieken, wenn ich denn allen Ernstes an diesen spätbronzezeitlichen Kackshyce glauben würde. Wir sollten uns dieses Ergebnis merken!

2.3.a.) Versuch 3: "HAHA! Guck mal, der Idiot glaubt, dass Mitgefühl und Solidarität mit Menschen und unserer Umwelt wichtig seien, wie blöd ist das denn...?!" 

2.3.b.) Auswertung 3: Nee, ich fühle mich nicht verletzt. Nur den Wunsch, diesem ignoranten Arschloch eine reinzuhauen.

2.4.a) Versuch 4: "HAHA! Guck mal, der Idiot glaubt, dass fundamentalistische, machtgeile, alte Männer die Stellvertreter Gottes, Allahs, Jahwes oder irgendeines anderen verlogenen, faschistischen Rachegottes seien und dass ausgerechnet diese pathologischen Egomanen über Glück und Unglück von Milliarden Menschen entscheiden könnten und ob Du eine Seele hast und ob die in den Himmel mit 72 Jungfrauen oder in die Hölle mit wasweißch kommt, wie blöd ist das denn...?!" 

2.4.b.) Auswertung 4: Wenn ich an die Macht der alten, kranken, weißen Männer glaubte (Konj. II irrealis, präs.), dann würde dieser Affront mich wahrscheinlich verletzen. 


3. Conclusio

Religiöse Gefühle sind in der Tat verletzbar, allerdings nur dann, wenn sie sich auf jene Dogmen beziehen, die überwiegend dazu dienen, Systeme zu stabilisieren, die den alleinigen Zweck haben, krankhaft machtgeilen alten Männer ihre Position zu erhalten und die Untergebenen immer tiefer in Unmündigkeit, Dummheit und letztlich Sklaverei zu verdammen.

Ich finde, damit kann man arbeiten.

Fröhlichen Karfreitag! 


(verändert via wiki commons)




Mittwoch, 1. April 2026

Selbstbeschiss versus Wetter-Profis

 

Meine Fresse, was bin ich für ein eingebildeter Drecksack. Der Deutsche Wetterdienst sagt für die Region um Barssel unangenehme Klopper-Thermik voraus. Und ich sage: "Wat, nee, glaub' ich nicht, so nass, wie da alles ist ... Und in meiner Segelfliegerzeit hieß es doch auch immer, Thermik gipps da praktisch gar nicht."

Nach einer halben Stunde war ich wieder unten und fühle mich wie ein Preisboxer nach der 12. Runde.



↑ Zu meiner Entlastung: Ich verstehe mich, dass der Jieper auf's Fliegen so groß ist.


↓ Und die Gegend um EDXL fängt mir immer besser am Gefallen an.


Möge die Saison bald mal ein paar gute Flüge erlauben.