Mittwoch, 24. April 2024

Konsumlaune für Konsum - Junkies

 

Ich mag den Begriff "Konsumlaune". Und ich schaue interessiert zu, wie sehr unsere wahren Macht-Haber, die Konzerne, sich bemühen, uns bei guter Konsumlaune zu halten und wie besorgt sie reagieren, wenn dy Endverbrauchy, dies Sensibelchen, gerade mal nicht so launig konsumieren mag.

Eine Laune, ob gut, ob schlecht, das ist spontanes, unberechenbares, kognitions-befreites Fühlen und Handeln. Wir dürfen außerordentlich gespannt sein, wie unsere Enkel reagieren werden, wenn sie uns eines Tages fragen "Warum habt Ihr uns die Welt in so einem grotten-erbärmlichen Zustand hinterlassen? Wie konntet Ihr nur!?" und wir antworten müssen: "Hach, das liegt daran, dass wir seinerzeit in so einer Super-Konsumlaune waren! Wir hatten voll den Spaß, wisst Ihr?!"

Wenn die jungen Leute, deren Zukunft wir längst verbumsfidelt haben, uns dann die Fresse polieren wollen, können wir uns vielleicht noch mit dem Hinweis verteidigen, dass die Unternehmen der freidrehenden Marktwirtschaft uns genau so am Wickel hatten, wie Dealer den schwerst-abhängigen Drogen-Junkie: Um den Konsum-Kick zu kriegen, musst Du ständig die Dosis erhöhen. Du setzt Dein Leben, all' Deine Aktivität, dafür ein, den Stoff beschaffen zu können. Nichts Anderes zählt, alles außerhalb von Konsum und Beschaffung gehört nicht mehr in Deine Welt. 

Zur Definition von Sucht gehört auch, dass die Betroffenen genau wissen, dass ihr Verhalten sie zugrunde richten wird, dass diese vernunftgemäße Einsicht aber keine Verhaltensänderung zur Folge hat.


(verändert via wiki commons)

Vielleicht können wir uns mit dem Christiane-F-Syndrom rausreden.
Aber Christiane hat nur sich selbst kaputtgemacht,
nicht die Zukunft aller nachfolgenden Generationen.
Wahrscheinlich werden wir mit der Mitleids-Tour nicht durchkommen.










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