Samstag, 18. April 2026

Reden wir über die Spritpreise

 

  1. Unserer tägliche soziale Praxis lässt sich am umfassendsten und widerspruchsfrei beschreiben, indem wir die unbedingte, unbegrenzte und ungehemmte Profitgier des Individuums auf Kosten der Gemeinschaft als grundsätzliches, unhinterfragtes Dispositiv annehmen. Krankhaft übersteigerte individuelle Gier ist das einzig-gültige, anerkannte ethische Prinzip. Alle anderen Motive, wie z.B. Empathie, Solidarität, Umweltverantwortung, werden verdächtigt, aufrührerisch, zersetzend, gesellschaftsschädigend usw. zu sein.

  2. Da diese Praxis schon ziemlich lange zelebriert wird, sind einige Menschen, vielleicht 1 Prozent,  superreich und damit supermächtig geworden, während der Rest, 99 Prozent, mehr oder weniger vor sich hinkrepelt, den Superreichen dient, noch reicher und mächtiger zu werden und sich mühselig von den Bröckchen nährt, die von den Tischen der Herrschenden fallen. An diese Ordnung der Welt haben wir uns so sehr gewöhnt, wie die Menschen im Zeitalter des Absolutismus es für gottgegeben und also unhinterfragbar hielten, dass Adel und Klerus absolute Macht über Leben und Tod (und darüberhinaus) ihrer Untergebenen hatten.

Klar soweit?

Gut! Dann reden wir nun über die Spritpreise, genauer: Über die Frage, wer überhaupt ein Interesse daran hat, dass die Spritpreise fallen.

  • Die Konzerne haben daran kein Interesse, im Gegenteil, denn die verdienen sich mit den Übergewinnen direkt oder indirekt eine goldene Nase.

  • Die Reichen haben auch kein Interesse an niedrigen Spritpreisen, denn denen ist's shyce-egal, ob der Sprit billig oder teuer ist, oder ob in der Folge der Energiepreise die Lebenshaltungskosten dramatisch erhöht werden oder nicht. Über Geld redet man nicht, Geld hat man.  

  • Den Mittelstands-Krampen, die breite Masse in Dottschlaand, tun die Spritpreise und die in der Folge steigenden allgemeinen Preise weh, denn sie müssen ihr Konsumverhalten einschränken. So eine Verhaltensänderung tut immer weh.

  • Die Armen merken, dass sie nun noch ein bisschen ärmer werden, aber die sind das Leben an der Kante zum Existenzminimum gewohnt, was soll's.

Zusammengefasst: Von den herrschenden Klassen ist niemand negativ betroffen, warum sollte sich also etwas ändern? Außer den direkten und indirekten Übergewinnen durch die Krise entstehen, im Gegenteil, sogar ein paar knallharte Vorteile:

  • Je weniger Leute sich den Sprit leisten können, desto freier die Straßen. Wenn der Pöbel sich das Autofahren nicht mehr leisten kann, hat man endlich mal wieder eine Chance, den Bugatti Chiron wenigstens ansatzweise auszufahren. 

  • Urlaub, Reisen, Gastronomie werden wieder zu exklusiven, das heißt: ausschließenden!, Genüssen. Es war ja nicht zum Aushalten, dass in den letzten Jahren immer mehr Emporkömmlinge aus dem oberen Mittelstand in den angesagten Locations auftauchten. 

  • Kunst, Kultur, Bildung, Theater, Museen, das muss und wird wieder unerschwinglich werden, damit nicht Krethi und Plethi das geheiligte Entre-nous versaubeuteln.

  • Die blöden, naiven Mittelstands-Krampen werden in ihrem verzweifelt-naiven (und zum Scheitern verurteilten) Bemühen, ihren Standard zu halten, noch härter arbeiten, sich noch mehr für die Profitmaximierung der Superreichen prostituieren müssen.

  • Alles, was klimaschädlich, energieverschwendend und sonstwie toxisch für die Umwelt ist, muss so teuer werden, dass nur die Superreichen sich leisten können, weiterhin und mehr denn je wie die größten anzunehmenden Pottsäue zu leben und zu konsumieren. 

Den letzten Punkt finde ich besonders spannend. Hier sollten die dottschen Mittelstands-Krampen ihr Selbstmitleid zügeln: Wir, die reichen Industrialisierten, haben es immer schon für unser angestammtes Privileg gehalten, für unseren Lebenswandel die Ressourcen von mehr als 3 Planeten Erde zu verbrauchen, wohlwissend, dass, wenn alle Afrikanerys und Asiatys den selben Lebensstandard anstrebten oder gar erreichten, hier ganz plötzlich die Lichter ausgingen.

Verkneift Euch Euer Selbstmitleid. Der Mittelstand in seiner jetzigen Form wird verschwinden, verarmen und aussterben. Den freiwerdenden Raum werden die Superreichen besetzen, mit ihren SUVs, ihren Privat-Jets, ihren Gated-Area-Palästen, Hochpreis-Einzelhändlys und -Ressorts - und ihr werdet sie weiterhin aus der immer größer werdenden Entfernung bewundern.

Verkneift Euch Euer Selbstmitleid. Ihr hättet kämpfen können, aber dazu wart ihr zu dumm, zu faul, zu korrumpiert und vor allem: zu unsolidarisch.

Verkneift Euch Euer Selbstmitleid. Ihr habt die Arschlöcher gewählt.


(verändert via wiki commons)







Mittwoch, 15. April 2026

Suizidale Sozis

 

Och nöööh! Geht das nur mir so, oder fühlt sich angesichts des diesjährigen Mai-Aufrufes des DGB ...



... noch jemand von dem muffig-eisekalten Gruft- und Leichengeruch vergangener Hoch-Zeiten des doitschen Sozialismus gruselig berührt?

"Heraus zum 1. Mai!" Wie kann man nur die Rotfront-Diktion aus Weimarer Zeit zitieren? Ok, ich habe recherchiert und verstanden, dass seit 2023 der Slogan fröhliche Urständ feiert. Absichtsvoll, scheint's. Bei der rezenten FDJ, bei Beton-Marxisten und sonstigen DDR-war-nicht-alles-schlechte-Knallköppen. 

Wie kann der DGB nur ... Im Jahre 2026! In einer Zeit, in der wir den gesteuerten Untergang der Sozialdemokratie in unerbittlicher Zeitlupe mitverfolgen können! Das ist natürlich eine gute Zeit, die müffelnden, vertrockneten Rhetorik-Leichen aus dem Keller zu holen.

"Unser Vorsitzender spricht ...!" Gratulation, er kann schon sprechen, der Kleine. Na bravo!

Und im Anschluss gehen wir zum Familienfest. Wer fühlt sich da nicht abgeholt? 

Ich könnte grell im Strahl reiern.

Und ein bisschen weinen.

Wenn die Sozis mir überhaupt nicht wichtig wären, würde es mich nicht so erschüttern, wie erbärmlich sie ihren eigenen Untergang immer weiter vorantreiben.







Freitag, 10. April 2026

Die "Großen Kränkungen" gehen weiter


Freud beschrieb die drei großen Kränkungen der Menschheit durch Naturwissenschaft und Psychologie zu Anfang des 20 Jahrhunderts:

  • Wir sind nicht Mittelpunkt des Universums.
  • Wir sind nicht Krone und Abschluss der biologischen Evolution.
  • Unser Denken und Handeln ist nicht (nur) vernunftgesteuert.
Anfang des 21. Jahrhunderts trifft uns noch eine Reihe weiterer Kränkungen:
  • Wir, der nichtgeographische Westen, sind nicht die "Guten", ebensowenig wie alle anderen.
  • Kapitalismus ist nicht das allein-seligmachende Wirtschaftssystem. Es erzeugt ebensoviel Leid und Ungerechtigkeit wie die schlimmste Autokratie.
  • Eine regelbasierte Weltordnung ist nicht stabil.
  • Religionen sind nicht Teil der Lösung, sondern aktiver, machtvoller Teil des Problems, die meisten Religionen sind zu Perversionen ihrer selbst geworden.
  • Eine demokratische und freiheitliche Grundordnung ist nicht eigen-stabil. Sie geht unter, wenn sie nicht durch kritische Bildung täglich (!) neu erkämpft wird.


Konkret:
  • Totaler, irreparabler Vertrauensverlust gegenüber ausnahmslos allen Politikys. Je verantwortungsvoller die Position, desto größer mein Misstrauen.
  • Demokratie ist ein System, das das Lügen, die Falschheit, die schwerstkorrumpierte Manipulation fördert.
  • Das ubesiegbare Trio Infernale: Krankhaft profitgeile, global agierende Konzerne, krankhaft machtgeile Politikys, vollverblödete, (medien-)konsumkorrumpierte Massen


In meinem Alltag:

Nach der FDP werden nun auch, viel, viel zu spät, CxU und SPD als komplett unfähig und korrumpiert erkannt. Die Folge: Anhängerys der ehemaligen Volksparteien müssen sich eine neue politische Heimat suchen. Wünschenswert, sie wanderten in die linke und grüne Ecke, aber viele werden woanders, Du-weißt-schon-wo, suchen. Die USA sind bereits abgestürzt, Frankreich und England sind, genau wie wir, auf dem Wege. 

Conclusio / Appell: 

Appell habe ich nicht. Ich weiß auch nicht, ob uns eine moderne, links-grüne Ausgabe von Friedrich dem Großen gut täte. Aber der hatte wenigstens den Mut, Unbequemes und Unkonventionelles zu tun, legte sich auch mit Großmächten an, verstand sich als erster Diener seines Staates ... Trotzdem, nääh.

Können wir nicht einfach alle anfangen, etwas schlauer, solidarischer, empathischer zu sein? Etwas weniger egoistisch, narzisstisch, ... bla.

Was für ein lahmes, erbärmliches Fazit: Lass uns das Problem lösen, indem wir das Problem lösen. Verzeiht, liebe Lesys, ich bin einfach ratlos.



FII in rotgrün, verändert via wiki commons, u.a. mit paint.net.










Freitag, 3. April 2026

Anleitung: Wie man religiöse Gefühle verletzt

 1. Definition

1.1.a.) Religion ist lt. Tante Wiki der Glaube an übersinnliche Kräfte. Diese Definition ist aber tautologisch, da übersinnliche Kräfte per definitionem der Erfassung per naturwissenschaftlicher Erkenntnismethode entzogen sind und nur im Glauben an sie gründen. Religion ist demnach der Glaube an das Glauben. 

1.1.b.) Einwurf: Das schmälert keineswegs die Bedeutung der Religion. Beispiel: Die Frage, was uns nach unserem Tod erwartet, lässt sich nicht naturwissenschaftlich untersuchen. Trotzdem denken wir drüber nach, entwickeln Theorien, und:  Wieauchimmer die Antwort ausfällt, hat sie einen Einfluss auf unser Leben.

1.2.a.) Hypothese 1: Religiöse Gefühle sind ... ääh ... wenn man das Gefühl hat, dass man etwas Religiöses glaubt? Beispiel: Ich habe das Gefühl, ich glaube an irgendeine Fort-Existenz nach meinem Tod. Was für eine beknackte Aussage: Ich fühle mich, als würde ich was glauben ...

1.2.b.) Hypothese 2: Religiöse Gefühle beschreiben das, was der Glaube mit uns macht. Beispiel: Ich glaube an irgendeine Fortexistenz nach meinem Tod, und das fühlt sich gut / schlecht / beruhigend / beunruhigend (Unzutreffendes streichen) an.

1.3. Fazit: Die Aussage 1.2.b. klingt plausibel. 


2. Praktische Umsetzung: Religiöse Gefühle verletzen

2.1.a.) Versuch 1: "HAHA! Guck mal, der Idiot glaubt an ein Leben nach dem Tod, wie blöd ist das denn...?!" 

2.1.b.) Auswertung 1: Nee, tut mir leid, in dieser (imaginierten) Situation verspüre ich keine Verletzung. Nur ein geringfügiges Mitleid mit dem unreflektierten IQ-7-Knallkopp.

2.2.a.) Versuch 2: "HAHA! Guck mal, der Idiot glaubt an einen allmächtigen Gott, einen alten, weißen Mann mit Bart, der im Nachthemd auf einer Wolke sitzt und seinen Sohn foltert für Sünden, die er, der Gott, selbst als solche definiert hat, wie blöd ist das denn...?!" 

2.2.b.) Auswertung 2: Autsch! Das piekst! Also, das würde pieken, wenn ich denn allen Ernstes an diesen spätbronzezeitlichen Kackshyce glauben würde. Wir sollten uns dieses Ergebnis merken!

2.3.a.) Versuch 3: "HAHA! Guck mal, der Idiot glaubt, dass Mitgefühl und Solidarität mit Menschen und unserer Umwelt wichtig seien, wie blöd ist das denn...?!" 

2.3.b.) Auswertung 3: Nee, ich fühle mich nicht verletzt. Nur den Wunsch, diesem ignoranten Arschloch eine reinzuhauen.

2.4.a) Versuch 4: "HAHA! Guck mal, der Idiot glaubt, dass fundamentalistische, machtgeile, alte Männer die Stellvertreter Gottes, Allahs, Jahwes oder irgendeines anderen verlogenen, faschistischen Rachegottes seien und dass ausgerechnet diese pathologischen Egomanen über Glück und Unglück von Milliarden Menschen entscheiden könnten und ob Du eine Seele hast und ob die in den Himmel mit 72 Jungfrauen oder in die Hölle mit wasweißch kommt, wie blöd ist das denn...?!" 

2.4.b.) Auswertung 4: Wenn ich an die Macht der alten, kranken, weißen Männer glaubte (Konj. II irrealis, präs.), dann würde dieser Affront mich wahrscheinlich verletzen. 


3. Conclusio

Religiöse Gefühle sind in der Tat verletzbar, allerdings nur dann, wenn sie sich auf jene Dogmen beziehen, die überwiegend dazu dienen, Systeme zu stabilisieren, die den alleinigen Zweck haben, krankhaft machtgeilen alten Männer ihre Position zu erhalten und die Untergebenen immer tiefer in Unmündigkeit, Dummheit und letztlich Sklaverei zu verdammen.

Ich finde, damit kann man arbeiten.

Fröhlichen Karfreitag! 


(verändert via wiki commons)




Mittwoch, 1. April 2026

Selbstbeschiss versus Wetter-Profis

 

Meine Fresse, was bin ich für ein eingebildeter Drecksack. Der Deutsche Wetterdienst sagt für die Region um Barssel unangenehme Klopper-Thermik voraus. Und ich sage: "Wat, nee, glaub' ich nicht, so nass, wie da alles ist ... Und in meiner Segelfliegerzeit hieß es doch auch immer, Thermik gipps da praktisch gar nicht."

Nach einer halben Stunde war ich wieder unten und fühle mich wie ein Preisboxer nach der 12. Runde.



↑ Zu meiner Entlastung: Ich verstehe mich, dass der Jieper auf's Fliegen so groß ist.


↓ Und die Gegend um EDXL fängt mir immer besser am Gefallen an.


Möge die Saison bald mal ein paar gute Flüge erlauben.