Dienstag, 30. Dezember 2025

Über Wünsche

 

Als ich noch Kind war, erläuterten meine Eltern mir, wenn man eine Sternschnuppe sähe, dürfe man sich etwas wünschen, allerdings diesen Wunsch nicht aussprechen, sonst ginge er nicht Erfüllung.

Ich bin ziemlich schnell auf die schlaue Idee gekommen, dass man sich wünschen könnte, drei Wünsche frei zu haben. Und dann dachte ich, der erste dieser drei Wünsche könnte ja darin bestehen, sich tausend Wünsche zu wünschen. Und der erste dieser tausend Wünsche könnte klugerweise sein, eine-milliarde-million-milliarde-million Wünsche frei zu haben.

Und als ich begriffen hatte, dass der Wunsch nach unendlichfacher Vermehrung freier Wünsche die einzig logische Option sei, wenn man nur einen Wunsch frei habe, da war der Zauber der Sternschnuppe für mich unwiederbringlich zerstört. Und auch die Märchen von Feen, die Dir ein bis drei Wünsche zu erfüllen versprechen, waren restlos kompromittiert. 

Im Falle der Feen stellte ich mir Jahre später zusätzlich die Frage, wer die Feen eigentlich autorisiert, wer sie finanziert, die Ressourcen bereitstellt und die Anzahl der Wünsche limitiert - und warum?

Ihr versteht, was es bedeutet, wenn ich sage "Der Zauber war zerstört.", nicht wahr?

Als Kind, bei der Sternschnuppen-Sache, habe ich sehr schnell frustriert begriffen, dass ich mir die Sache selbst kaputtgemacht habe. Ich werfe mir nicht vor, damals aus Gier gehandelt zu haben, das war's nicht. Ich bin sauer auf mich selbst, weil ich zugelassen habe, dass gefühllose Logik und die bedingungslose Unterwerfung unter das Diktat positivistischer Realitätsauffassung  einen schönen, zauberhaften Gedanken plattgemacht haben.

Heute glaube ich wieder an die Sternschnuppen und dass ich einen Wunsch frei habe, wenn ich eine sehe. Und weil Sternschnuppen ja immer total überraschend und meist nur ganz kurz auftreten, habe ich mir für diese Fälle einen Standard-Wunsch zurechtgelegt, den ich ohne langes Raisonnement denken kann, wenn ich eine Sternschnuppe sehe.

Diesen Wunsch aktualisiere ich permanent. Es ist ein unerschöpflicher Quell der Selbsterkenntnis, sich selbst dabei über die Schulter zu schauen und festzustellen "Ach, sieh mal an, DAS ist Dir gerade wichtig!? So, so."

Und siehe: Wünsche, deren Ergebnis nicht mathematisierbar ist, erfüllen sich oft! Sofern man sie sich bewusst macht.

Übrigens: Sollte ich eines Tages keinen anderen Wunsch haben, als etwas, das mit Geld zu bezahlen wäre, dann wär's Zeit abzutreten.


(stark verändert via wiki commons)






Samstag, 27. Dezember 2025

Definiere: Rechtspopulismus

 

Heute auf Mastodon einen angelsächsischen Text gefunden, der ohne Quellenangabe auch auf FB, X, Insta, Threads kursiert und sehr punktgenau beschreibt, was MAGA bzw. Trump machen und warum sie so "erfolgreich" sind.

Ich erlaube mir eine sinngemäße Übersetzung für europäische, doitsche Verhältnisse, ersetze also "MAGA" und "Trump" durch "Rechtspopulismus".

"Die Leute fühlen sich nicht zum Rechtspopulismus hingezogen, weil er Lösungen für die wesentlichen Probleme unserer Gesellschaft bietet. Sie fühlen sich zu ihm hingezogen, weil er ungebildeten, unsicheren, wütenden Menschen sagt, dass ihre Dummheit und Ignoranz eigentlich eine Stärke ist.

Er gibt ihnen ein Drehbuch, in dem nichts jemals ihre Schuld ist. Gebt den Einwanderern die Schuld. Gebt den 'Eliten' die Schuld. Gebt den Demokraten die Schuld, gebt jedem die Schuld, außer der Person im Spiegel.

Er macht Rassismus und Sexismus zu einer politischen Identität. Er lässt Unwissenheit heroisch erscheinen. Und die Massen schlucken das, weil es ihnen erspart, sich weiterzuentwickeln, zu lernen oder sich zu verändern.

Sie wollen keine Führung. Sie wollen Bestätigung für ihre Ignoranz. Und der Rechtspopulismus gibt ihnen diese Bestätigung jeden Tag aufs Neue."


Dem ist nichts hinzuzufügen.





(stark verändert via wiki commons)








Donnerstag, 25. Dezember 2025

Crimpzange. Ach ja, und wir sind im Arsch. FF & FNJ


Sehr schön, die Russen unterstützen jetzt ganz offen und inhaltlich bestärkend die Amis bei den Attacken auf Europa, hier im Zusammenhang mit den "Zensurvorwürfen", sprich: Europäischem Datenschutzrecht, Digitale-Dienste-Gesetz usw..

Es wäre jetzt an der Zeit, nein, eigentlich ist es schon fast zu spät, dass Europa nun fest und demonstrativ zusammensteht gegen immerhin zwei großmächtige Autokratien, die es plattmachen wollen.

Ich spoilere mal, was passieren wird: Europas Populisten-Autokraten¹ werden immer mächtiger, weil sie von den Amis und / oder Russen gepampert werden und weil die Wählerys immer dümmer, fauler, verantwortungsloser "Demokratie" mit "Wähl-Dich-reich!" verwechseln. Europa wird auseinanderbrechen, die einzelnen Länder werden sich an diese oder jene Seite ranwamsen, kluge Taktiker schaffen vielleicht eine zeitlang ein Doppelspiel.

Verhindern könnten wir das nur, wenn wir, ich meine: alle Wählenden in Europa, bereit wären Härte zu zeigen, nicht in erster Linie militärisch, sondern v.a. wirtschaftlich. Wir müssten Zölle, Boykotts, Drohungen, einbrechende Exportumsätze in Kauf nehmen, Energie ganz woanders her beziehen, auch, wenn's teurer wird usw. usw. 

Das wird alles nicht passieren. Polen, Ungarn, Tschechien sind völlig korrumpierbar, die Konzerne der westlichen EU-Länder sind längst global players, denen ist doch der Europa-Gedanke längst scheißegal, und keinesfalls werden sie dulden, dass Profite geschmälert werden, nur, um ein paar mächtige Psychopathen einzuhegen. 

Die deutsche Regierung verdient den Namen nicht mehr, da sie sich ausschließlich als Vollstreckerin der Konzerninteressen versteht. Da wird nicht regiert, da wird auf Zuruf reagiert, aber hopphopp, bitte.

Was tun? Keine Ahnung. Ich sehe keine Chance und keinen Sinn mehr darin, sowohl gegen die selbstmörderische Bierärschigkeit des Wahlvolks als auch gegen die Allgewalt der wahren Herrschenden anzutreten, wenn die beiden sich doch so herrlich einig sind. 

Gegen Putin im Verein mit Trump ist nichts auszurichten, aus reinem Trotz kaufe ich daher bevorzugt bei den Chinesen. Die sind zwar auch autoritär, aber dabei beweisen sie mehr Stil und vor allem mehr strategische Logik als der zum Fremdschämen peinliche orangene Kasper.

Zu Weihnachten habe ich mir eine chinesische Crimpzange mit reichlich Zubehör geschenkt. Hervorragende Qualität, ungeschlagenes Preis-Leistungs-Verhältnis. Gäbe es wirklich einen freien Markt, hätten die Chinesen uns ohnehin längst eingesackt.



 Abb. stark verändert.
Crimpzange. Ich sach' ma' so:
Wenn Du erstmals ein hast,
musst Du echt aufpassen,
nicht alles zu verdrahten und dichtzucrimpen.
Sach' hinterher nich', ich hätt' Dich nich' gewarnt!



¹ Nein, ich gendere das nicht. Absichtlich nicht.




Donnerstag, 18. Dezember 2025

Erschöpft.

 

Wer hat Trump die Macht gegeben, ein weiteres Mal? Wer freut sich über das Verbrenner-Aus-Aus und wird weiter fette SUVs kaufen? Wer wird die AfD an die Macht hieven? Wer macht weiterhin Urlaub in der Türkei und guckt Fußball-WM? Wer glaubt an Frieden durch immer mehr Waffen und an Wohlstand durch immer mehr Unterdrückung? Wer glaubt mit religiöser Inbrunst, d.h. entgegen allereinfachster Logik, an unbegrenztes Wachstum in einem System begrenzter Ressourcen? 

Klagt nicht über die Regierenden, die bedauernswerten Psychopathen.  

Der Schwachsinn ist so offensichtlich. Die Argumente so allseits bekannt und klar. Was zu tun ist, zweifelsfrei.

Ich habe keinen Bock mehr zu kämpfen. 

Weckt mich, wenn und falls Vernunft wieder herrscht. 

Frohe Feiertage.



Gipps eigentlich noch die Option "Ende mit Schrecken"?
Nee? Is' alle?
Nur noch "Schrecken ohne Ende"?!
Mist!



 

Montag, 15. Dezember 2025

Leider nicht vom Aussterben bedroht.

 

Ich habe neulich einen lupenreinen, in der Wolle gefärbten, waschechten, homozygoten Egoisten kennengelernt. Was mich dabei so sehr faszinierte, dass ich's hier dokumentieren muss, ist die Tatsache, dass der Mann so offen und hemmungslos selbstsüchtig, eigennützig, ausschließlich auf seinen Vorteil bedacht ist, dass es für uns halbwegs Standard-sozialisierte zwar grauenhaft, aber in sich auch wieder schlüssig wirkt.

Mehr noch: Ich glaube, der Typ ist in diesem Verhaltensmuster so gefangen, so sicher, so frei von jedem Zweifel, dass er überhaupt nicht realisiert, dass die meisten Menschen um ihn herum von seinem Verhalten etwas irritiert oder auch sehr angewidert sind und dass sie etwas weniger brutalst-konsequent egoistisch sind und hier und da sogar ein bisschen Empathie walten lassen können.

Damit will ich natürlich nicht behaupten, die Mehrheit der Menschen sei nett / empathisch / nicht-egoistisch und solidarisch. Das ist nicht der Fall. Aber die meisten Menschen haben wenigstens eine Ahnung, dass es eigentlich (!) besser wäre, immer noch ein bisschen netter / empathischer / solidarischer zu sein.

Mein obengenanntes Musterexemplar hat nicht nur nicht diese Ahnung, ich vermute darüberhinaus, dass er sich sogar für ein ganz besonders pfiffiges, ausgebufftes Bürschchen hält, dem es immer wieder gelingt, seine Interessen ausschließlich durchzusetzen. Er ist einfach smart, alle anderen sind schlicht zu blöd. Beweis: Wären die anderen ebenso smart, würden sie auch ihre Interessen durchsetzen. Logisch.

Hausaufgabe¹: Untersuchen Sie, welche Verhaltensdisposition im entfesselten Kapitalismus die angemessene ist: Das egoistische Arschloch oder die/der moderate Empathy. 

 



(verändert via wiki commons)






¹ Sry. Déformation professionelle







Samstag, 13. Dezember 2025

Darf man "Plutokratie" sagen?

 

Tante Wiki klärt uns auf, dass "Plutokratie" die Herrschaft der Reichen bezeichnet. Das Wort taucht in letzter Zeit in der politischen Diskussion zur Benennung der realen politischen Verfasstheit der (nicht-geographisch-)westlichen Länder immer häufiger auf, und wer auch nur einen Funken Durchblick hat, wird dem zustimmen: Die Leitlinien unserer Politik wird von den Leuten bestimmt, die die Reichsten in diesem unserem oder irgendeinem anderen Lande sind.

  • Die Reichen können unsere gewählten Politikys wirtschaftlich unter Druck setzen und tun das auch: "Wenn ihr nicht tut, was wir sagen, entlassen wir n-tausend Leute!"
  • Die Reichen können unsere gewählten Politikys schlicht bestechen und tun das auch. Hier nur ein paar Beispiele aus jüngster Zeit.
  • Die Reichen können demokratische Wahlen pervertieren und tun das auch, indem sie mit legalen und illegalen Wahlkampf-Spenden nur die ihnen genehmen Kandidatys finanziell pampern - oder jene, die potentiell in relevante Positionen gehievt werden.
  • Die Reichen können unsere gewählten Politikys mit lukrativen Posten ködern, wenn deren Karriere am Ende ist und tun das auch.

Das ist alles nix Neues, allerdings wird die Dreistigkeit, die Unverfrorenheit, die Schamlosigkeit dieser Prozesse immer offensichtlicher, so dass es uns Normalsterblichen immer schwerer fällt, uns mit dem Traum der Freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu betäuben. 

Die Macht geht nicht vom Volke aus. Macht haben die, die viel Geld haben. Und sie nutzen diese Macht, um immer mehr Geld zu anzuhäufen. Ein Teufelskreis. Eine Plutokratie.

Aber:

Die Nazis, ich meine die Originale, nicht die Abziehbilder, haben den Begriff kompromittiert. Goebbels hat damit seinerzeit eine Verschwörung der USA, Englands und des "internationalen Finanzjudentums" gegen Doitschland herbeigefaked. Und damit ist "Plutokratie" als Schlagwort für mich eigentlich tabu.

Noch ein Aber: 

Die von "Plutokratie" ursprünglich bezeichneten Sachverhalte sind damit ja nicht vom Tisch: Bei uns regieren die Reichen, niemand sonst.¹ Und es wäre gut, das mit einem Wort beschreiben zu können. "Entfesselter Kapitalismus"? "Ultra-Libertarismus" (gibt's das Wort überhaupt)? Das klingt alles sehr holperig, sehr gewollt. 

Und ein drittes Aber:

Was ich immer noch nicht verstehe: Viele von den Staaten, die man im ursprünglichen Wortsinne als "Plutokratien" bezeichnen müsste, sind gleichzeitig auch funktionierende Demokratien mit allgemeinen, freien, gleichen, geheimen Wahlen. Wie kommt es, dass in diesen Staaten Arschlöcher gewählt und immer wieder wiedergewählt werden, von denen man weiß, dass sie vom Großkapital gepampert werden und dass sie nichts weiter als willige, willenlose Erfüllungsgehilfen des Großkapitals sind? Was stimmt mit den Wählys nicht? 

Ich meine: Wer Leuten wie Merz, Linnemann, Spahn, Amthor zur Macht verhilft, weiß doch, was das bedeutet: Bewusstlose, korrupte Lakaien einer ungezügelt krankhaft profitgeilen Konzern-Camarilla. Und dass die gesamte AfD-Mischpoke von antidemokratischen Machthabern gefördert wird, die öffentlich sagen, dass sie Deutschland schaden und Europa zerstören wollen, das weiß man doch längst. 

Wir brauchen uns nicht über "Plutokratie" aufzuregen, solange bei uns in freien Wahlen  mehrheitlich Arschlöcher gewählt und wiedergewählt werden.



(via wiki commons - Evelyn de Morgan - Anbetung des Mammon, 1909)






¹ Diesen ganzen antisemitischen Dreck, der da dranhängt, lassen wir mal unberücksichtigt.





Donnerstag, 11. Dezember 2025

"Christlich" heißt nicht "nett" oder "ehrlich" - im Gegenteil.

 

Huuuuh, in den sogenannten sozialen Medien hacken gerade Alle darauf herum, dass die angeblich christliche demokratische Partei die ehemaligen afghanischen Orts- und Hilfskräfte der doitschen Bundeswehr entgegen anderslautender Versprechen nicht aus ihrem pakistanischen Asyl nach Deutschland kommen lassen.

Allgemein wird beklagt, das sei unmenschlich und werde sich rächen, sobald Doitschland mal wieder am Hindukush oder sonstwo 5.000 km von von Doitschland entfernt verteidigt werden müsse. Und überhaupt, dass so eine Partei das Attribut "christlich" im Namen trage, sei pervers (sinnverdreht) usw. usw.

Lasst stecken die Aufregung! Die vermeintliche Botschaft Jesu ist, will man der Sage glauben, bereits verraten und ad absurdum geführt worden, als er noch lebte. Wenn sich eine Partei an die Märchen-Tradition antiker Wüstenvölker ranwamsen will, dann sollte sie auf Judas, den Verräter, rekurrieren. Denn das ist die einzige Tradition, die von der Christus-Geschichte in realiter überdauert hat: Verrat, Egoismus, Machtgeilheit. Freue Dich, o Christenheit und Frohe Weihnachten.

Wir brauchen uns auch keine Sorgen zu machen, in künftigen Kriegen keine Hilfswilligen mehr zu finden. Wir werden ja keinen Krieg auf zivilisatorischer Augenhöhe führen, das wäre viel zu gefährlich und, schlimmer noch: potentiell geschäftsschädigend. Wir werden wieder dahin gehen, wo es den Menschen sowieso dreckig geht, und da werden wir sie mit unserem Geld zuscheißen. Wer vor der Wahl steht, entweder mitsamt Familie zu verhungern oder von Fundamentalistys massakriert zu werden oder sich der Bundeswehr anzudienen, wird nicht lange nachdenken.



(Verändert via wiki commons)
Ohne Ortskräften wäre Krieg nur halb so lustig.


Samstag, 6. Dezember 2025

Finis Europae


Es ist immerhin des Bemerkens wert, dass die U.S. of A. in ihrer neuen "National Security Strategy" nun auch ganz offen und öffentlich den innenpolitischen Kampf gegen Europa eröffnet haben. Rechtsradikale sollen unterstützt, Migration und Menschenrechte abgeschafft werden etc. etc., die übliche Trump-Scheiße eben.

Wir sollten allmählich zur Kenntnis nehmen, dass "Putins" (warum nicht "Russlands"?) hybride Kriegführung gegen Europa ein westliches Pendant hat, das hinsichtlich der Konsequenzen für unsere Freiheit mindestens ebenso bedrohlich ist. Eigentlich könnten sich die Geheimdienste der Kaiserreiche von Trump und Putin zusammentun, sie verfolgen exakt dieselben Ziele.

Wir sollten wenigstens zur Kenntnis nehmen, dass alle drei Großmächte dieses unseres Planeten mehr oder weniger offen daran arbeiten, Europa plattzumachen und dass diese Bemühungen, siehe Ukraine-Konflikt, längst erfolgreich sind. 

Europa hat sich verkauft, verhurt, prostituiert, nicht etwa aus kluger strategischer Erwägung, sondern aufgrund kleingeistiger und kleinschrittiger nationaler Egoismen, wirtschaftlicher Bierärschigkeit und Allmachtsphantasien der Konzerne und einer tiefsitzenden, bequemen Scheißegal-Stimmung der Bewohnys. Wir haben folglich nichts anderes verdient. Hört also auf zu greinen, wählt weiter die AfD, die zwar einerseits hirntoten doitschen National-Faschismus fordert, aber deren Vertreter¹ uns sowohl an die Amis als auch an die Russen als auch an die Chinesen verhökern. 

Europa ist am Ende, die ursprüngliche europäische Auffassung von Demokratie, Freiheit, Menschenrechten ist am Ende, das Projekt der Solidarität der europäischen Länder ist am Ende. 

Finden wir uns damit ab. Was mich allerdings zum Schreien bringt: 

Wie leicht wäre diese Niederlage vermeidbar gewesen!


(Verändert via wiki commons)
Europa 1995.
Norwegen wäre noch nett gewesen,
aber man kann nicht alles haben. 
Von hier an ging's bergab.





¹ Warum sollte ich in diesem Fall gendern?

Sonntag, 30. November 2025

Altersgrenze - aber richtig!


Eijeijei, die Renten-Debatte ist natürlich nicht einfacher geworden, da Forschys der Cambridge-Uni feststellten, dass wir im Alter von 32 Jahren den Zenit unserer geistigen Entwicklung erreicht hätten und es danach nur noch abwärts geht, mit nochmal einem deutlich Abwärts-Knick bei 66 und einem letzten bei 83 Jahren.

Das ist ganz unpassend, da wir doch demnächst mindestens bis 69 arbeiten sollen. Zwar gibt es Tätigkeiten, die nicht allzuviel Kognition voraussetzen, aber da geht es dann meist um körperlichen Einsatz, und da gibt es ja noch deutlicheren altersbedingten Schwund. Wir wissen doch alle, wie problematisch es spätestens ab 50 wird, einen neuen Job zu finden. Da bleiben nur die Politik und das gehobene Management. 

Und das Anforderungsniveau wird ja nicht wirklich niedriger. Nach Studien wie der obengenannten wird das Lebenszeit-Fenster für eine attraktive Karriere immer geringer. Studienzeiten werden länger, weil man sich erstmal spezialisieren muss, und mit 40 gehörst Du schon  längst nicht mehr zu den High-Potentials. Wenn wir die Entwicklung fortschreiben, arbeitest Du lukrativ nur noch an Deinem 32. Geburtstag, denn davor bist Du zu unerfahren, danach zu alt. Wenn Du an dem Tag krank bist und/oder Mist baust, bist Du natürlich im Arsch, aber so richtig.

Nää, ernsthaft: Es ist ja nicht von der Hand zu weisen, dass die Geronten ab 50+ ein gesellschaftliches Problem darstellen. 

Man muss die Sache mal realistisch sehen, und "realistisch sehen" bedeutet: Unter dem ausschließlichen Aspekt kapitalistischer Verwertungsinteressen. Die altersgebeutelten Ü32-Krüppelys können die Profitmaximierung der Konzerne nur noch schwach befeuern. Der von den abhängig Beschäftigten erarbeitete Mehrwert ist vielleicht noch größergleich Null, aber der Shareholder will selbstverständlich mehr sehen, gerne 26 % und drüber. Als Managy sollst Du ja nicht nur in der Kasse rühren, klar?!

Lass uns annehmen, ab 50-60 ist der Beitrag einys Beschäftigty zum Konzern-Profit gleich null, danach unter null. Einzige wirtschaftspolitisch wünschenswerte Lösung aus Konzernsicht: Abschießen. Und das ist jetzt keine Metapher. 

Aber wir dürfen nicht vergessen, dass die Alten noch eine gesamtwirtschaftliche Funktion haben, nämlich das Konsumieren. Lange Zeit galten Jugendliche aus Marketing-Sicht als besonders attraktiv, da sie die Bevölkerungsgruppe mit der größten freien finanziellen Spitze waren und außerdem leicht zu manipulieren. Aber die Jugendlichen sterben ja aus, und da müssen wir, nolens volens, die Alten wieder stärker in den Blick nehmen.

Ganz doof ist's natürlich, wenn jemand alt ist UND kein Geld hat. So jemand kann ja auf keiner Seite, weder bei Produktion noch bei Konsum, die Gesellschaft im Allgemeinen und den Konzern im Besonderen bereichern. Reine Volksschädlinge. Da bleibt gar nichts anderes als die "Entnahme", wie der Jägersmann fachsprachlich formulieren würde. Wenn man da einmal nachlässig wird, läuft das ganz schnell aus dem Ruder. 

Streecks Vorschlag, das Problem über die Verweigerung lebenswichtiger Medikamente anzugehen, geht zwar in die richtige Richtung, reicht aber in summa nicht aus.¹

Das Ganze muss natürlich ochdnuncksgemäß gesetzlich geregelt werden. Wer nicht arbeiten kann und auch kein Geld für Konsum hat, kann in unserer Gesellschaft nicht geduldet werden. Wie die Tötung durchgeführt wird, Schuss, Giftspritze, Guillotine, kann sich die Person aussuchen. Auch die Beträge müssen definiert werden. Wenn Du nicht durch Arbeit zum Profit eines Konzerns beitragen kannst oder willst, solltest Du dennoch 25.000 € pro Jahr ausgeben können ... nee, nicht "können", sondern "müssen". Komm' nicht auf die Idee, nicht zu konsumieren, um dadurch Deine irdische Existenz zu verlängern! So nicht!

Hm, da fällt mir ein, das mit der Tötung klingt ja irgendwie ein bisschen grausam, solange die Leute sich noch nicht so richtig dran gewöhnt haben. Vielleicht sollte man den Alten zusätzlich anbieten, sie einfach abzuschieben. Der Madagaskar-Plan der Nazis ist ja nicht gescheitert, weil er blöd war. Und dann kann man immer sagen: "Wir haben X ja auch die Auswanderung angeboten, aber sie wählte dann doch lieber die Spritze. Das war also ihre ganz persönliche Entscheidung, die wir achten sollten."

Ein Riesen-Vorteil ist natürlich auch, dass die Leute plötzlich wieder richtig, richtig geld-geil werden. Und erpressbar. Wie viel Macht bekommst Du als Arbeitgeby, wenn Deine Lohnsklaven für Lebenszeit schuften müssen. Und Du kannst bestimmen, wer wie viel und wie lange usw. Der feuchte Traum jedes wahren Kapitalitys! Ich sehe schon diese Dankbarkeit der Muschkoten! Die Unterwürfigkeit! Alles nur geheuchelt, aber egal. Als subklinischer Psychopath merkst Du den Unterschied nicht.



(Im Gulag. Verändert via wiki commons, ein bisschen [!] Hilfe einer Bild-KI und viel Arbeit mit paint-net.)

Wenn man motiviert ist, macht die Arbeit auch wieder Spaß!





¹ Entschuldigt, dass ich hier aus der Rolle des Zynikers ausbreche, aber ich kann nicht anders: WIESO ist Streeck noch nicht in Haft? WIESO ist der noch im Amt? WIESO regt sich niemand darüber auf, außer mir?






Samstag, 29. November 2025

Lohnt nicht: Marinemuseum

 

Heute Deutsches Marinemuseum gewesen. Lohnt nicht. Im Innenbereich ein bisschen Geschichte auf viel zu überfüllten Text-Tafeln, Schiffsmodelle, ein paar Uniformen und Kleinkram. Im Außenbereich nur Technik: vier  begehbare Schiffe der Bundesmarine und Krempel. Alles recht schick und neu, nur draußen an einigen Stellen etwas angegammelt. Ok für Leute, die sowas noch nie gesehen haben.

Was fehlt: Kritische Einordnung. Sozialgeschichte. Man fasst keine heiße Eisen an, wie z.B. das Panzermuseum in Munster mit der Themenreihe "Sterben im Panzer". Wir lernen nichts über die Menschen auf den Schiffen. Ach ja, doch: Das war alles ganz schön eng, v.a. auf dem U-Boot. Aber das ist keine so ganz neue Information, und auf einem Fischkutter war's früher auch nicht viel besser. 

Die "Mölders" ging vor 22 Jahren außer Dienst. Kann ich das bei der Begehung erworbene Wissen heute anwenden? Die Gepard ging 2016 als letztes Schnellboot der Gattung außer Dienst, das Konzept ist passé. Was lerne ich außer Schwanengesang? Gibt es noch Minenräumer wie die "Weilheim", die 1995 in Rente ging? Und U10 von 1967 dümpelt zwischen Nachkrieg und den aktuellen High-Tech-Booten der Klasse 212, die eine völlig andere Liga darstellten, wenn sie denn fahren würden.

Alles in allem: Es ist Technikgeschichte von 1955 - 1985. Beim ersten Mal vielleicht ein Hingucker. Aber es bleibt nichts nach. Emotional nichts, gesellschaftskritisch nichts, militärgeschichtlich nicht sehr viel.

Doch: Ich wusste nicht, dass bundesdeutsche Nachkriegs-U-Boote noch die guten, alten G7-Torpedos aus Führers Zeiten verwendeten. Ist diese Information 16,00 € Eintritt pro Nase plus 3,00 € Parkgebühren wert? Nein, ist sie nicht. 

Und was halte ich von den vielen Besuchys um und unter 10-12 Jahren? Jene, die die Schiffe als Spielplatz begriffen und mit dem Instinkt jener Altersstufe genau kapierten, dass es hier um Ballerei auf hohem Niveau ging? Und die ungehindert und unaufgeklärt fasziniert waren von den fetten Bomben, die in Wirklichkeit nur Sonarsensoren waren? 

Hm. Reden wir nochmal über die Intention von Museen DIESER Art ...


Wiki commons, eine Bild-KI, paint-net und v.a.meine Brain-Power 
waren am Zustandekommen dieses Bildes beteiligt.