Mittwoch, 29. April 2026

Nur Info: Gönnung

 

Freude, schöner Götterfunke, es beginnt die Jahreszeit, in der die Temperaturen uns wieder größte textile Freiheiten erlauben.  

Warum ich es bevorzuge, nackt zu leben, habe ich hier bereits vor einem Jahr beschrieben, und ich will das nicht wiederholen. Deshalb nur kurz zur Erinnerung die Stichworte einer Erörterung, wie wir's in der Schule gelernt haben:

Contra-Argumente

  1. Verstößt gegen normative Erwartungen, und das könnte Leute irritieren.
  2. Verletzungsgefahren
  3. Mögliche Trauma-Trigger

Pro-Argumente

  1. "Freiheit ist ein Gut, das durch Gebrauch wächst und durch Nicht-Gebrauch schwindet." R.v.Weizsäcker
  2. Free your body, your mind will follow.
  3. Achtsamkeit
  4. Wohlgefühl


Gewichtung der Argumente

Contra 1.: Mirdochegal. Nein, ernsthaft: Soziale Normen sind Konstrukte. Lest Oliver Königs Buch "Nacktheit". Eine sachliche Dekonstruktion, auch methodisch vorbildlich. Wenn Leute dann immer noch irritiert sein WOLLEN, dann ist denen ohnehin nicht zu helfen.

Contra 2.: Ja, es gibt ganz hinten in meinem Garten ein paar -zig Quadratmeter, die ökologisch wertvoll so verwildert sind, dass ich da, wenn überhaupt, nur mit Gummistiefeln reingehe. Finde ich großartig, dass meine Nacktheit mir auf diese Weise Respekt vor dem, was da kreucht und fleucht, abfordert.

Dann gibt es noch die Hautkrebsgefahr. Im Schnitt sollte man die Haut nicht mehr als 20 min pro Tag dem Sonnenlicht exponieren, das wären etwa 122 Stunden pro Jahr. In Norddeutschland. Ha, Ha, sehr lustig.

Contra 3.: Das einzige Argument, das ich wirklich ernst nehme. Eine Sache der Kommunikation. Wenn meine Nacktheit für mir werte Menschen ein Trigger sein sollte, werden wir Wege finden. 

Pro 1.: Selbsterklärend. Sehr wichtig! Immer wichtiger in dieser, unserer sich zunehmend entdemokratisierenden Kack-Welt!

Pro 2.: Ganz ehrlich: Das ist für mich ein ganz wesentlicher Punkt, vielleicht sogar der wichtigste. Wenn Du in irgendeinem Punkt beginnst, gegen gesellschaftliche Normen zu verstoßen, die Du nach genauer Prüfung als total vernunftwidrig erkannt hast, dann hast Du so viel Spaß, dass Du immer weiter machst. Je heftiger Du die Normen internalisiert hattest, desto krasser der Erkenntnisgewinn.

Pro 3.: Du kannst Dir vor einem Waldspaziergang die Augen verbinden und Ohren und Nase verkorken. Aber was willst Du dann im Wald? Du kannst auch Klamotten anziehen und Dich der Wärme der Sonne und dem warmen Streichelwind und den kühlenden Schatten aussetzen. Aber was soll das?

Pro 4.: Zum x-ten Mal: Nacktheit hat nichts mit Sex zu tun. Punkt. Aber Nacktheit fühlt sich gut an. Definiere "Wohlgefühl" versus "Sexualität" (und frage anschließend, ob das Wort "versus" an dieser Stelle überhaupt Sinn ergibt).

Auswertung / Fazit: Jaja, blabla. Ich muss hier ja nicht ALLES vortanzen. Selberdenken macht schlau.