Mittwoch, 25. Februar 2026

Ausblick: Post-Trump-Ära

 

Anlass: Trumps Rede zur Lage der Nation. 

Gedanke: Absteigender Ast. Die Frage ist nur noch, mit wie viel Kollateralschäden, mit wieviel weiterer Zerstörung und Barbarei der Trumpismus, wie wir ihn bisher kannten, zu Ende gehen wird. Und was danach kommt.

Und was bleiben wird.

Narben:

  • Das Bild der europäischen Regierungschefys, wie sie sich vor Trump selbst erniedrigen.
  • Die eklig-schleimigen Briefe des NATO-Generalsekretärs.
  • Die Bosse der größten und mächtigsten US-Digitalkonzerne, die öffentlich unterwürfigste Huldigungen über Trump absondern, um ihre Tantieme zu sichern.
  • Die Erkenntnis, dass die Masse so schrecklich leicht korrumpierbar und durch idiotischsten Slop so leicht manipulierbar ist.
  • Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, Ethik, Antifaschismus, alles erwies sich nur als hauchdünne, spröde Tünche über monströsem Egoismus sowohl der dumpfen, unsolidarischen Masse als auch der pseudo-intelligenten, psychopathischen Super-Reichen.
  • Niemand tritt mutig für die Werte ein, die mir einst als FDGO, als Grundlage unseres Zusammenlebens eingetrichtert wurden, auf die ich Eide schwor.
  • Auch Geist und Inhalte des Grundgesetzes sind verhandelbar. Der "Deal", zu deutsch: Absprachen zur Profitmaximierung der Großkonzerne, geht über alles.
  • Die Vetternwirtschaft, die rückstandslos legitimiert ist.
  • Die Lüge, die keine Scham mehr erzeugt, wenn sie aufgedeckt wird.
  • Die Bestechlichkeit, die keine Scham mehr erzeugt, wenn sie aufgedeckt wird.
  • Die Vergewaltigung Minderjähriger, die keine Scham mehr erzeugt, wenn sie aufgedeckt wird.
  • Der zum Fremdschämen peinliche, pathologische Narzissmus, der nicht nur keine Scham mehr erzeugt, sondern von der Camarilla und den Hirntoten dieser Erde frenetisch gefeiert wird.
  • Und so weiter, und so weiter, und so weiter.

Selbst wenn ein Wunder geschähe und der Trumpismus zusammen mit Trump zugrunde ginge, wird diese Phase lange nachwirken, so, wie auch die langen, schwarzen Schatten der Nazi-Zeit, ich meine die von 1932-1945, immer noch über uns schweben und so, wie auch der Stalinismus im heutigen Russland immer wieder fröhliche Urständ feiert.

Wenn ein Wunder geschähe und eine Kreuzung aus Jesus, Buddha, Obama und Willy Brandt die nächste US-Präsidentschaft übernähme, wird das "Unter-Trump-war-alles-besser"-Geschrei jahrzehntelang nicht verstummen. Der süße, prahlerische Selbstbetrug, die Autosuggestion der dicken Hose, die Heiligsprechung des Rechts des Stärkeren, das wird auch künftig als legitim wahrgenommenes Surrogat für echte Politik marktgängig bleiben. 

Weltweit. Es hat längst angefangen.


Eigentlich hatte ich hier Kack-Bild von Kack-Trump einstellen wollen,
aber dann ekelte es mich zu sehr.
Stattdessen etwas frühlingshaft-erotische Kunst:
Klimts Wasserschlangen I, 1907 (?).