Donnerstag, 2. September 2021

Prähominidales Erbe

Coronabedingt zappe ich zu viel durch die TV-Welt. Da fällt mir die zunehmende Menge an Soap-Dokus über Gold- und Opalsucher in Nordamerika und Australien auf. 

Das Narrativ ist stets identisch:

  • Die Bosse stehen unter irrsinnigem Zeitdruck.
  • Der Zeitdruck wird bruchlos an die freien Mitarbeiter*innen weitergegeben.
  • Die Bosse sind extrem profitorientiert.
  • Die Einkommen der Mitarbeiter*innen hängen direkt vom Profit der Bosse ab.
  • Die Mitarbeiter*innen haben diese Arbeitsbedingungen internalisiert, Kritik besteht nicht mal als intellektuelle Option.
  • Keinen Profit zu erzielen ist Ausdruck konkreten persönlichen Versagens und gibt direkte Auskunft über Wert, nein: den Unwert eines jeden Menschen.
  • Die Kameradschaft ist groß. Bis jemand einen Fehler macht, der profitschmälernd wirken könnte.
  • Der immense Druck, unter dem Alles steht, wird von den Investoren erzeugt, die ebenfalls ausschließlich und völlig unhinterfragt extrem profitorientiert agieren.
  • Die von den Investoren bereitgestellten Gelder werden in brutal einfache Technik gesteckt, die dazu dient, in möglichst großem Umfang Naturräume aufzureißen und zu zerstören, um sie nach Gold, Edelsteinen etc. zu durchwühlen.   
  • Die Spannung jeder Folge der Serie wird durch die Frage erzeugt, ob es der Crew gelingt, Natur so effektiv zugrunde zu richten, dass in einem schwachsinnig knapp bemessenen Zeitraum eine schwachsinnig hohe Profitsumme zu realisieren ist. 

Diese Art Serien scheinen gut zu laufen. Interessanter Befund. Vormenschen-Träume gehen immer.

 


(verändert via wiki commons)







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