Freitag, 21. August 2026

Kulmination des Kapitalismus

 

Bemerkenswert, wie die portugiesische Tourismus-Industrie herumeiert: Man greint über ausbleibendes Wachstum, als wäre ein jährliches Plus von 3 % praktisch null. Deshalb investiert man in noch mehr Bettenburgen. Gleichzeitig freut man sich über weniger Touristys - ein Widerspruch innerhalb des Artikels, aber wir kennen ja das Stichwort "Overtourism" -  und sieht die Zukunft nur noch im hochpreisigen Segment, jenseits des für die Massen erschwinglichen.

Ich habe hier schon häufiger jenen Gastronomen zitiert, der mir versicherte, ihm seien 20 reiche Gäste lieber als 200 arme.

Ich verstehe die Logik, und in der Konsequenz ist es auch völlig richtig, dass Jeff Bezos halb Venedig mieten kann, um dort eine private Feier zu veranstalten und dass der Trump-Clan us-präsidiale Macht missbraucht, um weltweit Luxusressorts zu erwerben, während bei uns die Kaufkraft der Rest-Mittelschicht in Kosten für Sprit, Gas, Sozialkürzungen und Umverteilung von unten nach oben rückstandslos verdampft wird und immer weniger Menschen sich Gedanken über lukrative Urlaubsziele machen müssen.

Die Behauptung, der Kapitalismus sei am Ende, ist völliger Quatsch. Das Gegenteil trifft zu: Der Kapitalismus kulminiert zusehends, bewegt sich störungsfrei auf seine höchste Vollendung zu. Die Feststellung "Die Reichen werden immer reicher, die Nicht-Reichen immer ärmer!" war nie so wahr, wie heute. Wir sehen einen Prozess, genauer: einen Aufschaukelungs-Kreis, eine positive Rückkopplung. Denn je reicher die Reichen werden, desto mehr Macht erhalten sie, das System zu stabilisieren, das sie immer schneller immer reicher werden lässt. 

Dieser Prozess hat kein konkretes Ziel, es gibt keine mathematisierbare Bedingung unter der wir konstatieren können, nun habe der Kapitalismus seinen Endsieg errungen.

Aber: Spätestens, wenn einem Menschen ALLES gehört, und die restlichen 10 Milliarden Menschen besitzen NICHTS, dann ist ein Endpunkt erreicht, und wir dürfen schon mal gespannt sein, was danach kommt.¹


(sehr stark verändert via wiki commons
Bearbeitung: Paint.net > KI > paint.net)



¹ Ja, natürlich könnte man das weiterspinnen, der final-superreiche Oberarsch will das Universum kaufen usw., aber wir sollten unsere Überlegungen auf Homo sapiens und den Planeten Erde beschränken. Schon damit sind wir ja intellektuell völlig überfordert.