Mein Festhalten an der Freiheitlich-Demokratischen Grundordnung wird immer verzweifelter, aber auch störrischer.
Meine eigenen Gedanken erschrecken mich:
- Wir haben eine Bundesregierung, die mit ständig zunehmender Offenheit und Brutalität GG und FDGO ignoriert und de facto außer Kraft setzt.
- Art 20,4 GG sagt: "Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist."
- Bislang war ich davon ausgegangen, dass irgendwelche staatliche Stellen entscheiden würden, wann Art 20,4 GG anzuwenden ist.
- Da aber gerade die "Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung" (Art 20,2 GG), also die Legislative und/oder Exekutive und/oder Judikative, Ursache des Problems sind, ist von dieser Seite kein Aufruf zum Widerstand zu erwarten, und es steht auch nirgendwo, dass dieser Aufruf behördlicherseits erfolgen muss. (Auch, wenn wir Doitschys das natürlich am liebsten hätten ...)
- Das bedeutet: Jedy Deutschy kann und soll gegebenenfalls Art 20,4 in Kraft setzen. Für Leute wie mich, die (mehrfach) in ihrem Leben einen Eid auf unsere Verfassung geleistet haben, ist das nicht nur ein Recht, sondern eine staatsbürgerliche Pflicht.
Was mich so erschreckt, ist, dass ich eine Situation auf mich zurollen sehe, in der ich entweder Mitläufer in einem antidemokratischen System werde oder endlich mit dem Arsch hochkomme und mich auf aktiven Widerstand im Sinne Art 20,4 GG vorbereite. Wenn mein ganzes freiheitlich-demokratisches Geschwurbel der letzten Jahre mehr ist als nur Geschwurbel, dann wird's jetzt Zeit zum Handeln.
...
Ich habe kurz nachgedacht und präzisiere den letzten Satz:
Was mich so erschreckt, ist, dass ich, wenn die Dinge so weiterlaufen wie bisher, demnächst sehr explizit und definitiv darüber belehrt werde, ob ich mutig oder feige bin.
Die Zeit, sich wegzuducken, Entscheidungen aufzuschieben, sich durchzuaalen, ist vorbei. Schade eigentlich.
- "Mögen hätt ich schon wollen, aber dürfen hab ich mich nicht getraut!" (Valentin, K.)
