Seit Jahren und Tagen plage ich mich mit den Fragen, warum so viele funktionierende Demokratien über die Klinge springen und warum die Leute, die davon am übelsten betroffen sind und als Wählerys ja eigentlich auch die Einzigen wären, die etwas dagegen tun müssten, mehr oder weniger teilnahmslos oder sogar zustimmend zuschauen.
Bei der zweiten Frage schmeiß' ich immer noch blank. Ich werfe dem Wahlvolk Dummheit und brechreizerregende Faulheit vor, aber eigentlich ist das nur ein Ausdruck meiner totalen Rat- und Fassungslosigkeit.
Bei der ersten Frage bin ich allerdings einen Gedankenschritt weiter gekommen: Das reichste Prozent der Menschheit besitzt über 40 % des Vermögens der Welt, die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung besitzt gemeinsam nicht mal 2 %. Und die Schere geht immer schneller immer weiter auf.
Das ist ein so unfassbar perverser, unvernünftiger, verabscheuungswürdiger Sachverhalt, dass die Reichen zurecht befürchten müssen, dass demokratische und einigermaßen humane Gesellschaften da irgendwann nicht mehr mitmachen, egal, wie sehr Du die Massen mit Brot & Spielen korrumpierst und mit SM sedierst.
Was Trump in den U.S. macht, ist nicht dumm, es ist die konsequente Fortsetzung dessen, was ein Gesellschaftssystem braucht, dass ausschließlich (!) auf ungehemmter Gier basiert. Die Demokratie war dem Kapitalismus nützlich, da sie den Massen vorgaukelte, sie würden irgendwie wohl mehrheitlich wollen, was die wahren Macht-Habenden dekretierten.
Diese Illusion ist angesichts des weiterhin explodierenden Reichtums einiger weniger auf Dauer nicht mehr durchzuhalten. Und deshalb haben die Superreichen kein Interesse mehr an demokratischer Willensbildung. Und deshalb unterstützen die Superreichen gerade jede Person und Institution, die gegen die Regeln der Demokratie bombt, sei es real oder metaphorisch. Trump macht's vor, und schaut, wie die Reichen ihn nach Kräften pampern.
Und unsere Regierung äfft es nach, nennt ihre erbärmliche, sklavische, speichelleckerische Abhängigkeit von den Konzernen "Wirtschaftskompetenz" und schert sich mittlerweile auch einen Dreck um die Einhaltung von Gesetzen, Verträgen etc.
Das ist ganz einfach erklärbar und logisch und schlüssig.
Es bleibt die Frage, warum wir, die 99 %, nicht längst kämpfen.
