Sonntag, 15. November 2020

Miese Miscellanea


November, der dunkelste Monat. Die lebenswerten Umweltparameter sind allesamt auf absteigendem Ast, Temperaturen und Tageslichtlänge schwinden, und was da kreucht und fleucht, reduziert möglichst jeglichen Stoffwechsel, jede Lebensäußerung, in vielen Fällen final. Düstere, nasskalte Verwesung liegt allüberall in der Luft. Die Tristesse ist im Dezember nicht größer, weil der Prozess des mählichen aber unaufhaltsamen Absterbens da vorbei ist und weil die Wintersonnenwende absehbar Hoffnung haucht.  

Jetzt kommt auch noch Corona hinzu, nur begrenzt sind noch die Möglichkeiten, sich die Trübsal kollektiv schönzusaufen. Stattdessen entflammt der Zorn der Hilflosigkeit darüber, dass zunehmend Plittikörr, d.h. ausgerechnet die Klasse, die am verlogensten, am egoistischsten und am wenigsten kompetent und vertrauenswürdig ist*, über Maßnahmen entscheiden, die massiv meine Gesundheit und die meiner Lieben betreffen. 

Wielers Spruch, wir müssten jetzt eben "ein paar Monate die Pobacken zusammenkneifen", wirkt da wie Labsal. Die inhaltliche Klarheit, die Kürze und Verständlichkeit, vor allem aber die Fähigkeit zur klugen Flexibilität im Duktus sind gar nicht hoch genug zu schätzen. 


(verändert via wiki commons)




*Ja, es gibt auch noch Investmentbanker und wahnsinnige Diktatoren, aber die geben ganz offen zu, dass sie geld- bzw. machtgeile psychopathische Egomanen sind. Irgendwie kann ich damit besser umgehen, als mit dem geheuchelten Dreck unserer Herrschenden. 

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