Aktuelle Selbstbeobachtung: Der Preis für mein Lieblingsbier ist nun auf 18,99 € gestiegen. Mein innerer Monolog verweist auf ölpreisbedingt gestiegene Herstellungs- und Transportkosten, und ich müsse die Händlerys verstehen. Yupp, mache ich. Aber ich verstehe mich selbst auch. Im Gegensatz zur allgemeinen Preisentwicklung steigen meine Bezüge leider nicht.
Folglich werde ich meinen Konsum einschränken. Das ist absolut möglich und erträglich, da ich, genau betrachtet, immer noch auf recht hohem Niveau vor mich hin konsumiere. Und weil ich ziemlich wütend darüber bin, dass die Konzerne den US-israelischen Angriffskrieg erneut für ihre miesen Profitinteressen missbrauchen, konsumverzichte ich sogar noch wesentlich mehr, als zur reinen Kompensation der Preissteigerungen notwendig wäre.
Das ist keine wirtschaftlich bedingte Sparsamkeit, das ist auch kein politisch bedingter Konsumverzicht, das ist eine politische Kampfansage, ein bewusster Boykott.
Gleichzeitig überlege ich mir, welche Folgen es hat, wenn langfristig und flächendeckend die Preise steigen, die Kaufkraft der Normalverbraucherys aber nicht, zumindest nicht entsprechend. Die Antwort ist trivial: Am schlimmsten trifft es die Leute, die jetzt schon kaum Kohle haben, die Armen. Für die Menschen mit mittlerem Einkommen wird's enger. Nur die Reichen spüren von der ganzen Entwicklung überhaupt nichts. Und die Super-Reichen, die Konzernböberschten und die Groß-Investorys sind diejenigen, die von der ganzen Entwicklung sogar profitieren.
Wenn bei den Armen und den Mittelstands-Krampen nix und tendenziell immer weniger zu holen ist, wird sich "die Wirtschaft" notgedrungen immer mehr auf die Befriedigung der Bedarfe der Reichen und Super-Reichen fokussieren.
Denkt man diese Entwicklung konsequent weiter, entsteht eine Zwei-Klassen-Gesellschaft: Eine winzigkleine, superreiche Elite und die Masse der von ihr abhängigen Sklaven.
Die einzige Alternative wäre die Revolution, je später sie kommt desto gewaltsamer.
Versteht mich nicht falsch:
Ich bin strikt gegen Gewalt.
Eben deshalb begrüßte ich zeitnahes Umdenken.









