Samstag, 14. März 2026

Taking Oscars ...

 

Das Trump-Regime verweigert dem oscar-nominierten Hauptdarsteller Motaz Malhees die Anreise zur Verleihung des Preises, allein deshalb, weil besagter Herr Malhees ein Palästinenser aus dem Westjordanland ist.

Blöd für Herrn Malhees, gut für die Welt, denn wir lernen so viel daraus:

  1. Eine Diskriminierung aufgrund der ethnischen bzw. nationalen Herkunft widerspricht Artikel 2 der UN-Menschenrechts-Charta, aber den USA ist das wurscht, und da es auch keine Proteste von Bürgerys der USA dagegen zu geben scheint, gilt diese Feststellung nicht nur der US-Regierung, sondern den Amis in toto.
  2. Auch von der Academy, die den Preis verleiht, hat man keinen Widerspruch, keine Kritik vernommen, eine Reaktion, die man mit Zustimmung, zumindest mit Desinteresse übersetzen darf. Der "Oscar" ist also kein Preis, der sich gegen menschenrechtsfeindliche politische Vereinnahmung durch die Mächtigen sträubt. Kunst, die nicht gesellschaftskritisch sein will, ist trivial. Das ist in Bezug auf viele oscar-prämierte Filme nichts Neues, aber hier haben wir eine weitere, sehr konkrete Bestätigung.
  3. Alle Menschen, die nun weiterhin an ihrer Nominierung festhalten und sogar einen Preis entgegennehmen, signalisieren ihr aktives Einverständnis mit dem Trump-Regime. In diesem Zusammenhang verweise ich auf den Film "Taking Sides - der Fall Furtwängler" aus dem Jahre 2001, in dem es um die Verantwortung von Künstlerys in faschistischen Systemen geht. Ich gebe hiermit zu Protokoll, dass ich alle Leute, die unter derartigen Rahmenbedingungen sich nicht schämen und also weigern, einen Oscar entgegenzunehmen, zutiefst verachte.

Die gesamte Veranstaltung der Verleihung der Academy Awards ist kompromittiert. Wer das nicht versteht, hat nichts verstanden.



(KI-frei verändert via wiki commmons)
Der Trump-Award.
Wer's mag ...