Montag, 19. Januar 2026

Besser Ende als erbärmlich.

 

Es hat keinen Zweck mehr. Dieser Blog lebte von der Hoffnung, man müsse den Menschen nur den Schrecken, das Entsetzliche, Gefährliche und Menschenverachtende der aktuellen Lage mit klugen Gleichnissen, mit eleganten oder kantigen Argumenten vor Augen führen, dann würden sie, endlich aufgeklärt, unverzüglich die Geschichte zum Guten drehen, zur Solidarität, Empathie und zum Erhalt einer menschenlebenswerten Umwelt etc. etc.

Drauf geschissen!

Die total enthemmte Profitgier hat Vernunft und Empathie längst restlos plattgemacht. Nur die Superreichen sind untereinander solidarisch. Die Armen sind es nicht, dafür bekommen sie gerade eben so viel Brot und Spiele, dass sie sediert sind, sich nicht solidarisieren und nicht revoltieren. 

Brutalerweise ist diese Situation allen Beteiligten voll bewusst.¹

In so einer Situation kann man keine gesellschaftskritischen Texte mehr schreiben, man machte sich zur tragischen Witzfigur. Wie erbärmlich wär's, Applaus für kunstvoll verpackte Gesellschaftskritik, für messerscharfe Analysen und geniale Kontextualisierungen zu ernten, wohl wissend, dass diese Kritik nur geduldet wird, da sie definitiv ÜBERHAUPT NICHTS verändern wird.

Berühmtere und tausendmal bessere Leute als ich² haben ob dieser Erkenntnis das Handtuch geworfen. 

Ich tu's jetzt auch.


Auf der Flucht nach Gan Wandorra

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¹ Natürlich gibt es immer ein paar richtig Dumme, die es wirklich nicht verstehen, aber der Anteil ist zu vernachlässigen. Wesentlich höher dürfte die Zahl jener sein, die sich dumm stellen, um ihr Verhalten nicht ändern zu müssen.

² z.B. Schramm, Pispers, die ich sehr bewundere