Donnerstag, 21. Dezember 2017

Döstädning - konsequentes Aufräumen


Die Schweden sollten das Namensrecht behalten: "Döstädning". Die amerikanische Übersetzung "Death cleaning" klingt viel zu marktschreierisch *1 und die deutsche Übersetzung "Todes-Aufrämen" viel zu morbid *2. Es geht schlicht darum, das eigene Leben zu vereinfachen, indem man die eigenen Scharteken so weit wie möglich reduziert und sie so einfach, schlicht und übersichtlich strukturiert, wie möglich. Als Maßstab, als Denkmodell sozusagen, könnte man sich permanent fragen, was man eventuellen Hinterbliebenen - oder wer immer Deinen Mist beseitigen muss - wohl zumutete, wenn man itzo, instantáneamente den Allerwertesten zukniffe.

Ich finde die Idee brilliant. Sie steht in bester philosophischer Tradition, der Erkenntnis, wie förderlich es doch sei, das eigene Leben alltäglich vom Moment des Todes aus zu denken, oder wie   Gellert sagte: "Lebe, wie Du, wenn Du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben." oder, wie ich es lieber ausdrücke: "Im Augenblick Deines Todes, in jener endlosen Sekunde des Hinüberwechselns ins Was-auch-immer, wird Dir endlich die ganze Wahrheit, eine umfassende Erkenntnis bewusst. Und stell' Dir vor, Dir würde in diesem letzten Moment klar, dass Du Dein Leben vollständig verkackt hast, dass Du's mit nichtsnutzigen Dingen verplempert hast, immer nur falschen Idealen aufgesessen, idiotischen Zielen hinterhergerannt bist, dass Du gar nicht richtig gelebt hast, jedenfalls nicht das Leben, das eigentlich DEIN Leben gewesen wäre ... Mal ehrlich: Wie scheiße würde sich DAS in DIESEM Moment wohl anfühlen!?"

Naja, das ist, ernsthaft, jedenfalls eine sehr grundsätzliche Überzeugung von mir, eine, die man, da sie nicht beweisbar ist, aber trotzdem Auswirkungen auf meine Lebensführung hat, gerne auch als "religiös" bezeichnen darf ... Aber das führt uns jetzt doch weit vom Thema weg.

Was ich eigentlich sagen wollte: Brilliantes Konzept!

Und was ich ganz eigentlich sagen wollte: Habe heute einen großen Schritt getan, alle (!) meine Finanz-Sachen bei einem einzigen, örtlichen Institut unterzubringen. Angesichts der in den vergangenen Jahrzehnten "gewachsenen Strukturen" ist das eine Aufgabe mit dem Charme und der Komplexität einer Herz-Lungen-Transplantation, und etwa genau so lustig - aber das Ziel fühlt sich guuut an!









*1 Dafür eignet sich diese Sprache ja auch allzu gut.
*2 siehe *1







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